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Mythos Indiana Jones: Das machen Archäologen wirklich

Wer an Archäologen denkt, verbindet damit unweigerlich Hollywoods Actionhelden Indiana Jones. Der fiktive Charakter ist so etwas wie der Superstar unter den Archäologen. Aufregende Abenteuer, gefährliche Verfolgungsjagden: Die Realität im Berufsfeld von Archäologen sieht etwas anders aus, spannend und interessant ist sie dennoch.

Mythos Indiana Jones

Aufgaben von Archäologen

Die Aufgaben von Archäologen können sehr umfangreich sein. Grundsätzlich dreht sich das Hauptaugenmerk der Kollegen von Indiana Jones aber um die Erforschung von vor- und frühgeschichtlichen Kulturen. Damit zusammen hängen auch historische Bauten, Grabstätten, Gegenstände, Schriften und vieles mehr. Um das nötige Fachwissen für die Bereiche mitzubringen, sind entsprechende Techniken in den Bereichen Ausgrabung, Konservierung und insbesondere Restaurierung nötig. In diesem Zusammenhang kommt Archäologen auch eine besondere Sorgfaltspflicht zu. Denn werden historische Wertgegenstände und Kulturgüter erst einmal beschädigt oder zerstört, ist der Originalzustand für immer verloren. Archäologen übernehmen darüber hinaus auch die Dokumentation und Publikation von für die Wissenschaft bedeutenden Funden. In der Regel sind Archäologen auf eine bestimmte Fachrichtung oder eine Epoche spezialisiert. Auch Indiana Jones hat einen ganz besonderen Fachbereich: er hat sich auf religiöse und okkulte Phänomene spezialisiert. Auf eine Epoche oder Region legt sich Harris Ford in den Filmen nicht fest.

Das machen Archäologen wirklich
Ein wichtiger Teil der Arbeit von Archäologen ist die Dokumentation von bedeutenden Funden.

Auf den Spuren von Indiana Jones: Feldforschung und Recherche

Im Zusammenhang mit dem Beruf des Archäologen unterscheidet man häufig in zwei Bereiche: Die Feldforschung und die Recherche. Bei der Feldforschung handelt es sich um die aktive Teilnahme an einer Expedition und dem Aufspüren und Ausgraben von Kulturgegenständen. Das klassische Bild mit Schaufel und Spitzhacke ist heute allerdings längst überholt. Archäologen benutzten bei Ausgrabungen moderne Technik. Auf der Suche nach bestimmten Gegenständen oder sogar ganzen Siedlungen wird das Erdreich mit geomagnetischen Messungen durchleuchtet. So lassen sich genaue Karten der Bodenschätze anlegen, sofern vorhanden. Auch Luftbildaufnahmen spielen eine große Rolle. Hierfür gibt es Spezialisten, die dabei helfen, große Strukturen am Boden mit der dafür nötigen Technik sichtbar zu machen. So können historische Fundstätten wesentlich einfacher ausgemacht werden. Kommt es tatsächlich zu einer Ausgrabung, ist mitunter großes Fingerspitzengefühl gefragt. Dabei stehen den Archäologen unterschiedliche Werkzeuge zur Verfügung, die von feinen Pinseln bis zu großen Maschinenbohrern reichen.

Die Recherche fällt dagegen häufig in den öffentlichen Dienst. Hierbei findet ein Großteil der Arbeit des Archäologen vom Schreibtisch aus statt. Anhand von historischen Schriften, Büchern und der Geschichte könnten Fundstätten ausfindig gemacht werden. Eine große Hingabe und ein breites Wissen in der entsprechenden Fachliteratur spielen hier eine zentrale Rolle. Hinzukommt aber auch die Planung einer Expedition. Von der Zusammenstellung der passenden Ausrüstung bis zum Organisieren von Visa und nötigen Impfungen fallen auch hier viele Aufgaben in den Bereich von Archäologen. Bei Indiana Jones endet der Film nach einer erfolgreichen Expedition. Tatsächlich geht die Arbeit nun jedoch am Schreibtisch weiter. Fundstücke müssen katalogisiert und dem Archiv zugefügt werden. Außerdem fallen Restaurations- und Konservierungsarbeiten an, um die historischen Gegenstände haltbar zu machen.   

Arbeitgeber von Archäologen

Archäologen, die auf eigene Faust auf eine Expedition oder Schatzsuche aufbrechen, sind für gewöhnlich eine Ausnahme. Die eigentlichen Arbeitsumfelder erscheinen auf den ersten Blick deutlich weniger spektakulär als bei Indiana Jones, bieten aber vielseitige Möglichkeiten für die berufliche Aufstellung. Zu typischen Arbeitgebern von Archäologen zählen unter anderem Denkmalschutzbehörden, Museen, Universitäten und weitere Lehr- sowie Forschungseinrichtungen, also Einrichtungen im öffentlichen Dienst. Die Feldforschung, die aus Ausgrabungen und Expeditionen besteht, ist sehr beliebt und daher auch hart umkämpft. Hier werden Archäologen meist von entsprechenden Firmen angestellt. Dennoch können Archäologen sich aber beispielsweise auch mit einer eigenen Ausgrabungsfirma selbstständig machen. Neben einer Festanstellung ist auch eine freiberufliche Tätigkeit für unterschiedliche Arbeitgeber aus unterschiedlichen Fachrichtungen möglich.

Archäologen Arbeit - Funde waschen
Die praktische Feldforschung, bei der Expeditionen und Ausgrabungen durchgeführt werden, ist bei Archäologen das beliebteste Arbeitsfeld.

Spezialisierte Archäologen

Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium, können Archäologen sich über verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten auf ein bestimmtes Fachgebiet konzentrieren. Zu diesen Bereichen gehören unter anderem Museologie, Antiquitäten, Restaurierung, Bibliothekswesen und historische Materialkunde. Aber auch Berufsfelder im Kultur- und Bildungsmanagement kommen infrage. Die breite Aufstellung von Archäologen spiegelt sich auch in den Anforderungen der Berufsausbildung wieder, die ohne ein umfangreiches Studium nicht auskommt. Fremdsprachenkenntnisse sind hier unabdingbar. Neben Englisch gehören auch Französisch, Italienisch, Griechisch, Spanisch und Russisch zu den Sprachen, die Indiana Jones' Kollegen je nach Spezialisierung beherrschen sollten. Auch Latein und Alt-Ägyptisch können eine wichtige Rolle spielen. Hinzukommen Felder aus der Soziologie und der Ethnologie.

Fazit: Gefährliche Schatzsuchen in unterirdischen Katakomben, kaum lösbare Rätsel sowie ein Hut und eine Peitsche als Markenzeichen – Indiana Jones ist vielleicht der bekannteste Archäologe der Welt, aber hat mit der wirklichen Berufswelt der Wissenschaftler nicht viel gemeinsam. Der Beruf ist sehr breit gefächert und erfordert ein hohes Maß an Wissen. Neben der aktiven Feldforschung mit Ausgrabungen und Expeditionen arbeiten viele Archäologen in öffentlichen Einrichtungen wie Museen, Denkmalschutzbehörden und Forschungseinrichtungen und kümmern sich hier um die Organisation und Planung von Expeditionen sowie die Archivierung, Konservierung und Restauration von Fundstücken. 

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