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Fakten über Picasso - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 16 Staffel 1

Pablo Picasso gehört zu den bekanntesten Künstlern aller Zeiten, doch der Mensch ist bei weitem nicht so gut bekannt wie seine Werke. Hier finden Sie spannende Fakten über das Leben und Schaffen des Malers und Bildhauers.

07.10.2016 10:11 | 5:36 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Legende unter den Künstlern

Pablo Picasso – ein Maler sondergleichen

Er ist wohl einer der bekanntesten Meister seines Fachs: Pablo Picasso. Er gilt als Jahrhundert-Künstler, als Pionier der Modernen Kunst und als Frauenheld. Doch der Weg des gefeierten Künstlers begann steinig.

Die ersten Lebensjahre des Pablo Picasso

Kunst und Skandal, Erotik und Affären, Geld und Glamour. Pablo Picasso ist einer der berühmtesten Künstler der Welt. Doch wussten Sie eigentlich, dass er oft rasend vor Eifersucht war und mal verdächtigt wurde, die Mona Lisa geklaut zu haben?

1881 wird Pablo Ruiz Picasso in Malaga, Spanien, geboren. Die Hebamme denkt, er sei eine Totgeburt, weil er so klein und schwach ist und keinen Ton von sich gibt. Sein Onkel, ein Arzt, glaubt nicht daran und bläst ihm angeblich Rauch ins Gesicht – für den kleinen Pablo die Rettung. Er fängt an zu schreien.

Das erste Wort, das der Kleine aussprechen kann, ist passenderweise „piz“, die Abkürzung von lápiz, was auf Spanisch Bleistift bedeutet. Er fängt schon sehr früh an zu zeichnen und zu malen. Sein Vater, selbst Künstler, schenkt ihm Farbkasten und Pinsel und ebnet seinem Sohn somit den Weg zu einer großen Karriere.

Sein Vater schenkt dem kleinen Picasso seinen Farbkasten – der erste Schritt...
Sein Vater schenkt dem kleinen Picasso seinen Farbkasten – der erste Schritt zu einer großen Karriere.

Er sei ein Wunderkind gewesen, behaupten viele. Dabei liegt ihm die Schule zunächst so gar nicht. Er hasst Mathematik – aus den Zahlen macht er lieber Formen und Figuren. Seine erste Ausstellung hat er bereits mit 13 Jahren im Hinterzimmer eines Regenschirm-Geschäftes. Von da an geht seine Karriere steil bergauf.

Als Maler in Paris

Pablo zieht es nach Paris: Das Zentrum europäischer Kunst wird seine neue Heimat. In den Augen des strengen Vaters gilt er als rebellisch: das Haar ist zu lang und die Kleidung verlumpt. Außerdem verschwende er in Paris sein Talent. Pablo aber fühlt sich in der Stadt der Lichter angekommen, obwohl er arm ist, sehr arm. Er lebt in einem zugigen, alten Gebäude mit zahlreichen Künstlerateliers. Oft isst er nur ein einziges Stück Brot am Tag. Um nicht zu erfrieren, verbrennt er tatsächlich seine eigenen Skizzen und Zeichnungen – die wohl mit Abstand teuerste Heizung der Welt.

Sein Freundeskreis in Paris pflegt zum Teil höchst dubiose Bekanntschaften, was schließlich auch auf ihn selbst zurückfällt. Eines Tages klopft die Polizei an seine Tür. Sie verdächtigt ihn zu Unrecht, das berühmteste Gemälde der Welt gestohlen zu haben: die Mona Lisa.

Picasso hat panische Angst vor Krankheiten. Als in seiner Nachbarschaft eine hochansteckende Krankheit ausbricht, packt er die Koffer und flieht.

Picasso und die Frauen

Eine wichtige Inspirationsquelle des berühmten Künstlers: die Frauen. Über hundert sollen es gewesen sein – oft hat er mehrere Frauen gleichzeitig. Für Fernande Olivier, die er in seiner ersten Zeit in Paris kennen lernt, baut er sogar einen kleinen Altar: ausstaffiert mit ihrer Bluse, einem Foto und Blumen.

Pablo Picasso gilt als eifersüchtig und impulsiv. Ständig gibt es Streit, denn er ist ein Macho. Er erwartet uneingeschränkte Hingabe. Am liebsten würde er seine Frauen einsperren. Irgendwann dreht sich der Spieß jedoch um. Die Frauen rennen ihm hinterher und himmeln ihn an. Bis ins hohe Alter bleiben sie seine Musen, seine Stütze und Gegenstand seiner Kunst. Und sie wenden jedes Mittel an, um auf sich aufmerksam zu machen. Dora Maar, Künstlerin und Intellektuelle, sticht mit ihrem Taschenmesser zwischen ihre behandschuhten Finger in die Tischplatte – ein Ritual, das Pablo so gut gefällt, dass sie zehn Jahre lang seine Geliebte bleibt.

Picasso inszeniert sich gern mit Kostümen – egal, ob als Cowboy, Indianer ode...
Picasso inszeniert sich gern mit Kostümen – egal, ob als Cowboy, Indianer oder Clown.

Seine Kunst und der Erfolg

Er liebt die Kunst, aber auch sich selbst: Über 250 Fotografien gibt es von ihm. Picasso spielt gern mit Verkleidungen – Clown, Cowboy und Indianer. Solche Spielchen liebt er und lässt sich so auch gern ablichten. Später sind sein Markenzeichen eine Baskenmütze und ein Matrosenpullover. Im Laufe der Zeit erschafft er über 40.000 Kunstwerke. Dabei durchläuft er viele Perioden: zuerst die blaue, später die rosa Periode. Scharfe eckige Formen, wildes Zeug, Rüpelkunst – so die Meinung vieler seiner Kollegen.

Seine Taube, die er für den Pariser Weltfriedenskongress entwirft, wird weltweit das Symbol für Frieden. Und mit dem Erfolg kommt auch das Geld. Picasso wohnt fürstlich im Süden Frankreichs und lässt es sich gut gehen. Er empfängt Prominenz aus aller Welt, darunter auch Brigitte Bardot. Neben Salvador Dali ist Pablo Picasso übrigens weltweit der einzige, der noch zu Lebzeiten gleich zwei eigene Museen bekommt.

Sein Tod – Legende und Wahrheit

Sein Tod: sprichwörtlich legendär. Während er und seine Frau Freunde zum Mittagessen unterhalten, soll Pablo überraschend verstorben sein. Seine angeblich letzten Worte zuvor: "Trinkt auf mich, trinkt auf meine Gesundheit. Ihr wisst, dass ich nicht mehr trinken kann." Eine schöne Geschichte. Die Wahrheit aber ist eine andere und zugleich traurigere: Pablo Picasso stirbt am 8. April 1973 in den Armen seiner Frau Jaqueline, die ihn anfleht, sie nicht allein zu lassen.

Fazit: Pablo Picasso gilt heutzutage als Inbegriff der Modernen Kunst und Genie, doch dem war nicht immer so. Sein Aufstieg war hart und Picasso selbst ebenso umstritten wie seine Kunst.

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