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Fakten über den Weg des Pfeffers - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 42 Staffel 1

Jeder Deutsche konsumiert rund 400 Gramm Pfeffer pro Jahr. Schwarz, grün, rot, weiß. Woher die bunte Mischung? Und vor allem: Wo wächst er denn nun, der Pfeffer?

17.10.2016 14:12 | 5:16 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Schwarz, grün, rot, weiß – bunte Pfeffervielfalt

Der Weg des Pfeffers: Von Indien in die weite Welt

Er gehört zu den Klassikern im Gewürzregal und ist aus den meisten Küchen kaum wegzudenken: Pfeffer. Der Weg des Pfeffers ist dabei ein sehr langer, denn ursprünglich stammen die scharfen Körner aus Indien. Kolumbus suchte eigens einen Seeweg in die Heimat des "Schwarzen Goldes", kabel eins Doku folgt der Spur.

Die Wiege des Pfeffers

Schwarz, grün, rot, weiß – Pfeffer gibt es in verschiedenen Farben. Doch woher kommt die bunte Mischung? Und vor allem: Wo wächst er denn nun, der Pfeffer? Der Weg des Pfeffers startet rund 10.000 Kilometer entfernt in Indien. In Orten wie Kerala wird das "Schwarze Gold" heute noch auf traditionelle Art gewonnen. Hier herrscht ein feucht-heißes Tropenklima, in dem Tee, Kokosnüsse, Bananen, Kaffee und auch Pfeffer bestens gedeihen. 

Pfeffer ist eine Kletterpflanze und Korallenbäume mit ihren Stacheln sind eine perfekte Stütze dafür. Beim Pfefferanbau machen sich die Bauern diese Eigenschaft zunutze. Zunächst wird ein Ableger des Korallenbaums in ein 50 Zentimeter tiefes Loch gepflanzt. Anschließend wird von einer ausgewachsenen Pfefferpflanze ein Ableger geholt und neben den Korallenbaum gesetzt. Korallenbaum und Pfeffersprössling wachsen von nun an gemeinsam, eine perfekte Symbiose. Es gibt aber auch "Pfefferstützen", die eigene Früchte tragen, wie beispielsweise der Jackfruchtbaum. Praktisch: Ein Two-in-one-Baum.

Pfefferpflanze: Kletterpflanze mit Beeren
Der Weg des Pfeffers beginnt an einer unscheinbaren Kletterpflanze.

Der Weg des Pfeffers beginnt mühsam: Erst drei Jahre nach der Saat kann der Pfeffer erstmals geerntet werden, dafür bringt eine Pflanze dann in Regel über 30 Jahre lang Ertrag. Von November bis März pflücken die Bauern den Pfeffer einzeln von Hand. Eigentlich können die Pfefferpflanzen rund zehn Meter hochwachsen, aus praktischen Gründen halten die Bauern sie aber meist auf drei bis vier Metern Höhe. So können sie noch auf selbstgebauten Leitern aus Bambus an ihnen hinaufklettern, um die Körner zu ernten.

Weniger gefährlich, aber bei 40 Grad auch echt anstrengend: Das Picken der winzigen, runtergefallenen Körner. Hier zählt jedes Korn! Doch die Ernte der unreifen, grünen Körner ist nur der erste Schritt. Danach müssen die Körner verlesen werden – und das passiert auf den Steindächern der Häuser im Dorf, denn sie sind der einzige ebene Boden im Dschungel. Nur auf so einer glatten Fläche kann die Ernte sortiert werden. Von Hand werden störende Blätter herausgepickt. Dann kommen auch die Füße zum Einsatz, um die Körner von den Rispen zu trennen.

Die Bauern arbeiten extrem sorgfältig. Hier wird nichts weggeworfen, sogar die Rispen nutzen sie als Brennmaterial. Anschließend wird der Pfeffer zu einer Abgabestation gebracht, an der die Landwirte nun den Verdienst für ihre Ernte abholen können. Pfefferkörner werden pro Kilo bezahlt, der Weltmarktpreis liegt bei 3,60 Euro. Für ihren Ur-Pfeffer bekommen die Bauern hier aber das Doppelte. Eine Delikatesse eben …

Doch der Weg des Pfeffers ist noch lange nicht zu Ende. Jetzt geht es raus aus dem Hinterland, 100 Kilometer weiter Richtung Pfefferküste, zu einer Fabrik, wo der Pfeffer nun weiterverarbeitet wird. Zunächst werden die restlichen Rispen aus dem Pfeffersack rausgepickt. Auch hier geschieht alles per Hand. Die grünen Körner sind unreif, die roten überreif – essbar sind alle.

Die bunte Welt des Pfeffers

Egal, ob schwarz, weiß, rot oder grün, der Weg des Pfeffers beginnt an der gleichen Kletterpflanze. Der einzige Unterschied liegt im Erntezeitpunkt. So werden grüner und schwarzer Pfeffer noch unreif geerntet, weißer und roter Pfeffer bleiben bis zur vollen Reife an der Rispe. Damit der Pfeffer grün und haltbar bleibt, kommt er in einen Trockner. Der lässt in 2 Stunden bei 60 Grad die ganze Flüssigkeit aus den Körnern verdampfen. Bei schwarzem Pfeffer geht das Ganze etwas langsamer: Hier werden die zunächst noch grünen Körner zum Trocknen in die Sonne gelegt. In einer Art Gewächshaus geht das schneller und die Körner sind geschützt vor Schmutz, wie zum Beispiel Vogeldreck. Nach etwa zwei Tagen ist der Pfeffer schön schwarz.

Schwarze Pfefferkörner auf einem kleinen Haufen
Schwarzer Pfeffer ist besonders gut haltbar und daher ein sehr gefragtes Handelsgut.

Roter und weißer Pfeffer werden erst bei voller Reife geerntet. Während die roten Körner ungeschält getrocknet oder in einer salzigen Lake eingelegt werden, bedürfen die weißen Körner einer speziellen Behandlung. Sie werden für mehrere Tage in Wasser eingeweicht, bis sich die Schale ablöst. Der Rest wird dann manuell abgerubbelt. Nach dem Trocknen erhält man wunderbar weißen Pfeffer.

Nachdem die gefragten Körner fertig vorbereitet sind, geht der Weg des Pfeffers weiter in den Hafen von Cochin, von wo aus die für den Export abgefüllten 25-Kilo-Säcke in alle Welt verschickt werden.

Fazit: Der Weg des Pfeffers ist lang und weit. Von Indien aus werden jedes Jahr etwa 20.000 Tonnen des "Schwarzen Goldes" in die ganze Welt exportiert. Weltweit größter Pfefferexporteur ist mittlerweile jedoch Vietnam.