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Fakten über das Hirn - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 10 Staffel 1

Seine Größe ist überschaubar, doch seine Fähigkeiten sind außergewöhnlich. Das menschliche Hirn verarbeitet die Nervenimpulse des Körpers in rasend schnellem Tempo und benötigt dafür viel Energie. Die grauen Zellen in Zahlen und Fakten gibt es hier.

09.12.2016 16:27 | 4:20 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Das Hirn: So funktionieren unsere grauen Zellen

Wussten Sie eigentlich, dass das menschliche Hirn die komplexeste organische Struktur des bekannten Universums ist? Hier verraten wir Ihnen, was im Gehirn steckt, was es zu leisten imstande ist und warum die Bezeichnung "graue Zellen" eigentlich falsch ist.

Im Hirn liegt die Steuerzentrale unseres Körpers

Das Hirn besteht aus schätzungsweise 100 Milliarden Nervenzellen. Sie sind über eine Trillion Synapsen miteinander verbunden. Hier entsteht unsere Welt – und zwar auf engstem Raum, wo alle Informationen zusammenlaufen. Die Hirnnerven verbinden es über die Augen, die Ohren, die Nase, den Mund und die Zunge direkt mit der Außenwelt. Den restlichen Körper steuert das Hirn über das daumendicke Rückenmark, das durch unsere Wirbelsäule verläuft. Von dort gehen jeweils einzelne Nerven zu den Organen und Muskeln.

Bei etwa drei von 1000 Menschen löst ein Sinnesreiz im Gehirn gleich mehrere Wahrnehmungen aus: Diese Menschen hören zum Beispiel Töne nicht nur, sie können sie auch riechen. Und für manche hat jede Zahl eine ganz bestimmte Farbe. Viele Verknüpfungen sind möglich. Die Gemeinsamkeit: ein Sinnesreiz bewirkt mehr als eine Wahrnehmung. Der Fachbegriff: Synästhesie.

Gewicht und Größe sind nicht alles

Unser Hirn hat nur in etwa die Größe einer Honigmelone. Das männliche Oberstübchen wiegt im Schnitt 1375 Gramm, das weibliche mit 1245 Gramm etwas weniger. Doch Größe und Gewicht sagen nichts über den IQ aus: Albert Einsteins Hirn wog zum Zeitpunkt seines Todes zum Beispiel nur 1230 Gramm.

Obwohl das Hirn nur zwei Prozent des Gesamtgewichts unseres Körpers ausmacht, verbraucht es 20 Prozent des Sauerstoffs. Jeder fünfte Atemzug dient also der Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Ohne stetige Versorgung mit sauerstoffreichem Blut verlieren wir nach zehn Sekunden das Bewusstsein. Wir werden ohnmächtig, weil unser Gehirn keine Speichermöglichkeiten hat.

Informationsfluss in Highspeed

Nervenimpulse vom und zum Hirn können bis zu 300 Stundenkilometer schnell sein. Deshalb reagieren wir auch so schnell auf Schmerzen: Die Nervenimpulse rasen mit der Geschwindigkeit eines Porsche durch unseren Körper. Jeden Tag strömen bis zu 1200 Liter Blut durch unser Gehirn. Jede Sekunde nehmen wir über unsere Sinne rund eine Milliarde Informationen auf. Wir können aber nur einen winzigen Bruchteil davon bewusst verarbeiten. Deshalb filtert unser Hirn gnadenlos aus. Zum Beispiel wiederkehrende, unwichtige Informationen wie den Anblick unserer Nase: Wir sehen sie die ganze Zeit. Unser Gehirn hat sich aber dazu entschieden, sie zu ignorieren.

Grauen Zellen sind gar nicht grau

Denkmaschine, Ideenbergwerk, Erinnerungsbox: Es gibt viele Begriffe, die das Gehirn beschreiben. Eines der beliebtesten Synonyme: die grauen Zellen. Dabei ist unser Hirn in Wirklichkeit gar nicht grau. Im lebenden Zustand ist es gut durchblutet und rosa. Wir sehen aber meist nur die Gehirne von Toten. Und die Nervenzellen im Hirn entfärben sich nach dem Tod – die äußere Schicht wird dann grau.

Fazit: Solange wir leben, schaltet unser Hirn nie ab. Ohne Unterbrechung ist es 24 Stunden am Tag im Einsatz. Auch nachts, denn dann sortiert und verarbeitet es die Informationen des Tages, und zwar in rasender Geschwindigkeit. So laufen die Nervenimpulse vom und zum Gehirn mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern. Aber auch die Menge an Daten, die das Hirn verarbeitet, ist erstaunlich. Dank 100 Milliarden Nervenzellen kann das Denkorgan viele wichtige Prozesse in unserem Körper über das daumendicke Rückenmark steuern. Ein echtes Wunderwerk der Natur, dieses Gehirn!