Themen-Spezial

Playlist

Themen-Spezial

Fakten über das Gesicht - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 4 Staffel 1

Ein genaues Rezept für das schönste Gesicht gibt es nicht, aber Forscher haben hierzu bereits Erstaunliches herausgefunden. So beeinflussen Proportionen und Mimik unsere Wirkung auf andere Menschen.

19.09.2016 14:20 | 5:22 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Über Mimik und Attraktivität

Das Gesicht – ein Spiegel unserer Gefühle

Ein kurzer Augenblick genügt und wir wissen, ob uns ein Mensch sympathisch ist. Der Grund: unser Charakter formt unser Gesicht. Was Augen, Nase, Mund und Co. alles auszudrücken vermögen – dazu im Folgenden ein kleiner Überblick.

Mimik: Die Summe aller Muskeln

Wussten Sie eigentlich, dass Männer mit markantem Kinn als durchsetzungsfähiger und auch aggressiver gelten? Dafür verantwortlich ist das männliche Sexualhormon Testosteron. Um die 50 Muskeln verändern das Gesicht zu ständig wechselnden Ausdrücken, unserer Mimik. Die Mimik ist der Spiegel unserer Gefühle: Wut, Trauer, Angst, Ekel und Freude – alles zeichnet sich in unserem Gesicht ab. Und das meist ganz unbewusst.

Jeder Gesichtsausdruck beansprucht andere Muskeln. Ein einfaches Lächeln ist viel weniger anstrengend als ein Miesepeter-Gesicht. Denn um ernst zu schauen, brauchen wir zwei Gesichtsmuskeln. Der eine sitzt auf der Stirn: Der Corrugator zieht die Augen zusammen und der Triangularis die Mundwinkel nach unten.

Schlecht gelaunt zu sein ist richtig anstrengend für unser Gesicht: Für die A...
Schlecht gelaunt zu sein ist richtig anstrengend für unser Gesicht: Für die Abbildung dieses Gefühls müssen nämlich mindestens zwei Muskeln im Gesicht aktiv werden © coldwaterman - Fotolia

Für ein einfaches Lächeln dagegen brauchen wir nur einen Muskel: Der Jochbeinmuskel zieht die Mundwinkel nach oben. Soll unser Gesicht so richtig strahlen, müssen wir noch einen zweiten Gesichtsmuskel aktivieren: den Augenringmuskel. Er zieht beim Lachen die Augen zusammen. An ihm erkennen wir, ob sich jemand wirklich freut, uns zu sehen, oder nur so tut als ob. Denn ein echtes Lächeln zieht nicht bloß die Mundwinkel nach oben, sondern auch die Wangen. So entstehen die sogenannten Lachfältchen. Bei einem falschen Lächeln sind die Muskeln rund um die Augen nicht aktiv.

Mikromimik im Gesicht verrät alles

Manche Menschen scheinen ihre Mimik absolut unter Kontrolle zu haben. Für Pokerspieler ist das besonders wichtig, deshalb spricht man vom Pokerface. Doch auch wer seine Emotionen noch so gut verbirgt: Für den Bruchteil einer Sekunde verrät das Gesicht alles – mit einer zuckenden Augenbraue oder einem flatternden Lid. Diese sogenannte Mikromimik dauert oft lediglich 0,05 Sekunden. Es gibt Naturtalente, die sie trotzdem sehen und richtig interpretieren. Menschen mit dieser Begabung sind aber selten: Nur 3 von 1.000 Menschen können das.

Attraktivität – auch eine Frage des Gesichtes

Das Gesicht spielt bei der Bewertung der Attraktivität die größte Rolle. Als schön gelten bei uns ein schmales Gesicht, makellose Haut, volle Lippen, große Augen und eine schmale Nase – egal, ob bei Mann oder Frau.

Und was nicht passt, wird oft passend gemacht: Schätzungsweise 50.000 Menschen lassen sich in Deutschland jedes Jahr im Gesicht operieren. Faltenbekämpfung steht bei Frau und sogar bei Mann an erster Stelle. Besonders die Augenlidstraffung. Danach folgt übrigens die Nase. Denn Symmetrie ist schön – auch im Gesicht. Wissenschaftler haben festgestellt: Teilt man bei schönen Menschen das Gesicht vertikal in zwei Hälften, verläuft die Symmetrieachse fast immer GENAU durch die Nasenmitte, die Mitte des Mundes und zwischen beiden Schneidezähnen. Die Pupillen liegen oft vertikal mit den Mundwinkeln auf einer Linie.

Symmetrische Gesichter gelten als besonders schön.
Symmetrische Gesichter gelten als besonders schön. © nandyphotos - Fotolia

Trotzdem ist kein Gesicht absolut spiegelgleich. Jede Gesichtshälfte ist anders. Verdoppeln wir unsere rechte Gesichtshälfte oder auch die linke, entstehen zwei vollkommen verschiedene Gesichter, die wie von verschiedenen Menschen aussehen.

Suchen wir nach der großen Liebe, scannen wir übrigens unsere Umwelt nicht nur nach Menschen mit symmetrischen Gesichtern. Wir suchen außerdem nach Partnern, die uns ähnlich sehen, vergleichbare Proportionen haben. Forscher haben die Formel für das perfekte Frauengesicht ermittelt: der Augen-Abstand beträgt genau 46 Prozent der Entfernung von einer Schläfe zur anderen. Und: Die Distanz von der Pupille zum Mund beträgt 36 Prozent der Entfernung vom Haaransatz zum Kinn. Aber keine Sorge: Wer sein Gesicht in dieser Formel nicht wiederfindet, ist deshalb nicht gleich hässlich. Die Formel gibt schließlich nur einen Durchschnittswert wieder. Und wer will schon durchschnittlich sein?!

Fazit: Mit dem Gesicht lässt sich mehr ausdrücken, als vielen bewusst ist. Mithilfe von Augen, Nase, Mund, Brauen und Co. "sprechen" wir über unsere Gefühle und Gedanken, ohne ein einziges Wort zu sagen. Die Mimik macht's möglich. Mit den Gesichtsmuskeln steuern wir nicht nur unser Lachen, sondern bringen auch andere Emotionen zum Ausdruck. Manchmal dauern diese Muskelbewegungen bloß Bruchteile einer Sekunde – für die meisten kaum wahrnehmbar. Was viele im Gesicht anderer jedoch sehr wohl ablesen können, ist ihre Attraktivität. Bestimmte Schönheitsmerkmale wie volle Lippen und große Augen befinden sich im Gesicht und sind nicht zu übersehen. Außerdem gelten symmetrische Gesichter als besonders schön.

Neuigkeiten und Infos