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Sprungtechnik Mensch/Tier - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 49 Staffel 1

Der Vergleich der Sprungtechnik von Mensch und Tier bringt Erstaunliches zutage. Ein Athlet versucht, im menschlichen Maßstab spektakuläre Sprünge zu vollbringen, die für manche Tiere völlig normal sind.

12.12.2016 15:26 | 4:33 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Vergleich der Sprungtechnik: Mensch – Tier

Eine Blumenwiese ist die Heimat unzähliger kleinster Lebewesen. Doch wussten Sie, dass Insekten wahre Hochleistungssportler sind? Ein Vergleich der Sprungtechnik von Mensch und Tier lohnt sich, denn im Vergleich zu uns Zweibeinern sind zum Beispiel Heuschrecken echte Weitspringer.

Experiment und Vergleich: Sprungtechnik von Mensch und Tier

Dass Heuschrecken weit hüpfen können, dürfte spätestens seit "Biene Maja" jedem klar sein. Sie beeindrucken durch ihre enorme Sprungkraft – zielsicher landen sie am Stängel. Wir vergrößern die Makrowelt auf unseren Maßstab und wollen herausfinden: Aus welcher Entfernung kann ein Mensch so zielgenau wie eine Heuschrecke an eine Stange springen und sich dran festhalten?

Zum Vergleich der Sprungkraft zwischen Mensch und Tier schauen wir uns zunächst die Heuschrecke an: Über 25.000 verschiedene Arten gibt es weltweit. Eine Eigenschaft, die alle gemein haben: ihre gewaltige Sprungkraft. Hüpfer von einem Meter, also dem Dreißigfachen ihrer Körperlänge, sind kein Problem für eine Heuschrecke. Und dabei schaffen es diese Sprungkünstler auch noch zielsicher an einem Halm zu landen.

Heuschrecke hängt an einem Grashalm
An jedem noch so dünnen Halm kann sich eine Heuschrecke nach einem präzisen Sprung festhalten.

Das Dreißigfache der eigenen Körperlänge weit springen – für einen Menschen kaum möglich. Aus welcher Entfernung kann unsere menschliche Heuschrecke, Pakourer und Trampolinspringer Andreas Ruby, so zielgenau landen wie das Insekt? Zum Vergleich der Sprungtechnik zwischen Mensch und Tier haben wir einen Grashalm in entsprechendem Format aufgebaut. Er sieht solide aus, hat aber ein wenig Spiel, denn so ein normaler Stängel bewegt sich ja auch. Vier Meter hoch und stabil genug, um Gewicht und Aufprallenergie einer Heuschrecke in Menschenformat auszuhalten.

1. Versuch im Experiment

Andi will sich langsam rantasten – der erste Versuch deshalb aus eineinhalb Metern. Parkourer Ruby hat Bedenken: "Okay, es wird schwierig sich dann richtig dran zu halten. Also treffen, das kriege ich hin, aber das Halten dann." Nach dem Vorbild der Heuschrecke versucht Andi, mit Beinen und Armen gleichzeitig an die Stange zu kommen. So hat er besseren Halt und kann die Aufprallenergie leichter abfangen.

Der Sprungmeister ist überrascht – auf die Frage des Reporters, ob es gut geklappt hätte, antwortet er: "Ja, überraschend gut eigentlich. Ich habe mich ein paar Mal rumgedreht. Das hab ich so nicht erwartet, aber ja." Und wie hat das Festhalten geklappt? "Das Greifen war okay. Also davor, wo ich Angst hatte, der Druck, dass ich das nicht mehr halten kann, das war gar nicht so schlimm jetzt." Na dann: nächster Versuch.

2. Versuch im Vergleich der Sprungtechnik zwischen Mensch und Tier

Wir vergrößern den Abstand – auf das Dreifache von Andis Körpergröße. Der Parkourer hat Respekt: "Ja, das ist jetzt schon noch mal ordentlich weiter, auf alle Fälle." Durch den weiteren Sprung baut Andi mehr Geschwindigkeit auf. Die Aufprallenergie ist so wesentlich höher – zu hoch. Andi scheitert im ersten Anlauf, versucht es aber gleich noch einmal. Jetzt hat alles gepasst, oder? Der Parkourer: "Also das war jetzt richtig Druck, das war jetzt Limit. Mehr könnte ich nicht mehr halten. Das war jetzt dreifache Körperlänge von mir. Die Heuschrecke macht zehnmal weiter noch. Krass, also absolut Respekt, das schaffe ich nicht."

Das Dreifache der eigenen Körpergröße weit springen und dann punktgenau landen – für einen Menschen eine tolle Leistung. Doch im Vergleich der Sprungtechnik von Mensch und Tier ist klar: Die Heuschrecke ist durch ihren Körperbau im Vorteil. Nicht nur, dass sie zwei Beine mehr hat, an ihren Beinen hat sie außerdem Widerhaken und Haftpolster. Die sorgen für guten Gripp und federn bei der Landung die Aufprallenergie ab.

Weitspringer im Sprung
Springen können auch wir Menschen, doch weder so weit wie eine Heuschrecke noch so präzise in der Landung. © Wong Hock Weng - Fotolia

Fazit: Wir Zweibeiner sind Tieren in vielerlei Hinsicht voraus. Doch nicht immer, wie der Vergleich zeigt. Die Sprungtechnik von Mensch und Tier ist nämlich unterschiedlich gut entwickelt. Stellt man die Qualitäten von Heuschrecke und Zweibeiner hier gegenüber, wird schnell klar: Das Insekt hat eindeutig die Nase vorn. Das bis zu Dreißigfache seiner eigenen Größe schafft es mit Leichtigkeit und kann sich am Zielobjekt zudem locker festhalten. Körperbau und Widerhaken an den Beinen machen es möglich. Der Mensch schafft das nicht.

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