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Fakten über den Bauch - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 6 Staffel 1

Wir nennen ihn Plautze, Ranzen, Wampe oder Sixpack. Für Mediziner heißt er Abdomen. Besser bekannt ist er als Bauch. Wussten Sie eigentlich, dass der Bauch über Botenstoffe mit unserem Gehirn kommuniziert?

11.10.2016 15:24 | 4:52 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Bierbauch, Bauchgefühl und Co.

Alles über den Bauch: Formen, Funktionen und Redewendungen

Wir nennen ihn Plauze, Ranzen, Wampe oder Sixpack. Für Mediziner heißt er Abdomen. Besser bekannt ist er als Bauch. Wussten Sie eigentlich, dass der Bauch über Botenstoffe mit unserem Gehirn kommuniziert?! Das und mehr Wissenswertes über die Körpermitte erfahren Sie hier.

Wichtige Organe und Funktionen

Der Bauch reicht von der Brustbeinspitze bis zum Leistenband und teilt sich auf in Ober-, Mittel- und Unterbauch. Im Bauch liegen einige überlebenswichtige Organe wie Leber, Magen, Bauchspeicheldrüse, Dünn- und Dickdarm. Allein der Darm schlängelt sich meterlang durch den Bauch. Bei Erwachsenen hat er eine Gesamtlänge von ganzen acht Metern.

Durch den Bauch eines Durchschnitts-Europäers wandern im Laufe des Lebens etwa 30 Tonnen Kartoffeln, 25 Tonnen Brot, 18 Tonnen Fleisch, 15 Tonnen Gemüse, 10 Tonnen Obst, 5 Tonnen Fisch, 160 Kilo Schokolade, 7.300 Eier und 84 Kilo Salz – außerdem rund 25.000 Liter Getränke. All das landet zunächst im Magen. Dort haben die Lebensmittel eine unterschiedliche Aufenthaltsdauer: Fettes Fleisch oder Ölsardinen können schon mal acht Stunden brauchen, bis sie zersetzt sind – bei Flüssigkeiten dauert das nur wenige Minuten.

Für die Verdauung verantwortlich sind die 35 Millionen Drüsen der Magenschleimhaut. Sie produzieren täglich bis zu zwei Liter Magensaft. Zwei Kilo Bakterien sorgen dann im Darm dafür, dass das Essen zersetzt wird. Im Laufe unseres Lebens verdauen wir so das 500-fache unseres eigenen Körpergewichts.

Ein Bierbauch kommt vom Bier? Wohl kaum! Eher sind meist eine insgesamt falsc...
Ein Bierbauch kommt vom Bier? Wohl kaum! Eher sind meist eine insgesamt falsche Ernährung und wenig Sport schuld an der Plautze. © SENTELLO - Fotolia

Mythos "Bierbauch"

Vor allem bei Männern wird aus dem Bauch manchmal ein Bierbauch. Aber alle Biertrinker können aufatmen: Dass am Bierbauch ausschließlich zu viel Bier schuld sein soll, ist ein Gerücht. Eine Studie des Londoner University College hat gezeigt: Der Bierkonsum bei Männern hat keine direkte Auswirkung auf ihren Bauch. Frauen, die ab und zu ein Bier trinken, sind oft sogar dünner als diejenigen, die ganz darauf verzichten. Denn der Gerstensaft hat weniger Kalorien als viele Fruchtsäfte. Bier allein macht also keinen dicken Bauch. Schuld sind falsche Ernährung und ein Mangel an Bewegung.

Verschiedene Bauch-"Formen"

Unser Bauch kann viele Formen haben: von Rettungsring- über Blähbauch bis hin zum Stressbauch. Am beliebtesten: das Sixpack. Erste Voraussetzung dafür ist hartes Training des sogenannten „geraden Bauchmuskels“. Doch das allein reicht nicht aus, denn ob man überhaupt ein Sixpack bekommen kann, hängt von der Anzahl der Sehnen ab, die horizontal über den Muskel verlaufen. Sie teilen ihn in die einzelnen Packs. Einige Menschen haben gar keine Sehnen – sie können auch durch noch so hartes Training kein Sixpack bekommen. Hat man zwei Sehnen, kann sich ein Sixpack formen. Hat man vier Sehnen, kann man sich sogar ein Ten-Pack antrainieren.

Eine weitere Voraussetzung für den Waschbrettbauch: der Körperfettanteil darf maximal 12 Prozent betragen. Normalerweise liegt der bei Frauen bei 25 und bei Männern bei 15 Prozent.

Das Bauchgefühl

Wir haben wohl alle schon mal darauf vertraut: auf unser Bauchgefühl. Und das ist auch gut so, denn laut einer Untersuchung hat es fast immer Recht. Bei einer Frage mit mehreren Antwortmöglichkeiten sollten wir immer die wählen, die uns bekannt vorkommt. Auch wenn man unsicher ist, liegt man damit in 90 Prozent der Fälle richtig. Dieses Bauchgefühl ist nichts anderes als Intuition. Während wir Deutschen es im Bauch empfinden, schreibt es der Franzose dem Herz zu. Der Spanier hat keinen bestimmten Ort für das unbewusste Wissen – er nennt es einfach Intuition.

"Schmetterlinge im Bauch"

Ein Gefühl ist weltweit dasselbe: die berühmten Schmetterlinge im Bauch. Unser Magen-Darm-System hat die gleiche Anzahl Nervenzellen wie unser Gehirn, wir sprechen deshalb auch vom „Bauchgehirn“. Wenn wir verliebt sind, herrscht auf den Nervenbahnen Hochbetrieb. Die vielen Botenstoffe und Sinnesreize, die in der Phase der Verliebtheit im Körper unterwegs sind, werden als elektrisches Signal übermittelt – sie sorgen für das aufregende Kribbeln im Bauch.

Verliebte kennen das Gefühl nur allzu gut – Schmetterlinge im Bauch.
Verliebte kennen das Gefühl nur allzu gut – Schmetterlinge im Bauch. © detailblick-foto - Fotolia

Fazit: Der Bauch ist ein Körperteil, das wesentlich komplexer ist, als viele sich bewusst sind. Nicht nur äußerlich sieht er bei jedem anders aus, auch im Inneren spielt sich eine Menge ab. Denn hier kommt alles an, was wir zu uns nehmen und später verdauen. Der Bauch ist also das Zuhause vieler verschiedener Organe – von Magen und Leber bis hin zum Darm. Was viele hingegen gut kennen: Begriffe wie Bierbauch, Bauchgefühl und Schmetterlinge im Bauch. Während eine dicke Plauze durch zu viel Gerstensaft eher Mythos als Wahrheit, ist am sogenannten Bauchgefühl tatsächlich etwas dran. Gemeint ist hier die Intuition, mit der man fast immer richtig liegt. Schmetterlinge im Bauch kennt ebenfalls fast jeder – ein Kribbeln, das wohl schönste Gefühl, das wir im Bauch spüren können.

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