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Fakten über den Rücken - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 8 Staffel 1

Er trägt uns und wir ihn - durch unser ganzes Leben. Er lässt uns aufrecht gehen. Hinter ihm reden - mögen wir nicht. Ihn stärken dagegen schon. Der menschliche Rücken.

26.10.2016 16:23 | 5:25 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Perfekte Kombi aus Wirbeln und Muskeln

Der Rücken: Funktionen, Aufbau und Beschwerden

Er trägt uns und wir ihn – durch unser ganzes Leben: der Rücken. Er lässt uns aufrecht gehen. Hinter ihm reden, das mögen wir nicht, ihn stärken dagegen schon. Wofür unsere Rückseite sonst noch gut ist, erfahren Sie hier.

Aufbau des Rückens

Wussten Sie eigentlich, dass der Rücken lateinisch auch "dorsum" genannt wird?! Er ist der hintere Teil des Körpers und erstreckt sich vom Nacken bis zum Po-Ansatz. Flexibel und stabil, bewegungsfreudig und knallhart – unser Rücken ist meisterhaft gebaut und sensibel wie ein Kartenhaus.

Mittig liegt elegant und schlangenförmig die Wirbelsäule. Sie besteht aus Kreuzbein, Steißbein und 24 beweglichen Wirbeln. Diese Knochenelemente sind in Leichtbauweise konstruiert: Nur das Äußere der Wirbel besteht aus kompakter Knochenmasse. Ihre innere Struktur dagegen ist schwammartig. Über 300 Muskeln und zahlreiche Bänder halten das Rückensystem beweglich und zusammen. Die Wirbelsäule ist der stabilste Teil des menschlichen Körpers. Was wir sehen, wenn wir uns nach vorn beugen, sind die Dornfortsätze, Teile der Wirbel. Sie helfen dabei, die Muskeln zu bewegen. Die Wirbelsäule liegt, von der Seite betrachtet, ziemlich weit hinten und verläuft nicht durch die Mitte unseres Körpers. Deshalb müssten wir eigentlich nach vornüberkippen.

Warum fallen wir aber nicht um, sondern können aufrecht gehen? Dafür haben wir unsere Rückenmuskeln. Die, die man nicht sieht, müssen die meiste Arbeit leisten: die Tiefenmuskulatur an der Wirbelsäule. Würde man das Ganze mit einem Schiffsmast vergleichen – sähe es so aus: Der Rückenaufrichtemuskel läuft entlang der Wirbelsäule in langen Muskelzügen vom Becken bis zum Kopf, der Schiffsmast sozusagen. Die anderen Muskelgruppen umspannen die einzelnen Wirbel. Sie sind quasi das Schiffssegel und spannen den Rücken regelrecht auf.

Nun zu den Muskeln, die man sieht. Der breite Rückenmuskel ist der flächenmäßig größte Muskel im Körper. Er liegt jeweils seitlich der Wirbelsäule und erlaubt Seitwärtsneigungen des Oberkörpers. Darüber hinaus unterstützt er Armbewegungen. Spürbar ist der Muskel zum Beispiel bei Klimmzügen. Ein weiterer wichtiger Rückenmuskel ist der Trapezmuskel. Seine dreieckige Form ähnelt einer herabhängenden Kapuze. Ihn brauchen wir, wenn wir den Kopf, die Schultern oder Oberarme drehen oder heben.

Der Rücken und seine Funktionen

Wer gut trainierte Rückenmuskeln hat, hat auch einen guten, aufrechten Gang, der so wichtig für uns ist – nicht jedem ist das bewusst. Denn sieben Jahre seines Lebens verbringt der durchschnittliche Mensch im Sitzen auf einem Bürostuhl. Obwohl der Rücken uns täglich 30 Kilometer lang tragen könnte, läuft der Mensch nur fünf Kilometer pro Tag, Büroangestellte noch viel weniger. Ein echtes Problem, denn wer sich nicht bewegt, hat zu schwache Muskeln. Die Folge: Verspannungen, Hexenschuss, im schlimmsten Fall kommt es zum Bandscheibenvorfall.

Aber was ist überhaupt eine Bandscheibe? Dabei handelt es sich um flexible, knorplige Verbindungen zwischen den Wirbeln. Wie ein Kissen liegen sie dazwischen. 23 Bandscheiben besitzt der Mensch und die bestehen zum Großteil aus Flüssigkeit. Daher ist es gut, bei Rückenbeschwerden viel zu trinken.

Was kaum einer weiß: Rückenschmerzen lassen sich oftmals schon durch eine aus...
Was kaum einer weiß: Rückenschmerzen lassen sich oftmals schon durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr lindern oder beheben. © Africa Studio - Fotolia

Über den Tag gesehen müssen die Bandscheiben eine Menge aushalten: Als Puffer federn sie Erschütterungen ab und gleichen einseitige Belastungen aus. Unsere Lendenwirbelsäule hält den Druck von bis zu 1,5 Tonnen aus – das entspricht einem Mittelklassewagen. Wer einen Wasserkasten „rückenfeindlich“ hebt, also mit gestreckten Beinen und gebeugtem Oberkörper, belastet seine Rücken-Puffer mit einem Druck von 23 bar. Zum Vergleich: In einem Pkw-Reifen herrscht ein Druck von etwa 2 bar. Heben Sie hingegen mit geradem Rücken und angespannten Bauchmuskeln, reduzieren Sie den Druck, der auf den Bandscheiben lastet, um bis zu 50 Prozent. Übrigens: Entspanntes Stehen drückt mit 5 bar auf den Rücken.

Volksleiden Rückenschmerzen

"Auch ein schöner Rücken kann entzücken" – diesen Anblick wünschen sich wohl viele. Doch vielen Menschen macht ihre Rückseite auch Probleme. Frauen leiden öfter als Männer unter Rückenschmerzen. Ein Grund sind Schuhe mit hohen Absätzen – die belasten die Lendenwirbelsäule. Aber auch Staubsaugen sowie Schwangerschaft und Geburt sind einer britischen Studie zufolge Gründe dafür. Ganz neue Untersuchungen besagen, dass auch Stress zu Rückenschäden führen kann – ganz nach dem Motto "Ist das Leben zu schwer, bricht es dir das Rückgrat." Daher sollten wir viele Sachen öfter auf die leichte Schulter nehmen.

Schön anzusehen, aber schlecht für den Rücken: Schuhe mit hohen Absätzen.
Schön anzusehen, aber schlecht für den Rücken: Schuhe mit hohen Absätzen. © tobago77 - Fotolia

Fazit: Der Rücken ist das Gegenstück zum Bauch – und ebenso wichtig, denn er sorgt dafür, dass wir uns aufrecht halten, fortbewegen und Dinge heben können. Für Stabilität in unserer Rückseite sind vor allem die Rückenmuskeln, die von unserer Wirbelsäule gehalten werden, zuständig. Sind sie gut trainiert, sorgt das für eine gute Haltung. Viel Bewegung ist dafür das A und O. Doch Vorsicht vor falschem Training oder unbedachten Bewegungen: Denn schnell kann es dabei zu Rückenverletzungen kommen. Wer oft Rückenschmerzen hat, sollte mal einen Blick in den Schuhschrank werfen: Vor allem Frauen, die oft hohe Schuhe tragen, haben damit nämlich zu kämpfen.