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Fakten über die Sinne - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 98 Staffel 1

Die Sinne sind unser Tor zur Welt, denn ohne sie würden wir nicht hören, sehen, riechen, schmecken oder fühlen. Mit unseren Sinneseindrücken nehmen wir eine erstaunliche Fülle an Informationen auf.

12.12.2016 12:39 | 5:16 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

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Über diese Sinne verfügt der Mensch

Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken – das sind die klassischen fünf Sinne des Menschen. Sie verarbeiten Reize aus der Umwelt und dienen der Wahrnehmung. Denn alle Eindrücke verwandelt das Gehirn durch die Sinnesorgane zu einem großen Gesamtbild.

Mit dem Sehsinn mehr als nur Hell und Dunkel unterscheiden

Dank der menschlichen Sinne muss der Mensch zum Glück nicht „schwarzsehen“. Der Sehsinn nimmt nämlich jede Sekunde mehrere Milliarden Lichtsignale auf – seien sie noch so schwach. So kann der Mensch in einer klaren Nacht eine Kerze in 50 Kilometer Entfernung erkennen.

Die Augen können dabei nicht nur zwischen Hell und Dunkel unterscheiden, sondern auch Farben sehen – und dass in bis zu 20.000 verschiedenen Abstufungen. Menschen, die vielfarbsichtig sind, sogenannte „Tetrachromaten“, können durch eine Genmutation sogar unglaubliche 99 Millionen Farbabstufungen sehen. Im Übrigen sehen die Augen zwar, aber erst das Gehirn verarbeitet das, was man sieht, zu einer Information.

Die Augen sind für die visuelle Wahrnehmung zuständig.
Die Augen sind für die visuelle Wahrnehmung zuständig.

Durch den Hörsinn Emotionen erkennen

Der Mensch verfügt aber auch über weitere Sinne: Das Ohr kann zwischen 340.000 verschiedenen Tönen unterscheiden. Und das Hören ist eine sehr sensible Angelegenheit. In stiller Umgebung kann das Ticken einer Uhr aus 6 Kilometer Entfernung gehört werden. Darüber hinaus erkennt das Gehör innerhalb weniger Millionstelsekunden, aus welcher Richtung ein Ton kommt.

Das Ohr nimmt akustische Signale in Form von Schallwellen auf. Das Gehirn macht anschließend daraus Geräusche, Töne oder Melodien. Auch Sprache hat eine ganz eigene Melodie. Daran, wie ein Mensch spricht, kann man erfassen, in welcher Stimmung er ist. Dabei erkennen Frauen 550 Millisekunden schneller als Männer, welche Emotion sich in einer Aussage versteckt.

Geräusche nehmen Menschen mit ihren Ohren über Schallwellen wahr.
Geräusche nehmen Menschen mit ihren Ohren über Schallwellen wahr.

Haptische Wahrnehmung durch den Tastsinn

Nummer drei der menschlichen Sinne: der Tastsinn. Durch ihn kann der Mensch beispielsweise die Luftbewegung spüren, die der Flügelschlag einer Biene auslöst – und das aus einem Zentimeter Entfernung. Beim Tasten kommt das größte Sinnesorgan zum Einsatz: die Haut. Rezeptoren in der Haut registrieren Druck, Kitzel, Vibration, Temperatur und Schmerz. So spürt der Mensch nicht nur den Aufprall von Wassertropfen auf der Haut, sondern er weiß auch, welche Temperatur sie haben. Für einige Forscher ist das „Erfühlen“ der Temperatur sogar ein eigener Sinn.

Die berührungsempfindlichsten Stellen des menschlichen Körpers sind die Hände und der Mund. Nicht nur dort sind Berührungen wichtig: Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die häufiger gestreichelt werden, länger leben. Der Grund: Beim Streicheln wird das sogenannte „Bindungshormon“ Oxytocin ausgeschüttet. Es hilft beim Stressabbau und ist somit gut für die Gesundheit. Der Tastsinn ist übrigens nicht nur der erste der klassischen fünf Sinne, die ein Mensch entwickelt, sondern auch der Letzte, den er verliert.

Geruchssinn: Riechen mit Gefühl

Zu den klassischen fünf Sinnen gehört auch der Geruchssinn. Dieser ist ständig aktiv. Pro Minute nimmt der Mensch bis zu 15 verschiedene Gerüche wahr. So kann er zum Beispiel einen Spritzer Parfum erriechen, der in einer 3-Zimmer-Wohnung versprüht wurde – und zwar egal, wo er sich in der Wohnung befindet. Bis zu 10.000 verschiedene Gerüche kann der Mensch insgesamt unterscheiden.

Jeder Geruch wird im Gehirn mit einer bestimmten Erinnerung und einem Gefühl verknüpft. Ob ein Geruch gefällt oder nicht, hängt stark davon ab, wie man sich fühlt, wenn man ihn das erste Mal riecht. Deshalb gibt es keinen Geruch, der weltweit als gut befunden wird. Was für den einen stinkt, kann für andere gut riechen. Bei den Massai wird der Geruch von Mist beispielsweise positiv bewertet. Der Grund: Wer hier nach Mist riecht, hat vermutlich viel Vieh und ist damit wohlhabend.

Ob und wie etwas schmeckt, verrät die menschliche Zunge.
Ob und wie etwas schmeckt, verrät die menschliche Zunge.

Über Rezeptoren schmecken

Der Fünfte der klassischen Sinne: das Schmecken. Der Mensch ist ein Feinschmecker: die Zunge kann nicht nur zwischen den klassischen Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter unterscheiden, sondern auch „umami“ – also herzhaft. Forscher haben herausgefunden, dass es sogar einen Rezeptor für „fettig“ gibt. Übrigens: Wenn Menschen zu viel gegessen haben, hören und riechen sie nicht mehr so gut.

Fazit: Jeder der fünf Sinne ist einzigartig. Doch erst das Zusammenspiel aller Sinne ermöglicht es dem Menschen, die Welt so wahrzunehmen, wie sie ist.