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Fakten über die Air Force One - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 38 Staffel 1

Das Flugzeug des US-Präsidenten ist die Air Force One, um die sich viele Mythen ranken. Das Flugzeug ist dafür gebaut, das Staatsoberhaupt vor Gefahren jeder Art zu schützen - und hat dafür beeindruckende Technik an Bord.

07.10.2016 11:47 | 5:21 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Die fliegende Festung

"Air Force One": Das Superflugzeug des mächtigsten Mannes der Welt

Es gilt als das sicherste Flugzeug der Welt: "Air Force One" – das Superflugzeug, das extra für das mächtigste Staatsoberhaupt der Welt konstruiert wurde. Wussten Sie eigentlich, dass sich um kein anderes Flugzeug so viele Mythen ranken wie um die US-amerikanische Präsidentenmaschine?! Aber welche davon sind wirklich wahr?

"Air Force One" – Die Basics

Bei der "Air Force One" handelt es sich im Grunde genommen um ein reguläres Passagierflugzeug des Typs Boeing 747-200B aus dem Jahr 1986, das für die speziellen Bedürfnisse seines wichtigen Passagiers aufwändig umgebaut wurde. Maximale Reisegeschwindigkeit: 1.114 Kilometer pro Stunde.

Der Name "Air Force One" ist aber immer nur das Rufzeichen des Air Force-Flugzeugs, mit dem der Präsident oder die Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika auf Reisen geht. Sitzt etwa der Vizepräsident/die Vizepräsidentin in der Maschine, lautet die Bezeichnung "Air Force Two". Andersherum wird auch jedes andere Flugzeug sofort zur Präsidentenmaschine, sobald das Staatsoberhaupt an Bord geht. Das Gleiche gilt für Hubschrauber: Besteigt der Präsident/die Präsidentin einen Hubschrauber der US Marines, wird dieser zu "Marine One", ein Flugzeug der Navy wird zur "Navy One" und sollte sich die mächtigste Person der Welt zur Abwechslung in ein ziviles Luftfahrzeug verirren, heißt dieses automatisch "Executive One".

Doch nur um das "Original" ranken sich derart viele Mythen. Die wichtigsten davon haben wir für Sie zusammengestellt.

Um kaum ein anderes Flugzeug ranken sich so viele Mythen wie um die "Air...
Um kaum ein anderes Flugzeug ranken sich so viele Mythen wie um die "Air Force One".

Mythos 1: Angeblich kann die Präsidentenmaschine unendlich weit fliegen

Ein Sonderumbau soll es ermöglichen, dass das Staatsoberhaupt der USA im Notfall von jedem Ort der Welt ohne Zwischenstopp zurück nach Washington fliegen kann. Doch wie soll das funktionieren? Schließlich sind die Treibstofftanks in einem Passagierflugzeug in den Tragflächen verbaut, die Kerosinmenge ist daher limitiert, so auch bei "Air Force One".

"Man geht davon aus, dass auf der 'Air Force One' zwei oder mehr zusätzliche Tanks eingebaut sind, die die Reichweite reichlich erhöhen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie in den Frachträumen verbaut sind", erklärt Joachim Springstübe, seines Zeichens Flugingenieur. Außerdem ist die Boeing 747 so umgebaut, dass sie im Flug betankt werden kann und verfügt daher tatsächlich über eine quasi unbeschränkte Reichweite.

Mythos 2: "Air Force One" würde sogar eine Kernwaffenexplosion überstehen

Die "Air Force One" gilt als "Atombunker in der Luft". Eine Kernwaffenexplosion und dadurch auftretende elektromagnetische Impulse zerstören eigentlich sofort jede Elektronik an Bord, doch nicht bei der Präsidentenmaschine. "Die 'Air Force One' wirkt wie ein faradayscher Käfig, die Strahlen kommen da nicht durch. Außerdem ist die ganze Verkabelung aus Glasfasern, sodass die elektromagnetischen Strahlen diesem Flugzeug nichts anhaben können.", so Springstübe. Eine spezielle Außenhaut umgibt das Flugzeug wie ein Schutzmantel.

Auch gegen Angriffe mit hitzesuchenden Boden-Luft- oder Luft-Luft-Raketen ist die Präsidentenmaschine übrigens gut gewappnet. So wurde das Flugzeug mit insgesamt fünf Abwehranlagen gegen infrarotgesteuerte Raketen ausgerüstet.

Hier sollen mindestens zwei der Infrarotabwehranlagen montiert sein.
Hier sollen mindestens zwei der Infrarotabwehranlagen montiert sein.

Mythos 3: An Bord befindet sich eine eigene Krankenstation mit Operationssaal

Bei jedem Flug der "Air Force One" ist ein Arzt dabei – nicht gerade ungewöhnlich. Aber was, wenn es richtig ernst wird und das Leben des Staatschefs auf dem Spiel steht? Kann in 10.000 Metern Höhe auch eine Notoperation durchgeführt werden? "In der 'Air Force One' ist das möglich, es gibt einen Raum, den man zu einem medizinischen Raum umbauen kann, inklusive Operationstisch, und ein Arzt ist immer an Bord, der also im Notfall eine Operation durchführen könnte. Es sind sogar extra noch Sauerstoffflaschen an Bord, die nur für diesen medizinischen Zweck vorgesehen sind", erklärt Flugingenieur Springstübe.

Mythos 4: "Air Force One" kann binnen weniger Minuten zwei Abfangjäger zu Hilfe rufen

Eine ständige Gefahr: Terror-Angriffe. So gut die Boeing 747 auch ausgerüstet ist – sie hat eine entscheidende Schwachstelle: Bei Beschuss kann die Maschine nicht selbst angreifen. Droht in der Luft unmittelbare Gefahr, soll die Präsidentenmaschine binnen weniger Minuten Unterstützung von zwei Abfangjägern bekommen. Stimmt das?

"Nein, genaugenommen ist es sogar eher unüblich, dass 'Air Force One' von Abfangjägern begleitet wird", erklärt Kenneth Walsh, leitender Korrespondent des Weißen Hauses für "U.S. News" und "World Report". Und das hat einen ganz speziellen Grund: "Es gilt als zu risikoreich, mit Abfangjägern durch den hochfrequentierten amerikanischen Luftraum zu fliegen. Jedweder etwaige Sicherheitsvorteil wird durch die Sorge um mögliche Risiken für die zivile Luftfahrt überwogen."

So luxuriös reist der Präsident

Nicht nur der Mythos "Air Force One" ist groß, sondern auch das tatsächliche Innenleben der Präsidentenmaschine. Auf knapp 400 Quadratmetern – verteilt auf drei Etagen – verfügt die Boeing 747 unter anderem über eine riesige Suite für den Präsidenten mit insgesamt zwei Schlafzimmern, einem Badezimmer und einem Büro im vorderen Unterteil. Die beiden Bordküchen des Flugzeugs können bis zu 100 Personen gleichzeitig versorgen.

Doch das ist noch lange nicht alles. Im Bauch der "AF 1" finden sich auch eine Krankenstation und Konferenzräume. Im hinteren Teil und auf der zweiten Etage gibt es Passagierkabinen für bis zu 70 Mitreisende und die 23 Besatzungsmitglieder. Auch eine gut ausgerüstete Kommunikationszentrale auf dem Oberdeck darf nicht fehlen. Die "Air Force One" kann durch sie bei Bedarf zu einer kompletten militärischen Operationsbasis werden.

Fazit: Die "Air Force One" ist eines der bekanntesten Flugzeuge überhaupt. Zahllose Mythen ranken sich um die Präsidentenmaschine. Viele davon stellen sich bei genauer Betrachtung tatsächlich als wahr heraus. Doch die Boeing ist nicht nur eine fliegende Kommandobasis, sondern auch das bestausgestattete und sicherste Flugzeug der Welt.