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Fakten über das Stadion - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 39 Staffel 1

Wussten Sie eigentlich, wie viel Technik in einem Fußballstadion steckt? Undefinierbare Maschinen. Schläuche im Rasen. Schwebende Gerüste. Überdimensionale Ventilatoren.

26.10.2016 16:21 | 5:08 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Stadion: So viel Arbeit steckt in einer Arena

Ohne Stadion kein sportliches Großevent wie die Fußball-WM oder Olympische Spiele – so viel ist klar. Doch wussten Sie eigentlich, wie viel Technik in einer Arena steckt? Wir haben für Sie einen Blick ins Innere eines Fußballstadions geworfen und dabei Erstaunliches entdeckt.

Ein Stadion ist ein technisches Wunderwerk

Undefinierbare Maschinen, Schläuche im Rasen, schwebende Gerüste, überdimensionale Ventilatoren: Um herauszufinden, was diese Geräte mit einem Stadion zu tun haben, schauen wir uns im Kölner Rhein-Energie-Stadion einmal genauer um. Schon beim ersten Blick fällt uns etwas ins Auge: Warum steht dieses weiße Konstrukt auf dem Spielfeld?

600 Watt pro Lampe

Bei diesen Geschützen handelt es sich um die Rasenbeleuchtung. Ein Fußballrasen braucht besondere Pflege. Das Licht der Lampen im Stadion macht den Rasen belastungsfähiger und lässt ihn schneller wachsen – besonders wichtig für Abschnitte, die aufgrund des Dachschattens weniger Sonne bekommen. Dafür sind hier zwei Beleuchtungseinheiten mit 600 Watt pro Lampe im Einsatz. Neben den mobilen Pflanzensolarien treten auch noch mehr Geräte auf dem Spielfeld in Aktion ...

Spielfeld braucht besondere Pflege

Aber warum rammt dieses Gefährt Stäbe in den Boden? Haben wir nicht gerade noch gesehen, dass der Rasen eine Sonderbehandlung braucht? Die Antwort darauf kennt Greenkeeper Heinrich Blum. Alle paar Wochen jagt er das lautstarke Gerät mit den martialischen Zacken durchs Stadion. "Das ist der sogenannte Aerifizierer, mit den Spoons hier mache ich Löcher in den Boden", erklärt Heinrich Blum. "Das machen wir aus dem Grund, damit der Boden gelockert wird, dass da mehr Wasser reinkommt und damit das besser durchlüftet ist, also mehr Sauerstoff für den Rasen. Dadurch ist er auch so schön grün und perfekt. Und wird auch so bleiben."

Je nach Anlass bekommt die Maschine unterschiedliche Spoons. Die rammen verschieden dicke Löcher zehn Zentimeter tief in den Boden. So werden die Wurzeln besser mit Luft und Wasser versorgt. Außerdem steigt die Bodentemperatur und der Rasen kann schneller wachsen. Was also auf den ersten Blick nach Zerstörung aussieht, führt eigentlich dazu, dass die Grünfläche ebenmäßiger und belastbarer wird.

30 Kilometer Schläuche unter dem Rasen

Etwa 30 Zentimeter tief im Rasen versteckt liegt ein weiteres Rätsel. Das Geheimnis lüften kann der Herr des Rasens, Christoph Seiler: "Hier sieht man poröse Schläuche. Über diese Schläuche kann ich über Überdruck oder Unterdruck Wasser oder Luft der Rasentragschicht hinzufügen oder entziehen." 30 Kilometer Spezialschläuche liegen unter dem Rasen. Das Herzstück des Systems befindet sich in der Tiefgarage. Von hier werden per Knopfdruck Luft und Wasser durch die Rohre gepumpt. Die unterirdische Bewässerung hält den Rasen gleichmäßig feucht. Dieselben Rohre dienen auch der Belüftung; ausreichend Sauerstoff im Boden ist wichtig fürs Wachstum der Halme. Zwar gibt es auch oberirdische Bewässerungssysteme im Stadion, zur gleichmäßigen Wasserversorgung oder bei Bodenfrost ist das Unterflursystem jedoch unverzichtbar.

Befahranlage kümmert sich ums Dach

Doch nicht nur der Rasen im Stadion gibt Rätsel auf. Was fährt dort für ein seltsames Konstrukt die Dachkante entlang? Hierbei handelt es sich um eine Dachbefahranlage. Einfach aufs Dach steigen – das geht hier nämlich nicht, denn es besteht aus Polycarbon, einem empfindlichen Material, das leicht bricht. Die Lösung: eine auf zwei Schienen schwebende Befahranlage, mit der man jeden Winkel der 15.000 Quadratmeter Dachfläche erreicht. Die Dachentwässerung muss halbjährlich von Laub befreit werden, das machen die Industriekletterer auf der Dachbefahranlage.

Ventilatoren gegen Pilzbefall

Von hier oben sticht uns das nächste Rätsel ins Auge, das jedoch strombetrieben zu sein scheint. Diese Geräte sehen ja fast aus wie Flugzeugturbinen, sollen die etwa für Abkühlung im Stadion sorgen? Oder trocknen sie den Rasen? Das kann uns erneut Heinrich Blum erklären, der mit den Riesengeräten regelmäßig für ordentlichen Wind im Stadion sorgt: "Da unser Stadion hier ziemlich dicht bebaut ist, steht die Luft hier. Wir benutzen die Ventilatoren dafür, damit auch der Rasen trocknen kann, weil wenn die Luft steht und Feuchtigkeit entsteht, entstehen auch Krankheiten." Heißt im schlimmsten Fall Pilzbefall des Rasens, denn zu viel Feuchtigkeit ist ein perfekter Nährboden für Pilze. Die Ventilatoren mit einem Durchmesser von knapp zwei Metern blasen den Rasen trocken. Und damit sind unsere fünf Rätsel um das Stadion gelöst.

Fazit: Wer glaubt, dass ein Stadion nur aus Rasen, Tribünen, Beleuchtungen und einem Dach besteht, der täuscht sich gewaltig. Damit das Spielfeld belastungsfähig bleibt und der Rasen darauf schnell wächst, muss es von zahlreichen Lampen angestrahlt werden. Zudem sorgen diverse Geräte dafür, dass das Grün ausreichend durchlüftet wird und trocken bleibt. So kann gewährleistet werden, dass kein Schimmel entsteht und das Feld belastbar bleibt.

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