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Fakten über die Zeit - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 61 Staffel 1

Sie richtet sich nach dem Stand der Sonne, mal hat man sie, mal braucht man sie - die Zeit.

17.10.2016 14:40 | 4:43 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Zeit: Wie die Uhr unser Leben bestimmt

Sie richtet sich nach dem Stand der Sonne, mal hat man sie, mal braucht man sie – die Rede ist von der Zeit. Können Sie sich allerdings erklären, warum die Zeit manchmal verfliegt und manchmal so gar nicht vergehen will? Wir sind der Frage einmal auf den Grund gegangen ...

Für jeden tickt die Uhr anders schnell

Jeder kennt es: Wir müssen uns abhetzen, weil wir die Zeit vergessen haben. Dabei ist Zeit doch das Verlässlichste überhaupt: Ein Tag besteht aus 24 Stunden, eine Stunde aus 60 Minuten, pro Minute laufen 60 Sekunden, die wiederum 1.000 Millisekunden haben, die wiederum eine Million Mikrosekunden, und so weiter, und so weiter. Doch dieses Wissen nutzt uns leider herzlich wenig, wenn wir trotzdem zu spät am Bahnsteig ankommen. Und es ist immer das Gleiche: Ausgerechnet, wenn man es eilig hat, kommt gar kein Zug.

Regionalbahn steht am Bahnhof am Gleis
"Mist, da fährt mein Zug": Gerade am Bahnhof macht sich Zeit bemerkbar.

Obwohl die Uhren immer gleich schnell ticken, vergeht die Zeit für uns manchmal schneller oder langsamer. Einige Tage scheinen ewig zu dauern, andere fliegen nur so vorbei. Aber warum ist das so? Es liegt an der Menge von neuen oder besonderen Eindrücken und Erfahrungen, die wir täglich sammeln. In unserer Kindheit und Jugend gibt es davon sehr viele: der erste Schultag, der erste Job, die erste Beziehung. Wir erleben diese Zeit sehr intensiv, weshalb sie uns in der Erinnerung sehr lange vorkommt. Haben wir aber einen routinierten Lebensrhythmus, bei dem wenig Neues geschieht, vergeht die Zeit gefühlt schneller.

Elf Millionen Reize pro Sekunde

Eine einzelne Sekunde erscheint uns als nicht besonders wichtig, dennoch spielt sich in dieser winzigen Zeiteinheit eine Menge ab: Pro Sekunde nehmen wir elf Millionen Sinnesreize unbewusst wahr – und genau deshalb leben wir auch in der Vergangenheit. Denn bis unser Gehirn all diese Informationen verarbeitet hat, vergehen zwischen 20 und 60 Millisekunden. Wir hinken der Gegenwart also hinterher.

Der berühmte "erste Eindruck": Nur eine Zehntel-Sekunde brauchen wir, um zu entscheiden, ob wir jemanden sympathisch finden oder nicht. Auch innerhalb von einer Minute arbeiten unsere grauen Zellen unter Hochdruck – und das selbst wenn wir nur herumsitzen oder auf der Couch fernsehen: Wir blinzeln 15 Mal, das Herz schlägt etwa 70 Mal. Acht Liter Luft pumpen wir in unsere Lungen und die Hoden produzieren 72.000 Spermien.

Drei Jahre auf dem Klo

Zeit für den Besuch des stillen Örtchens. Hier halten wir uns sehr lange auf – durchschnittlich rund drei Jahre unseres Lebens. Dabei erleichtern wir uns von gut 40.000 Litern Urin. Logischerweise dauert dieses Geschäft je nach Blaseninhalt kürzer oder länger. Bei Tieren ist das anders: Laut einer amerikanischen Studie pinkeln alle Säugetiere mit einem Gewicht über drei Kilogramm gleich lang. Ob Elefant oder Katze: Sie brauchen genau 21 Sekunden.

Zeit ist (fast immer) Geld

Für viele bedeutet Zeit vor allem Geld – an der Börse trifft das auch zu, denn dort zählt vor allem eines: Schnelligkeit. Die Geschäfte werden mittlerweile in einer Geschwindigkeit getätigt, für die wir Menschen zu langsam sind. Daher übernehmen superschnelle Börsencomputer die Arbeit. In nur 0,3 Millisekunden können sie nach programmierten Algorithmen eine Transaktion tätigen. Damit sind sie 1.000 Mal so schnell wie wir. Zeit kann man sich mit Geld aber natürlich nicht kaufen. Wir können nur versuchen, sie so bewusst und sinnvoll wie möglich zu nutzen. Zeit bleibt letztlich also unbezahlbar – ebenso wie die Liebe. Wen interessiert da schon, ob der Zug wegfährt? Irgendwann kommt bestimmt mal wieder einer …

Fazit: Eigentlich ist Zeit eine universelle Konstante – und doch haben wir manchmal das Gefühl, dass die Uhr an einigen Tagen schneller und an anderen langsamer tickt. Das liegt daran, dass wir jeder gesammelten Erfahrung und jeder erlebten Situation eine andere Bedeutung beimessen und sie daher intensiv oder eben weniger bewusst wahrnehmen. Doch auch unbewusst läuft unser Gehirn auf Hochtouren: Pro Sekunde nehmen wir rund elf Millionen Sinnesreize auf.

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