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Fakten über Zahnpasta - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 72 Staffel 1

In der Zahnpasta finden sich viele Bestandteile mit unterschiedlichen Aufgaben. Was die Zutaten für die Zähne tun können, wie Zahnpasta hergestellt wird und woher die Streifen kommen, zeigen wir Ihnen hier.

07.10.2016 10:01 | 5:30 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Zahnpasta: Inhaltsstoffe, Farbe und mehr

Zahnpasta – sie ist der erste und der letzte Geschmack, den wir tagtäglich im Mund haben. Aber wussten Sie eigentlich, dass jeder Deutsche pro Jahr durchschnittlich 5,2 Tuben auf seine Zähne schmiert? Ein guter Grund, mal genauer hinzuschauen, was drinsteckt, in der Wunderpaste.

Die Basics jeder Zahnpasta

Um das herauszufinden, fahren wir dorthin, wo sie herkommt. In Eislingen entstehen jede Woche 1,2 Millionen Tuben Zahnpasta. Chef Bernhard Starzer weist uns höchstpersönlich in das Geheimnis der Zahnpasta ein – im Moment steckt es noch in unzähligen Containern und Säcken: "Hier in der Zahncreme-Herstellung werden die trockenen Bestandteile dann über eine Rohrleitung im Mischer zur Zahncreme vermengt und daraus entsteht dann die Zahncreme, die jeder in der Tube hat."

Doch eins nach dem anderen! Die Herstellung beginnt mit den sogenannten Putzkörpern, zum Beispiel Marmor- oder Sandstaub. Starzer erklärt: "Putzkörper, das ist ein Pulver, ein Granulat, feste Bestandteile, die den mechanischen Abrieb, das Putzen der Zähne erst möglich machen." Die Putzkörper in der Zahnpasta wirken wie Schleifpapier und schmirgeln den Zahnbelag runter. Das ist wichtig, denn durch den Zahnbelag können Säuren entstehen, die Löcher in den Zahn fressen. Und das, obwohl der Zahnschmelz das härteste Material des Körpers ist!

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Zahnpasta befindet sich in einem Eimer: "Es wird auch Schäumer dazugegeben, damit beim Putzen die Zahncreme zu schäumen beginnt und um auch Volumen aufzubauen, während des Putzvorgangs – dazu ist der Schäumer ganz wesentlich und erforderlich." Der Schaum ist deshalb wichtig, weil er alle Wirkstoffe in die Ecken und Zahnzwischenräume bringt.

Das dritte Pulver ist ein Feuchthaltemittel. Das sorgt dafür, dass die Zahnpasta in der Tube nicht austrocknet und hart wird. Damit sich alle Stoffe gut verbinden, kommt noch ein Bindemittel dazu. Bei einer Temperatur von 30 Grad entsteht aus den vielen Pulvern eine cremige Masse – das sind die Grundzutaten jeder Zahnpasta.

Produkte zur Zahnpflege: Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnseide
Zur täglichen Zahnpflege gehört natürlich auch die Zahnpasta.

Weitere Bestandteile einer Zahncreme

Für den guten Geschmack sorgen Aromastoffe. Es gibt viele Geschmacksrichtungen bei der Zahnpasta, am beliebtesten sind aber frische Noten wie Menthol und Minze. Zum Schutz der Zähne wird der Zahnpasta Fluorid zugeführt. Bereits 0,1 Prozent davon reichen aus. Bernhard Starzer erklärt, warum das wichtig ist: "Fluoridgehalt ist ganz wesentlich und entscheidend für die Kariesprophylaxe, um Karies vorzubeugen."

Zahlreiche Studien belegen zweifelsfrei die positive Wirkung des Spurenelements. Mit Fluorid lassen sich bis zu 40 Prozent aller Kariesfälle verhindern. Fluoridsalze lagern sich im Zahnschmelz ein und schützen ihn so vor aggressiven Säuren. Fluorid ist aber auch umstritten. Große Mengen davon können wiederum schädlich für Zähne und Knochen sein. Die Menge in der Zahnpasta ist jedoch völlig ungefährlich. Für Kinder gibt es Kinderzahncremes mit weniger Fluorid.

Bleaching-Trend

Ganz neu auf dem Markt: Zahncremes mit sogenannten Nano-Partikeln. Diese mikroskopisch kleinen Teilchen ähneln in ihrer Struktur dem natürlichen Zahnschmelz und können angeblich feine Risse im Zahnschmelz reparieren.

Einige Zahnpasten versprechen uns, weißere Zähne zu bekommen. In ihnen sind gröbere Putzkörper enthalten, die die Zahnoberfläche stärker schleifen. Verfärbungen, die zum Beispiel durch Kaffee oder Tee entstehen, können sie entfernen. Weißer als unser natürlicher Farbton werden unsere Zähne aber nicht.

Die Farbe der Zahnpasta

Ursprünglich war die Zahnpasta weiß. Denn Weiß steht für Reinheit. Ab den 1980er Jahren gab es immer mehr Zahncremes mit Farbe auf dem Markt, um einen besseren Werbeeffekt zu erzeugen. Heute gibt's Zahnpasta vor allem in Grün und Blau, weil beide Farben für Gesundheit stehen. Starzer verrät, wie die Farbe in die Creme kommt: "Um die blaue Färbung in der Zahncreme zu gewährleisten, werden Farbpigmente zugeführt. Dabei sind schon sehr geringe Mengen an Farbpigmenten ausreichend um eine große Mischung blau zu färben."

Farbige Zahnpasta mit Streifen auf einer Zahnbürste
Rot, grün, blau – Hersteller machen Kunden die Pasta mit Farben "schmackhafter".

Die Frage nach der Farbe wäre geklärt, aber wie kommen die Streifen in die Zahnpasta? Dafür sorgt die parallele maschinelle Befüllung: In getrennten Trichtern befinden sich weiße und gefärbte Zahncremes. Sie werden nebeneinander in eine Düse gespritzt und kommen von dort in die Tuben. Das Ergebnis: Gestreifte Zahncreme. Ab hier wandert sie in die Regale der Supermärkte.

Fazit: Jeder von uns benutzt sie täglich, doch kaum einer weiß, welche Inhaltsstoffe in der Zahnpasta stecken, damit sie unsere Beißer reinigt und vor Karies schützt. Granulat, Schäumer und Bindemittel sind nur drei wichtige Bestandteile. Hinzu kommen Aromastoffe und Fluorid. Die Farbe darf zwar auch nicht fehlen, ist aber Mittel zum Zweck: Werbung.