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Fakten über den Reißverschluss - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 73 Staffel 1

Der Weg zum perfekt funktionierenden Reißverschluss war schwierig. Heute ist die Herstellung voll automatisiert der Reißverschluss an der Kleidung nicht mehr wegzudenken. Hier enthüllen wir seine Geheimnisse.

07.10.2016 12:48 | 4:50 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Auf und zu!

Der Weg zum perfekten Reißverschluss

Der Reißverschluss erleichtert nicht nur den Alltag, das Wunder mit den kleinen Häkchen ist auch aus der Mode nicht mehr wegzudenken. Dabei ist die Herstellung des Reißverschlusses nicht gerade unkompliziert.

Der kleine Alltagshelfer

Der Reißverschluss wird vielfältig genutzt: bei Hosen, Jacken, Schuhen, Taschen und vielem mehr. Egal ob aus Metall oder Kunststoff - mit nur einem Ratsch geht’s auf und zu! Erfunden wurde er vor knapp 130 Jahren.

Der Weg zum perfekt funktionierenden Reißverschluss ist lang. Im kleinen Ort Rhauderfehn in Ostfriesland sitzt einer der weltweit führenden Hersteller von Reißverschlüssen. Die Firma "Opti Coats Germany" produziert jeden Tag bis zu 250.000 Reißverschlüsse für die ganze Welt. Hauptsächlich Kunststoffreißverschlüsse.

Reißverschlüsse kommen in Metall oder Kunststoff daher.
Reißverschlüsse kommen in Metall oder Kunststoff daher.

So entsteht ein Reißverschluss

Ein Reißverschluss besteht aus Schieber, Haken oder Zipper, Kunststoff und Garn. Um einen Reißverschluss herzustellen, geht es erst mal in die Weberei. Hier laufen alle Fäden zusammen.

Aus dem Garn webt eine Maschine den Stoffsaum. Aus dem Kunststofffaden macht diese gleichzeitig die Zähnchen des Reißverschlusses. In einem einzigen Arbeitsprozess verknüpft die Maschine rasend schnell Plastikfaden und Garn - mit 1.500 Umdrehungen pro Minute. Dadurch entsteht ein endloser Reißverschlussstrang, den die Maschine zugleich auf 215 Grad Celsius erhitzt. So schrumpft der Stoffsaum zusammen, das macht ihn stabiler.

In der sogenannten Vorspulerei wickelt eine weitere Maschine über 5.000 Meter des Reißverschlussrohlings auf eine Rolle. Diese kommt anschließend für ein Farbbad in einen riesigen Schnellkochtopf, und zwar bei 135 Grad Celsius. Nach dreieinhalb Stunden ist der Reißverschluss farbig. Nach Färben und Waschen geht es dann zum Trocknen und Bügeln und wieder auf die Rolle.

Der Reißverschluss ist ein kleiner Alltagshelfer, der aus der Mode einfach ni...
Der Reißverschluss ist ein kleiner Alltagshelfer, der aus der Mode einfach nicht mehr wegzudenken ist.

Der Reißverschluss in der Qualitätskontrolle

Es gibt drei Funktionsweisen des Reißverschlusses: Für Jacken oder Mäntel kann dieser sie zum Beispiel teilbar sein. Außerdem gibt es welche, die von oben und unten teilen lassen – für Taschen und Jacken.

Dann gibt es noch den nicht-teilbaren Reißverschluss, der etwa für Hosen oder Schuhe verwendet wird. Bei diesem wird der Rohling in die richtigen Längenabschnitte unterteilt um am jeweiligen Ende von einer Maschine mit ein Stück Plastik zugeschweißt. Auch ein Metallstopper kommt in einem weiteren Schritt dazu. Eine Maschine fädelt anschließend lackierte Zipper und Schieber in jeden Reißverschluss ein. Dann ist der Reißverschluss fertig zum Zählen, Bündeln und Verpacken.

Bevor es für den Reißverschluss anschließend in die große Welt geht, muss er allerdings noch bis zu 50 Tests durchlaufen. Dabei wird zum Beispiel geprüft, ob er feuerfest ist. Auch ihre Reißfestigkeit steht auf dem Prüfstand: Rund 110 Kilogramm Gewicht Belastung muss der Reißverschluss aushalten. Und belastbar muss er sein: Mindestens 500 Mal zieht ihn eine Maschine dafür auf und zu.

Dann ist der Reißverschluss fertig für den Versand. So entstehen bei "Opti Coats Germany" pro Jahr bis zu 40 Millionen Reißverschlüsse für die ganze Welt. Aneinandergelegt könnten sie mehr als einmal die Erde umwickeln.

Fazit: Der Reißverschluss wird vielfältig genutzt. Ob für Hosen, Röcke oder Jacken, er ist eine große Erfindung, die das Leben leichter macht und so viel Zeit für das Wesentliche spart.

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