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Fakten über Jeans - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 75 Staffel 1

Die Jeans hat in zahlreichen Formen ihren modischen Siegeszug angetreten. Wie die Hose geschneidert wird, was beim Stone-Washed-Verfahren passiert und einiges mehr haben wir für Sie direkt in der Fabrik herausgefunden.

03.11.2016 13:38 | 5:04 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Wie entsteht eigentlich eine Jeans?

Egal ob Skinny, Baggy, Slim Fit oder Regular: Jeder hat eine Lieblings-Jeans. Und sie kommt nicht aus der Mode. Jede Sekunde gehen in etwa 60 Stück davon über die Ladentheke. Das sind 1,8 Milliarden verkaufte Jeans im Jahr. Doch wie entsteht sie überhaupt?

Jeans im "Used"-Look

Eigentlich denkt man, die Jeans kommt direkt aus den USA. Aber auch im polnischen Lubin, gefertigt von der deutschen Firma "Ahlers", entstehen jeden Tag 3.500 Jeans für die ganze Welt. Je nach Firma kostet eine hier produzierte Jeans später zwischen 40 und 150 Euro. Gerade im Trend: Neue Jeans, die alt und getragen aussehen. Aber wie genau geht das?

Jeans mit Löchern
Etwa 1,8 Milliarden Jeans werden pro Jahr verkauft.

Stretch für eine bessere Passform

Alles beginnt mit dem sogenannten Denim-Stoff. Dieses Baumwollgewebe kommt aus anderen Produktionsländern wie Tunesien, der Türkei oder Japan. Der Stoff hat sich im Vergleich zur ersten Jeans geändert: Heute haben über 90 Prozent der Jeans einen Stretchanteil.

An einem Computer entsteht die Vorlage für das Ausschneiden einer Jeans. Diese besteht im Schnitt aus 24 Stoffteilen. Ob die Jeans später teuer oder preiswert wird, hängt vor allem von der Qualität der Materialien ab. Denim-Stoff, Schilder oder auch Nähgarn gibt es teuer oder billig. Die Abläufe sind aber alle gleich.

Arbeitsschritte für eine Jeans

Eine Maschine schneidet unter Vakuum bis zu 80 übereinanderliegende Stoffschichten zu. Der übrig bleibende Rest des Stoffes landet übrigens nicht im Müll, sondern im Recycling. Er eignet sich super als Dämmmaterial.

Reißverschlüsse einnähen, Hosentaschen mit einer sogenannten "Coin Pocket" aufnähen oder das Zusammennähen von rechtem und linkem Hosenbein, bei der Jeans-Produktion gibt es zahlreiche verschiedene Arbeitsschritte. Ganz besonders wichtig: Die Doppelnaht im Hosenschritt. Sie verhindert, dass die Jeans schnell reißt. Dann folgt die sogenannte Hochzeit: Hier werden Vorderseite und Rückseite der Jeans erstmals vernäht. Anschließend wird die Hose noch an ihrem Bund mit Gürtelschlaufen und Nieten versehen.

Denim-Stoff einer Jeans in Nahaufnahme
Jeans besteht aus Denim, einem Baumwollgewebe.

Aus neu mach alt

Es folgt der entscheidende Schritt. Wie bekommt die Hose ihren besonderen Look? Das macht zuerst ein Laser. Er brennt die Farbe aus dem Stoff und verpasst der Jeans die ersten Abnutzungsspuren wie zum Beispiel Sitzfalten - der aktuelle Trend.

Eine Waschmaschine perfektioniert den "Used-Look", indem sie die Jeans zusammen mit Steinen wäscht. Beim "stonewashed"-Verfahren schleifen Bimssteine die Farbe vom Stoff. So sehen die Jeans später abgetragen aus, obwohl sie neu sind. Mehr als 90% aller Jeans sind heute "stonewashed". Dabei sind je nach Länge des Waschgangs alle Farbabstufungen möglich.

Zu guter Letzt kommen noch Etiketten an die Jeans dran. Dann treten sie ihre Reise an: Jedes Jahr verlassen 750.000 Jeans die Fabrik in Lubin. Ziel: 27 Länder weltweit.

Fazit: Egal ob auf Partys, in Schulen oder in Shoppingmeilen, die Jeans ist weltweit gefragt und nahezu zu jedem Anlass passend. Ein echter Klassiker unter den Hosen eben. Kein Wunder also, dass sie sich immer noch so großer Beliebtheit erfreut.