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Fakten über Neon-Reklame - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 85 Staffel 1

Was beim Anblick einer Neon-Reklame wohl kaum jemand ahnen wird: Die Herstellung hochwertiger Leuchtwerbung ist ein Handwerk, für das man sich nicht auf Maschinen verlassen kann. Perfekt wird die Reklame nur durch die sensiblen Händen eines Experten.

12.12.2016 11:51 | 5:30 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

So entsteht Lichtwerbung

Neonreklame: Wenn Lettern leuchten lernen

Wenn es dunkel wird, erstrahlt sie in ihrer vollen Pracht. Neonreklame gibt es bereits seit 1896. Und noch heute wird sie so produziert, wie vor über 100 Jahren. Hier erfahren Sie alles über die Herstellung der leuchtenden Werbung.

Neonreklame aus Leuchtbuchstaben
Neonreklame ist vor allem in der Nacht ein echter Hingucker

Echte Handwerksarbeit

Viele denken, dass Neonreklame in großen Fabriken am Fließband entsteht, doch das ist ein Irrglaube. Da es sich oft um Unikate für kleine Läden handelt, werden die Neonsysteme in der Regel von Hand gefertigt, beziehungsweise mit dem Mund geblasen. So kann man auf individuelle Kundenwünsche eingehen.

Gummischlauch zum Abmessen

Als Rohmaterial für die Neonreklame werden Glasröhren benutzt. Um die Stelle, die später bearbeitet werden soll, zu finden, werden die Röhren am Entwurf abgemessen, der am Computer erstellt wird. Während gerade Buchstaben einfach zu messen sind, wird es aufgrund des nicht biegbaren Materials bei runden Buchstaben komplizierter.

Am schwierigsten ist das O

Nun werden aus den Rohrstücken Buchstaben geformt. Um das Glas biegsam zu machen, wird es mit einer Flamme auf 600 Grad Celsius erhitzt. Am schwierigsten ist das O, weil da das komplette System zu biegen ist. Weitere Probleme bei der Produktion der Neonreklame: Das Glasrohr wird nur für wenige Sekunden biegsam und würde im heißen Zustand sofort in sich zusammenfallen, wenn man nicht ständig Luft über einen Schlauch hineinpustet. Dabei muss man äußerst behutsam vorgehen – ein Hauch zu viel Luft und der Buchstabe geht kaputt.

Die Deutsche Ecke

Extrem spitze Ecken sind ebenfalls schwierig anzufertigen. Der akkurate Winkel, wie im Buchstaben V, hat im Fachjargon daher auch einen eignen Name: die Deutsche Ecke. Sie wird ausschließlich in Deutschland produziert, weil kein anderes Land der Welt so viel Wert auf Genauigkeit legt.

Gase bringen Neonreklame zum Leuchten

Richtig zur Geltung kommen die Buchstaben in der Neonreklame jedoch erst durch das Licht – und dafür sorgt das Edelgas Neon, das bei seiner Entladung rot leuchtet. Zusammen mit dem Gas Argon und dem Element Quecksilber erzeugt es blaues Licht. Mithilfe von Leuchtstoff kann die Neonreklame in weiteren Farben strahlen.

Da in der Glasröhre später nur Gas vorhanden sein darf, muss die darin enthaltene Luft abgesaugt werden. Nur ein winziger Rest bleibt zurück, damit die Röhre besser gereinigt werden kann und unter einer Hochspannung von 15.000 Volt leuchtet. Dabei verdampft auch die Feuchtigkeit. Jetzt kann die Neonreklame in Betrieb genommen werden. Üblicherweise hat Lichtwerbung eine Lebensdauer von rund acht Jahren. Danach können die Röhren wieder aufgefüllt werden.

Fazit: Vom Erhitzen übers Biegen bis hin zum Formen: Hinter Neonreklame steckt echte Handwerkskunst. Für das Leuchten ist das Edelgas Neon verantwortlich, das mit der Hilfe von Leuchtstoff in allen erdenklichen Farben strahlen kann.