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Fakten über Nobel und Dynamit - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 10 Staffel 2

Wussten Sie, dass Alfred Nobel, der Gründer des Nobelpreises, auch der Erfinder des Dynamit war? Mehr dazu erfahren Sie hier.

04.04.2017 13:03 | 10:02 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Was es mit Alfred Nobel und dem Dynamit auf sich hat

Wussten Sie eigentlich, dass Alfred Nobel auf seinem Sterbebett sein gesamtes Vermögen einer Stiftung vermacht hat? Sein Wunsch war es, jedes Jahr herausragende Wissenschaftler zu ehren, die der Menschheit und dem Frieden einen außergewöhnlichen Dienst erwiesen haben. Der Chemiker ist daher Stifter und Namensgeber des Nobelpreises. Aber wohl die wenigsten wissen, dass der Schwede ebenfalls der Erfinder des Dynamits ist.

Alfred Nobel war ein schwedischer Chemiker, Erfinder und Stifter des Nobelpre...
Alfred Nobel war ein schwedischer Chemiker, Erfinder und Stifter des Nobelpreises.

Eine zündende Idee – mit Nebenwirkungen

Mit 23 Jahren stößt Alfred Nobel das erste Mal auf den Stoff, der sein Leben prägen wird: Nitroglycerin. 1853 trifft er den Erfinder des Explosivstoffes – den Turiner Arzt und Chemiker Ascanio Sobrero. Doch der hält seine Entdeckung für zu gefährlich für weitere Forschungen. Auch wenn der Sprengstoff billiger und kraftvoller ist als das damals verwendete Schwarzpulver. Doch der Stoff ist hochempfindlich und explodiert schon bei leichten Erschütterungen. Der Umgang mit Nitroglycerin ist lebensgefährlich. Dabei besteht die Flüssigkeit eigentlich aus den völlig ungefährlichen Stoffen Glycerin und Nitrat. Doch vermengt man sie, ist das Ergebnis hochexplosiv!

Wir schreiben das Jahr 1863. Seit zehn Jahren stellt Alfred Nobel in Stockholm Nitroglycerin in großen Mengen her. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Emil versucht er sein "Patent-Sprengöl", wie er es nennt, kontrolliert zur Explosion zu bringen. Dann hat Nobel die zündende Idee. Eine kleine Explosion löst die große aus. Die Brüder füllen Knallquecksilber in eine kleine Kapsel – das Zündhütchen. Alfred Nobels Erfindung macht es nun möglich, Nitroglycerin aus sicherer Entfernung zu sprengen.

Tragik und Erfolg

Im Jahr 1864 passiert ein großes Unglück. Hundert Liter Nitroglycerin lagern nah am Labor. Der damals 19-jähriger Emil Nobel experimentiert mit dem Stoff. Es kommt zu einer Explosion, die das gesamte Anwesen der Nobels in Schutt und Asche legt. Zusammen mit Emil sterben noch fünf Angestellte.

Trotz des tragischen Unglücks forscht Alfred Nobel weiter. Aber nicht in Schweden, sondern in seinem Werk bei Hamburg. Das Zündhütchen hat das Sprengen sicherer gemacht. Doch das Sprengöl selbst muss noch sicherer werden. Nachdem es einen Zwischenfall gibt und ein undichtes Fläschchen nicht in die Luft geht, weil es in Kieselgur lagert, wird der Forscher stutzig. Kieselgur, ein weißes Sedimentgestein, sollte die Flaschen beim Transport nur in Position halten. Doch es hat das Sprengöl aufgesaugt und lässt sich sogar kneten, formen und explodiert nicht bei Erschütterungen.

Die Erfindung des Dynamits

Nobel nennt die neue Mischung Dynamit und schafft damit einen Verkaufsschlager. Das Zeitalter der Industrialisierung ist angebrochen. Der Sprengstoff ist perfekt im Bergbau einsetzbar und auch beim Streckenbau der Eisenbahn.

Alfred Nobel wird durch die Erfindung des Dynamits reich. 1875 hat er 90 Sprengstofffabriken in über 20 Ländern. Doch ein Problem bleibt: das sogenannte Ausschwitzen. Besonders schlimm ist es in den feuchten Bergwerken. Sobald das Dynamit feucht wird, schwitzt das Nitroglycerin noch schneller aus. Schlimme Unfälle häufen sich.

Dynamit kommt auch heute noch vielfältig zum Einsatz.
Dynamit kommt auch heute noch vielfältig zum Einsatz.

Ruhm und Ehre?

Nobel versucht das Dynamit zu verbessern, die Handhabung sicherer zu machen. Der Forscher probiert mit nitrierter Baumwolle herum, um diesem Problem Herr zu werden. Mit Nitroglycerin versetzt, entsteht eine gallertartige Masse. Die tatsächlich auch im Wasser stabil bleibt. Diesen neuen Sprengstoff lässt er sich 1875 patentieren. Die neue chemische Zusammensetzung revolutioniert den Bergbau. Erst das lagerbeständige neue Dynamit ermöglicht es, den riesigen Bedarf von Kohle und Stahl des Industriezeitalters zu sättigen. Sogar Sprengungen unter Wasser sind jetzt möglich.

Am 10. Dezember 1896 stirbt Alfred Nobel an einem Schlaganfall. Bis heute ist unklar, warum der Chemiker auf seinem Sterbebett sein gesamtes Vermögen einer Stiftung vermachte, die die Forschung zum Wohle der Menschheit auszeichnet. Vielleicht war es am Ende das schlechte Gewissen, weil sein Dynamit so viel Leid verursacht hatte?!

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