Drei Jahre liegt das letzte Studioalbum der französischen Sängerin ZAZ zurück. „Effet miroir“ hieß es und landete in Deutschland auf Platz 3 der Album-Charts. Das ist nicht zuletzt erstaunlich, weil das Album komplett auf Französisch gesungen und getextet ist. Aber ZAZ, die eigentlich Isabelle Geffroy heißt und aus Tours stammt, ist eine der wenigen international gefeierten französischen Künstlerinnen, der auch das gelingt. Sogar in einem Land wie unserem, das seine Musik in den höheren Charts-Sphären am liebsten auf Deutsch oder Englisch serviert bekommt. In ihrer rund 11 Jahre währenden Karriere hat ZAZ dabei nicht nur auf fünf Kontinenten rund 500 Konzerte gespielt, mit ihrem Hit „Je veux“ allein bei Spotify 125 Millionen Plays generiert und auf der ganzen Welt Fans gesammelt, sie hatte auch prominenten Fürsprecher. Der leider 2018 verstorbene armenisch-französische Weltstar und Chansonnier Charles Aznavour sagte über sie: „ZAZ hat eine starke natürliche Anziehungskraft, kann alles singen und dringt direkt zu deiner Seele durch. Sie geht so weit, wie sie nur gehen kann – und dann noch weiter. Sie hat bereits jetzt eine einzigartige Karriere, eine Anhängerschaft und internationale Anerkennung. Sie ist die erste französische Sängerin seit langer Zeit, der es gelingt, so enorm populär zu sein.“

Nun gibt es endlich neue Musik von ZAZ. Ihr viertes Studioalbum „Isa“ ist soeben erschienen und zeigt, dass ZAZ niemals auf der Stelle treten wird und immer weiter an ihrer Kunst arbeitet. Dafür nutzte sie ganz konkret die Pandemiezeit. ZAZ nahm Gesangs-, Theater- und Tanzunterricht, um damit, wie sie sagt, aus ihrer Komfortzone herauszukommen. Zugleich stellte sie sich ein neues musikalisches Team zusammen, bei dem der holländische Produzent REYN eine wichtige Rolle einnimmt. Obwohl sie das Live-Spielen vor Publikum vermisste, machte sie also das Beste draus und arbeitete besonders intensiv an der Klangfarbe jedes einzelnen Songs. 13 Songs sind nun auf „Isa“ und ein geradezu spektakulärer Duett-Partner, den nicht viele erwartet hätten: Auf „Le jardin des larmes“ ist Rammstein-Sänger Till Lindemann zu hören.

Vor allem die Single „Imagine“ trifft den Vibe des Albums perfekt. Zu einer beschwingten Akustikgitarre und einem dezent angedeuteten Reggae-Rhythmus malt sich ZAZ gedanklich eine neuere, bessere Welt aus – und lädt uns ein, es ihr gleichzutun, so lange, bis sie Wirklichkeit wird. Eine Poesie und eine Haltung, die einem dieser Tage ausgesprochen gut tun.