Helmut Lotti singt schon seit über 30 Jahren professionell auf immer größer werdenden Bühnen. Einst von klassischer Musik geprägt und klassisch geschult, nutzte er seine einzigartige, wandelbare Stimme nach und nach für musikalische Reisen in andere Stile, Sprachen, Kulturkreise. Dass er nun in seinem ganz persönlichen „Italian Songbook“ blättert, hat aber vor allem eine biografische Note, die aus seiner Kindheit und Jugend in die Jetztzeit klingt. Als Sohn eines klassischen Tenors war er schon früh vom großen Drama der italienischen Opern umgeben und lernte die Sprache in ihrer klangvollsten Vortragsweise kennen. Später landete Lotti über einen Umweg bei populären Liedern wie „O Sole Mio“ und „Torna a Surriento“ – die wurden damals nämlich von Elvis Presley und Dean Martin in englischen Versionen vorgetragen. Lotti verriet seinem Label dazu: „Wenn ich diese Lieder singe, sehe ich Bilder und fühle Erinnerungen an Italien vor mir: Bilder vom Mittelmeer, von den Fundamenten unserer Zivilisation, von schönen alten Gebäuden und Museen, von Weinbergen in der Toskana, von großartiger hausgemachter Pasta und von heißblütigen Tarantella-Bands.“

Also widmete sich Helmut Lotti mit seinem Goldenen Symphonieorchester diesen handverlesenen Liedern, die er hier auf romantische, respektvolle Weise arrangiert und singt. Produziert wurde „The Italian Songbook“ von seinem Freund Walter De Loose, der seit über dreißig Jahren Songs und Demoaufnahmen für ihn macht, seinem ausführenden Produzenten und Manager Piet Roelen und von ihm selbst. Auch hier also: eine sehr persönliche Angelegenheit.

Die Songauswahl hat dabei nicht unbedingt einen musikhistorischen Faden, sondern eher einen biografischen – und einen melodieverliebten. Denn Helmut Lotti sagt, er habe ausschließlich Lieder singen wollen, die eine unwiderstehliche Melodie in sich tragen.

Das ist ihm gelungen. Und deshalb geht es völlig klar, dass man auf diesem Album eine sinnliche Ballade wie „Una Lacrima Sul Viso“ von Bobby Solo ebenso findet, wie das umstrittene, kämpferische, oft für die falschen Ziele missbrauchte Partisanenlied „Bella Ciao“. Oder dass neapolitanische Volkslieder wie „'O Marenariello“ und „La Spagnola“ in direkter Nachbarschaft stehen mit 70er-Hits in ihrer originalen italienischen Sprache wie „I Who Have Nothing“ (Uno Dei Tanti), „This Is My Life“ (La Vita) und „Never Never Never“ (Grande Grande Grande).“