- Bildquelle: Martin Huch © Martin Huch

So richtig an den Nagel gehängt haben Fury In The Slaughterhouse ihre Karriere nie: Die Bandmitglieder hielten den Kontakt, zwei von ihnen gründeten die Band Wingenfelder und auf diversen „Heimspiel“-Konzerten in Hannover bedankten Fury sich in den letzten Jahren vor ihren immer noch treuen Fans. Schon bei den Proben merkten Kai Wingenfelder (Sänger), Thorsten Wingenfelder (Gitarre), Christof Stein-Schneider (ebenfalls Gitarre), Rainer Schumann (Schlagzeug), Gero Drnek (Keyboard, Gitarre und auch mal die Mandoline) und Christian Decker (Bass), dass sie als Band immer noch sehr gut funktionieren und sehr gerne Musik machen. Und dann war da noch die Erfahrung, die Drummer Rainer Schumann ganz gut auf den Punkt brachte in einem Interview: „Dieser Blick von der Bühne ins Publikum war ausschlaggebend für mich – du guckst da in die Augen von Leuten und siehst: Shit, denen ist das richtig wichtig.‘“ Aber sie merkten auch: Selbst wenn ihre großen Hits aus den Neunzigern wie „Radio Orchid“, „Every Generation Has It’s Own Disease“ und natürlich „Time To Wonder“ sehr gut gealtert sind, hatten sie auch noch die Motivation, neue Lieder zu schreiben. Sänger Kai Wingenfelder erklärt: „Wir kennen uns teilweise seit unserer Jugend, wir sind zusammen durch Amerika getourt, haben Millionen Alben verkauft – das schmeißt du nicht einfach so weg.“ Und Gitarrist Christof Stein-Schneider meint: „Oft merkt man ja erst, was Dinge wert sind, wenn man sie nicht mehr hat. Wir waren seit über zehn Jahren nicht mehr im Studio, unter anderem auch, weil wir dort zu oft aneinandergerieten. Das hat sich gelegt. Wir haben alle zehn Jahre lang mehr Musikmachen auf dem Buckel, und das eben nicht als Fury-Mitgleid, sondern in eigener Regie. Da lernt man doch eine Menge.“

 

Mit dieser neuen Energie und Harmonie sind sie nun mit Die-Toten-Hosen-Produzent Vincent Sorg im Studio, um ihr erstes Album seit 13 Jahren aufzunehmen. „NOW“ wird es heißen und im Frühjahr 2021 erscheinen. Das „NOW“ als Titel ist eine Ansage, die sie mit der ersten Single „Sometimes (Stop To Call)“ locker einlösen: Hier klingt nix angestaubt, nostalgisch oder nach aufgekochten alten Hits. Der hypnotische, fett produzierte Song schraubt sich mit den zwar typischen, aber hier viel wuchtiger klingenden Fury-Gitarren direkt ins Herz – und spätestens beim Refrain hat man das Gefühl ein paar Zentimeter über dem Fußboden zu schweben. Kai Wingenfelders Stimme und der eigentlich eher traurige aber zugleich kämpferische Text tun das übrige. Auch das Video wird von dieser Energie getragen und gibt schon deutliche Hinweise, wie das Album-Artwork aussehen wird. Eine spannende Rückkehr also – einer Band, die Autor, Songwriter und Sänger Thees Uhlmann kürzlich sehr treffend so bezeichnete: „U2 aus Niedersachsen – aber zum Anfassen.“

Das offizielle Video