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Frühe Jahre

Es gibt vielleicht kein einziges Foto von ihm und die Quellen über seine Jugend sind lückenhaft. Und doch ist Crazy Horse eine der bekanntesten Personen der amerikanischen Geschichte. Irgendwann zwischen 1838 und 1840 wird er geboren, irgendwo im heutigen South Dakota. Das Jahr ließ sich nie genau feststellen. Seine Jugend fällt in eine Zeit, in der die Sioux von den weißen Siedlern immer weiter zurückgedrängt werden und die tödlichen Zusammenstöße beider Seiten erlebt Crazy Horse bereits als Jugendlicher.

Ein Leben als Krieger

Im Jahr 1854 beginnt die Reihe der sogenannten Sioux-Kriege, in denen Crazy Horse später eine entscheidende Rolle spielen wird. Die Kämpfe zwischen den Sioux und der US-Armee eskalieren mehrfach, während sich Crazy Horse zunehmend Ansehen als Krieger erwirbt. Über diese Zeit existieren keine gesicherten Quellen. Die Leistungen, für die der große Kriegshäuptling bekannt ist, folgen erst in seinem späteren Leben.

Ab 1866 ist er an Schlachten gegen die US-Armee beteiligt und wird schließlich zu einem wichtigen Anführer der Sioux. Die Schlacht am Little Bighorn im Jahr 1876, die er zusammen mit großen Kriegshäuptlingen wie Sitting Bull befehligt, führt zur Niederlage der US-Kavallerie unter George Armstrong Custer, der dabei getötet wird. Es ist einer der größten Triumphe der Indianerstämme im Kampf gegen die US-Armee, doch das Glück in den Indianerkriegen wird sich schon wenig später wenden.

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Kapitulation und Tod

Die US-Armee geht nach der Schlacht am Little Bighorn in die Offensive. Die Indianer können sich der Übermacht nicht erwehren und schließlich muss auch Crazy Horse als einer der letzten Anführer im Jahr 1877 kapitulieren. Seinen Kampf hat er so lange weitergeführt wie fast kein anderer der großen Häuptlinge seiner Zeit. Auf ihn und seine Krieger wartet nun das Leben im Reservat, wo bald gefährliche Spannungen auftreten.

Es kommt zu Konflikten zwischen Crazy Horse und anderen Sioux, über deren genaue Ursachen noch heute gestritten wird. Die meisten Häuptlinge hatten sich bereits wesentlich früher ergeben und den Weg ins Reservat gewählt, während Crazy Horse bis zuletzt auf den Kampf gesetzt hatte. Aus dem Reservat heraus wird in der Folge das Gerücht gestreut, er sei geflohen, um den Kampf gegen die Weißen wieder aufzunehmen.

Crazy Horse stellt sich der US-Armee, um den Gerüchten zu begegnen, doch die Situation eskaliert. Er widersetzt sich einer Festnahme, woraufhin ihn ein Soldat mit einem Bajonett ersticht. Die Schilderungen vom Ablauf der Festnahme unterscheiden sich, weshalb Zweifel an dem genauen Hergang bestehen bleiben. Bis heute wird darüber gestritten, ob Crazy Horse einem politisch motivierten Mord zum Opfer gefallen ist.

Crazy Horse Memorial

Während Crazy Horse und seine Leistungen zumeist große Anerkennung genießen, steht ein Großprojekt zu seinen Ehren bereits seit Jahrzehnten in der Kritik. Das Crazy Horse Memorial, das in den Black Hills von South Dakota aus dem Stein geschlagen wird, soll eine Skulptur mit einer Länge von 195 Metern und einer Höhe von 172 Metern werden. Das Motiv ist der Kriegshäuptling selbst, der auf einem Pferd sitzt. Die Arbeiten an dem Projekt begannen bereits 1948 und werden von einer Stiftung finanziert. Ein Datum für die Fertigstellung ist nicht abzusehen.

Die Kritik bezieht sich zum einen darauf, dass Crazy Horse es abgelehnt hatte, sich fotografieren zu lassen. Die Skulptur kann deshalb auf keine realen Bilder zurückgreifen. Außerdem betrachten viele Indianer das Projekt generell als Zerstörung einer Landschaft, die für sie eine große historische Bedeutung hat.