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Ein Leben im Militär

Das Leben des George Armstrong Custer ist voll und ganz durch seine militärische Karriere geprägt. Bereits seine deutschen Vorfahren, die 1693 nach Amerika auswanderten, hatten einen militärischen Hintergrund. Sein Vater war Mitglied einer Miliz. Der junge Custer absolviert die Militärakademie in West Point und dient kurz darauf im Amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Union (Nordstaaten).

George Armstrong Custer im Bürgerkrieg

Das Feld des jungen Offiziers ist die Kavallerie, in der er ab 1862 an einigen der wichtigsten Schlachten des Bürgerkriegs teilnimmt. So zieht er in die Schlacht von Gettysburg, in der es die Nordstaaten schaffen, das Kriegsglück zu ihren Gunsten zu wenden.

Obwohl sein Verhalten als geradezu tollkühn gilt, macht der junge Offizier schnell Karriere. Bereits 1865 wird er zum Generalmajor der Freiwilligenarmee ernannt, weshalb er oft als „General Custer“ bezeichnet wird. Aufgrund der unterschiedlichen Rangbezeichnungen, die zu seiner Zeit im Heer der Unionstruppen existieren, ist diese Bezeichnung umstritten. Ungeachtet solcher Details ist er landesweit als Kriegsheld bekannt und hat für sein Alter bereits eine bemerkenswerte Karriere gemacht. Bei Kriegsende im Jahr 1865 ist er gerade einmal 25 Jahre alt.

Die Indianerkriege

Custer bleibt der Armee treu und übernimmt 1866 das Kommando über das 7. US-Kavallerie-Regiment. Der Feind sind von nun an nicht mehr die Südstaaten, sondern die Indianer.

Kurzzeitig scheint Custers Karriere ins Stocken zu geraten, als er 1867 erstmals zur Erkundung in die Gebiete der Indianer aufbricht. Da er Befehle missachtet, wird er wegen Disziplinlosigkeit suspendiert und kann nur durch persönliche Kontakte erreichen, schnell wieder in den Dienst aufgenommen zu werden.

1868 befehligt Custer einen Angriff auf ein Indianerdorf, der im historischen Rückblick teils als Massaker bezeichnet wird. Es ist nicht der einzige Vorfall, bei dem die Meinungen über die Methoden des Kommandanten auseinander gehen.

Tod am Little Bighorn

In den 1870er Jahren stößt George Armstrong Custer mehrfach in Indianergebiet vor. Im Juni 1876 beginnt eine Militäroperation, in der Custer eine zentrale Rolle spielte. Sein Regiment soll eine Gruppe Indianer angreifen, während ein anderer Verband den Fluchtweg abschneidet. Custer ahnt jedoch nicht, dass er sich dabei einer deutlichen Überzahl gegenüber sehen würde.

In der Schlacht am Little Bighorn, die von Kriegshäuptlingen wie Crazy Horse und Sitting Bull befehligt wird, ist erstmals eine Einheit der US-Armee den Indianern in der Feuerkraft unterlegen. Spätere Analysen des Geschehens legen den Schluss nahe, dass Custer an diesem Tag taktische Fehler begeht, die zur vernichtenden Niederlage beitragen. Custer und sein gesamtes Regiment fallen in der Schlacht. In West Point findet der ehemalige Absolvent der Militärakademie seine letzte Ruhestätte.

Custer in der historischen Betrachtung

Das einseitige Bild vom Helden des Bürgerkriegs, der entscheidend zum Sieg der Nordstaaten beigetragen hat, änderte sich im Laufe der Zeit. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Behandlung der Indianer führte auch zu einer zunehmend negativen Darstellung Custers in Filmen und Literatur. Seine historische Bedeutung als Offizier, der an zahlreichen Schlüsselmomenten der amerikanischen Geschichte mitgewirkt hat, bleibt unabhängig davon bestehen.