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Ein Wild-West-Leben wie aus dem Bilderbuch

Im Laufe seines Lebens hatte Wyatt Earp fast jeden Beruf, der heute als Wild-West-Klischee gilt – im positiven wie negativen Sinne. Schon als Jugendlicher reißt er von seiner Familie aus, um sich für eine Weile als Büffeljäger durchzuschlagen. Als junger Mann fährt er Postkutschen in Kalifornien.

Im Jahr 1869 zieht der damals 21-Jährige zurück zu seiner Familie nach Missouri und beginnt gleich darauf die Karriere, die sein Leben bestimmen wird. Zum ersten Mal tritt Wyatt Earp in den Polizeidienst ein, in dem er auch später in verschiedenen Städten arbeiten wird. Allerdings dauert es gerade einmal bis zum Jahre 1871, bis er des Pferdediebstahls beschuldigt wird und sich entscheidet, aus dem Staat zu fliehen.

Wyatt Earp und das Gesetz

Obwohl Wyatt Earp viele Jahre lang als Gesetzeshüter arbeitet, nimmt er es mit dem Gesetz selbst oft nicht ganz genau. Außerdem unterbricht er den Polizeidienst im Laufe seines Lebens gleich mehrfach, um mit anderen Projekten Geld zu verdienen. Dazu gehört eine Wanderschaft als Glücksspieler, während der er sich in den späten 1870er Jahren mit dem legendären Doc Holliday anfreundet.

In den frühen 1880er Jahren verdient Wyatt Earp sein Geld in Tombstone, Arizona als Saloon-Besitzer und als Teilhaber einer Mine, aber auch wieder als Deputy (Polizeibeamter im Auftrag eines Sheriffs). Zu dieser Zeit entwickelt sich die zunehmende Feindschaft zwischen den Earps und anderen Familien, die in einer berühmten Schießerei eskalieren wird.

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Schießerei am O. K. Corral

Die Familie Earp, in der nicht nur Wyatt das Gesetz vertritt, ist zum Feindbild der McLaurys und Clantons geworden, die für Pferdediebstahl und andere Vergehen bekannt sind. Am 26. Oktober 1881 kommt es schließlich zum berühmten "Gunfight" am O.K. Corral zwischen den Earp-Brüden und Doc Holliday auf der einen Seite und den McLaurys und Clantons auf der anderen Seite.

Es fallen rund 30 Schüsse, die drei Männer töten. Wyatt Earp bleibt unverletzt und auf seiner Seite der Schießerei gibt es lediglich Verwundete. Zum genauen Ablauf der Schießerei am O. K. Corral existieren unterschiedliche Berichte. Als Folge der Vorfälle wird unter anderem einer von Wyatts Brüdern ermordet, die Überlebenden Earps ziehen bald darauf nach San Francisco.

Der Mythos Wyatt Earp

In den folgenden Jahren ist Wyatt Earp als Glücksspieler tätig, arbeitet als Schiedsrichter beim Boxen und folgt sogar den Goldgräbern bis nach Alaska. An einem Filmset in Hollywood lernt er schließlich einen jungen Schauspieler kennen, der unter dem Namen John Wayne zum Weltstar werden soll. Das Zusammentreffen mit Wyatt Earp habe ihn maßgeblich dazu gebracht, sich einen Charakter als Western-Darsteller zuzulegen, berichtet John Wayne über das legendäre Treffen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Revolverhelden des Wilden Westens lebt Wyatt Earp lange genug, um ausführlich von seinen Erlebnissen zu berichten. 1923 veröffentlicht er eine Autobiografie, die von Zeitgenossen jedoch wenig Anerkennung erhält. Auch wenn sich nicht alles beweisen lässt, was er über sein Leben zu erzählen hat, bietet Wyatt Earps Lebenslauf das beispiellose Bild einer Epoche, die noch zu seinen Lebzeiten ein Ende fand.