Themen-Spezial

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Die meist gefürchteten Gangs der Welt

Gefängnisse, Slums oder Motorradklubs: In diesen Subkulturen sind einige der berüchtigtsten Gangs der Welt entstanden. Häufig romantisiert in Filmen und TV-Serien, verbreiten diese kriminellen Organisationen jedoch meist Angst und Schrecken in ihrem Umfeld. Diese Gangs sind auf der Welt am meisten gefürchtet.

Hells Angels: Eine der berüchtigsten Gangs der Welt. Auch sie sind auf ihren...

Hells Angels

Mit dem Begriff Hells Angels kann wohl jeder etwas anfangen. Zu bekannt ist das Bild des Motorradrockers auf einer Harley Davidson, gekleidet in Lederkutte mit dem typischen geflügelten Totenkopf auf dem Rücken. Die Hells Angels sind ohne Zweifel der bekannteste Motorradklub der Welt und berüchtigt für ihre Verstrickungen in Waffen- und Drogenhandel sowie Prostitution.

Gegründet wird der Klub 1948 von Vietnamveteranen in Kalifornien. Heute gibt es sogenannte Chapter, gewissermaßen lokale Niederlassungen, der Hells Angels in 32 Ländern, darunter auch Deutschland.

Mara Salvatrucha

Die Mara Salvatrucha, auch MS-13 genannt, wird Anfang der 1980er Jahre in Los Angeles von Immigranten aus El Salvador gegründet. Beinahe zu einer Massenbewegung in Mittelamerika wird die MS-13 allerdings in den 1990er Jahren, als massenweise Häftlinge mit Latinowurzeln aus den USA in ihre Heimatländer abgeschoben werden und dort ihre kriminelle Laufbahn von vorn beginnen.

Traurige Berühmtheit erlangen die schätzungsweise 50.000-100.000 Mitglieder der MS-13 vor allem durch ihr äußerst brutales Auftreten, bei dem nicht selten Unschuldige zu Tode kommen. Schon das Aufnahmeritual zeigt, welchen Weg die MS-13 seinen Anhängern vorgibt: 13 Sekunden lang müssen sich Anwärter mit entblößtem Oberkörper von 13 Mitgliedern verprügeln lassen. In Mittelamerika bestimmt die schwer bewaffnete Gang zum Teil das öffentliche Leben und beherrscht die überfüllten Gefängnisse in Eigenregie. Die Wärter haben zu viel Angst und überlassen die Häftlinge größtenteils sich selbst.

18th Street Gang

Bis aufs Blut verfeindet sind die Mara Salvatrucha und die 18th Street Gang, die umgangssprachlich nur als Mara 18 bezeichnet wird. Dabei unterscheidet sich ihr Vorgehen kaum voneinander. Beides sind Latino-Jugendbanden, die sowohl auf den Straßen von Los Angeles als auch in El Salvador, Guatemala und Honduras aktiv sind.

Geld beschaffen die Gangs mit Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Entführungen und Überfällen. Ihr Vorgehen ist dabei außerordentlich brutal, mitunter werden ganze Familien der rivalisierenden Gang hingerichtet, um eigene Stärke zu demonstrieren.

Armut und Perspektivlosigkeit treiben Kinder in Lateinamerika in die Arme der Maras, die Zusammenhalt und Sicherheit versprechen. Entsprechend groß ist die Treue, mit der die Mitglieder ihrer Gang dienen und nicht selten auch ihr Leben für sie lassen.

La Eme

Die La Eme, auch Mexikanische Mafia oder kurz MM genannt, ist eine klassische Gefängnisgang und wird in den 1950er Jahren im Gefängnis von Tracy in Kalifornien gegründet. Heute gilt sie als einer der größten Drogenhändlerringe in südkalifornischen sowie texanischen Gefängnissen und baut ihren Einfluss auch außerhalb der Mauern immer weiter aus.

Für die rund 30.000 Mitglieder gilt ein strenger Ehrenkodex nach dem Verrat, Homosexualität und Feigheit nicht geduldet und mit dem Tod bestraft werden.

Crips und Bloods

Sowohl die Crips als auch die Bloods zählen zu den berüchtigtsten Straßengangs von Los Angeles. Gegründet werden die Crips, kurz für „Community Revolution in Progress", 1969 von jugendlichen Afroamerikanern in Süd-L.A. Drei Jahre später gründen sich die Bloods, kurz für Blood Alliance, aus abtrünnigen Crips-Mitgliedern. Seither gelten beide Gangs als intensiv verfeindet.

Ihre genauen Mitgliederzahlen sind unklar, da sich in L.A. und anderen Gebieten der USA und Kanada diverse Untergruppen unter diesen Namen gebildet haben. Zumindest optisch lassen sich die rivalisierenden Gangs allerdings unterscheiden, da die Crips traditionell ein blaues und die Bloods ein rotes Halstuch tragen. Zu den prominenten Mitgliedern zählen die Rapper Snoop Dogg (Crips) und The Game (Bloods), beide haben allerdings ihre kriminellen Zeiten hinter sich gelassen.

Ihren Nachwuchs rekrutieren die Straßengangs bereits auf den Schulhöfen. So sprechen sie gezielt afroamerikanische Kinder und Jugendliche an und locken mit Zugehörigkeit, Geld und teurer Kleidung.

Yakuza

Die Historie der japanischen Mafia, weitläufig bekannt als Yakuza, reicht zurück bis ins 17. Jahrhundert. Die schwer tätowierten Mitglieder verstehen sich als Nachfahren der Samurai und gewissermaßen auch als Wohltäter, da sie „wertlosen″ Menschen eine Anlaufstelle bieten.

Mit rund 100.000 Mitgliedern sind die Yakuza die größte kriminelle Organisation Japans. Ihr Geld machen sie vor allem mit Glücksspiel, Zuhälterei und Erpressung. Intern herrschen eine strenge Hierarchie und ein brutales Bestrafungssystem, nach dem sich Mitglieder sogar bei kleinen Vergehen selbst ein Glied des kleinen Fingers abschneiden müssen.

Triaden

Die Triaden werden auch als China-Mafia bezeichnet und sind eigentlich ein Zusammenschluss tausender krimineller Organisationen im Reich der Mitte. Ihr Einflussgebiet reicht allerdings auch bis in andere Länder. Eine Triade kann bis zu 20.000 Mitglieder zählen, die größte in Hongkong ist rund 40.000 Soldaten stark.

Die Triaden zeichnen sich durch besonders brutale Bestrafungsmethoden gegenüber den eigenen Mitgliedern aus, es herrschen strenge Hierarchien. Über die kriminellen Machenschaften ist relativ wenig bekannt, allerdings sollen die Triaden den Heroinhandel in ganz Südostasien beherrschen.

Cosa Nostra

Die italienische Mafia ist nicht zuletzt dank Filmen wie „Der Pate″ der Inbegriff organisierter Kriminalität. Die sizilianische Vereinigung La Cosa Nostra, was so viel heißt wie „Unsere Sache″, gilt dabei als die Mafia schlechthin, auch wenn sie beispielsweise durch die Camorra in Neapel große Konkurrenz aus dem eigenen Land hat.

Zum Alltagsgeschäft der Cosa Nostra zählen Auftragsmorde, Erpressungen, Waffenschmuggel, Schutzgelderpressungen und Geldwäsche. Die Mitglieder der sogenannten Familien, die nicht unbedingt blutsverwandt sein müssen, geben sich im Gegensatz zu vielen anderen Gangs viel Mühe, unerkannt zu bleiben und leugnen die Zugehörigkeit zur Mafia vehement. Diese Tatsache hat gewiss zusätzlich zum geheimnisvollen Mythos um die Cosa Nostra beigetragen.

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