Steckbrief von Falco

Name: Johann "Hans" Hölzel
Künstlername: Falco
Geboren: 19.02.1957 in Wien
Gestorben: 06.02.1998 in Puerto Plata, Dominikanische Republik
Größe: 175 cm
Partnerin: Isabella Vitković (verh. 1988–1989)
Kinder: Katharina Bianca (1993 ergab ein Vaterschaftstest allerdings, dass Falco nicht der leibliche Vater von Katharina Bianca war)
Auszeichnungen (Auswahl): Goldene Europa (1982, 1986), Bravo Otto (1985, 1986), Echo (1999), Amadeus Austrian Music Award (200, 2005, 2007)
Trivia: Sein Song "Rock Me Amadeus" erreichte als bis heute einziges deutschsprachiges Lied die Spitze der US-Billboard-Charts.

Biographie von Falco: Inhaltsangabe

  1. Früh übt sich: Falcos Kindheit und Jugend
  2. Erste Schritte auf dem Weg zum Weltruhm: Hölzels Zeit in Berlin
  3. Zurück in Wien: Die Hallucination Company und "Drahdiwaberl"
  4. Falcos Solokarriere im Aufschwung: "Der Kommissar"
  5. "Rock Me Amadeus": Falco auf dem Zenit seines Ruhms
  6. Skandal um "Jeanny" und erste Rückschläge
  7. Comeback mit dem Album "Nachtflug" und Stilwechsel
  8. Tragischer Unfalltod mit 40 Jahren
  9. Wirken nach seinem Tod
  10. Discografie

Früh übt sich: Falcos Kindheit und Jugend

Der kleine Johann "Hans" Hölzel bekam bereits im Alter von vier Jahren sein erstes Klavier geschenkt. Die Wiener Musikakademie, bei der er ein Jahr später vorspielte, stellte ein absolutes Gehör fest. Hans verließ später im Alter von 16 Jahren das Gymnasium. Daraufhin überredete seine Mutter ihn zu einer Lehre als Bürokaufmann. Diese brach er allerdings bald wieder ab und meldete sich ein Jahr später zum achtmonatigen Präsenzdienst des österreichischen Bundesheers, jedoch nicht, ohne vorher seine erste Band, "Umspannwerk", gegründet zu haben. Während seiner Zeit im Bundesheer lernte er Bassgitarre zu spielen.

Drei Semester lang studierte Hölzel am Wiener Jazz-Konservatorium. Im Wesentlichen tat er das seiner Mutter zuliebe, lernte dabei jedoch auch theoretische Grundlagen, die ihm in seiner späteren Musikkarriere nützlich werden sollten. Dann wollte er aber ein "richtiger Musiker" werden und brach das Studium ab.

Erste Schritte auf dem Weg zum Weltruhm: Hölzels Zeit in Berlin

In den späten 1970er Jahren begann eine neue Ära in der Musikszene. Der Punk begann von Großbritannien aus seinen Siegeszug in Europa und die britische Musiklegende David Bowie verwirklichte in West-Berlin seine "Berlin-Trilogie", bestehend aus den Alben "Low", "Heroes" und "Lodger". Der junge Hans Hölzel fühlte sich von dieser flirrenden Umbruchphase magisch angezogen und ging für fast ein Jahr nach Berlin – in der Hoffnung, seinem Idol David Bowie über den Weg zu laufen. Er versuchte sich als Jazz-Rocker und tingelte mit wechselnden Berliner Bands durch die Clubs der geteilten Stadt. Wirklich heimisch fühlte er sich in Berlin jedoch nie.

In Wien startete Falcos Karriere
In Wien wurde der Ausnahmesänger Falco geboren. Hier startete er auch seine einzigartige Karriere.

Zurück in Wien: Die Hallucination Company und Drahdiwaberl

Der Musiker Ludwig "Wickerl" Adam gründete 1977 das Erste Wiener Musiktheater, das sich später Hallucination Company nannte. Er entdeckte Hans Hölzel als Straßenmusiker in Mödling bei Wien und erkannte dessen Talent. Als Bassist trat Hölzel der Band bei und blieb dort bis 1979. Die Hallucination Company sah sich selbst zwar als "Blödelbigband", doch Adam arbeitete mit großer Akribie und Präzision – Eigenschaften, die dem Perfektionisten Hölzel imponierten.

Während der Tour der Hallucination Company 1978 wurde aus Johann "Hans" Hölzel schließlich Falco. Er hatte den ostdeutschen Skispringer Falko Weißpflog im Fernsehen gesehen und war von dessen Leistung tief beeindruckt. Das "k" im Vornamen ersetzte er durch ein "c", weil das internationaler wirkte, und so entstand sein Pseudonym, mit dem er in den 1980er Jahren seinen rasanten Aufstieg in die Charts erleben sollte. Er kultivierte von nun an zudem einen Stil, der sich deutlich von seinen Bandkollegen abhob. Während die anderen mit langen Haaren und zerrissener Kleidung auftraten, kleidete sich Falco im Designer-Anzug, kämmte die kurzen Haare streng nach hinten und verbarg seine Augen hinter einer dunklen Sonnenbrille.

Falco fiel dem Gründer der politischen Anarcho-Band "Drahdiwaberl", Stefan Weber, auf. Dieser lud den Bassisten ein, in der Band zu spielen. Das tat Falco auch, nicht jedoch, ohne seine Designer-Anzüge mit durchsichtigen Plastikmänteln während der Auftritte vor den ausufernden Chaos-Exzessen seiner Kollegen zu schützen. Gleichzeitig trat er erstmals auch als Sänger in Erscheinung, in der Coverband "Spinning Wheel". 1980 schrieb er den Song "Ganz Wien" über die Drogenszene seiner Heimatstadt. Daraus wurde ein Underground-Hit, aber der Rundfunk boykottierte das umstrittene Werk.

Falcos Solokarriere im Aufschwung: "Der Kommissar"

Bei einem "Drahdiwaberl"-Konzert wurde der Wiener Plattenproduzent Markus Spiegel auf Falco aufmerksam. Er schloss mit ihm einen Vertrag über drei Solo-Platten ab und machte ihn mit dem Soundmixer und Musikproduzenten Robert Ponger bekannt. Er spielte dem Sänger ein Musikstück vor, das er eigentlich für jemand anders komponiert hatte, und Falco schrieb dazu einen Text. Das war die Geburtsstunde des Hits "Der Kommissar". Mit Robert Ponger produzierte Falco sein erstes Album "Einzelhaft" und 1984 sein zweites Album "Junge Roemer". Es gilt heutzutage als sein bestes Werk, doch der kommerzielle Erfolg blieb aus.

Wolfgang Amadeus Mozart
Mozart sei Dank: Mit "Rock Me Amadeus" feierte Falco internationale Erfolge.

"Rock Me Amadeus": Falco auf dem Zenit seines Ruhms

Falco verließ Ponger und wechselte zu Rob und Ferdi Bolland, einem niederländischen Produzenten-Duo. Inspiriert von dem Film "Amadeus" des Regisseurs Milos Forman schrieb er den Song "Rock Me Amadeus" und eroberte damit die internationale Musikwelt im Sturm. Anfang 1986 stieg der Hit in die Top Ten der US-amerikanischen Billboard-Charts ein und am 20. März 1986 erklomm er sogar Platz 1. Dort hielt sich der Superhit drei Wochen lang – etwas, das noch nie zuvor und nie wieder danach einem deutschsprachigen Lied gelungen war.

Skandal um "Jeanny" und erste Rückschläge

Mit dem Song "Jeanny" provozierte Falco Mitte der 1980er Jahre einen der größten Skandale in der Geschichte der deutschsprachigen Popmusik. Der vieldeutige Text wurde von Kritikern als Verherrlichung einer Vergewaltigung interpretiert, obwohl davon nicht explizit die Rede ist. Viele Sendeanstalten boykottierten das Lied daraufhin.

Ende 1986 führte seine Welttournee Falco bis nach Japan. Auftritte in den USA Anfang 1987 kamen jedoch nicht zustande, da der Sänger unter Heimweh litt. Er gab seine Weltstar-Ambitionen auf und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück.

Privat lief es bei Falco überhaupt nicht rund. Seine Ehe mit Isabella Vitkovic dauerte nur zehn Monate, das 1986 geborene Mädchen Katharina Bianca erwies sich später als Tochter eines anderen Mannes. Drogen, Alkohol und Medikamente vermochten Falcos Selbstzweifel und Depressionen nicht zu lindern.

Comeback mit dem Album "Nachtflug" und Stilwechsel

1992 veröffentlichte Falco in Zusammenarbeit mit den Gebrüdern Bolland das Album "Nachtflug". Die erste Singleauskopplung "Titanic" bescherte dem Sänger den ersten Erfolg seit dem Skandal um "Jeanny". Gleichzeitig ist "Nachtflug" das letzte Studioalbum, das Falco zu seinen Lebzeiten veröffentlichte.

1995 vollzog der Sänger einen Stilwechsel mit der Techno-Version eines alten Berliner Schlagers "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da". Ein Jahr später versuchte Falco sich mit der Dance-Nummer "Naked", die in Österreich zwar Erfolg hatte, in Deutschland aber floppte.

Falcos Management übernahm 1997 Claudia Wohlfromm, die mit dem Sänger sein letztes, erst postum veröffentlichtes Album "Out of the Dark" produzierte. Sie verpasste ihm außerdem einen neuen Look mit blondierten Haaren und Lederjacke.

Tragischer Unfalltod mit 40 Jahren

Johann "Hans" Hölzel hatte 1996 die Dominikanische Republik zu seiner Wahlheimat erkoren. Dort wohnte er mit einem Freund, Hans Reinisch, zusammen. Dieser berichtet, dass sich der Sänger wohl in eine junge Frau verliebt hatte, doch ihr Vater hatte etwas gegen die Beziehung einzuwenden. Falco soll daraufhin, nachdem er zwei Jahre lang clean gewesen sei, rückfällig geworden sein. Am 6. Februar 1998 fuhr Falco mit seinem Geländewagen von einem Parkplatz in Puerto Plata ab. Ein Reisebus konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen – Falco war auf der Stelle tot. 1,5 Promille Alkohol, Spuren von Kokain und Marihuana fand die Polizei später in seinem Blut. Im Beisein von über 4000 Fans wurde Falco auf dem Wiener Zentralfriedhof beerdigt. Sein Sarg wurde von Mitgliedern der Wiener Motorrad-Rocker "Outsider Austria", die 1985 im Video zu "Rock Me Amadeus" mitgespielt hatten, zu Grabe getragen.

Wirken nach seinem Tod

Mit Falcos tödlichem Autounfall im Februar 1998 verlor die deutschsprachige Musikwelt eines ihrer größten Talente. Bis dahin hatte der Sänger ein wildes Leben wie im Rausch geführt, inklusive Drogen, Alkohol, Liebesqualen und seelischen Problemen. Was bleibt sind seine revolutionären Hits wie "Der Kommissar" oder "Rock Me Amadeus".

Auch nach seinem Tod verliert Falco seine Anziehungskraft nicht. Jahre nach seinem Tod ist sein Grab immer noch eine Pilgerstätte seiner Fans. Auch die Popkultur widmet dem Sänger immer wieder Hommagen. So wurde am 24. September 2000 das Musical "Falco meets Amadeus (FMA)" im Berliner Theater des Westens uraufgeführt. Das Musical behandelt - wie der Name schon sagt - die Leben zweier Ausnahmeerscheinungen der Musikgeschichte, Falco und Wolfgang Amadeus Mozart. Die Handlung orientiert sich dabei an der klassischen "Faust"-Geschichte. 

Einen Tag vor Falcos 60. Geburtstag, am 18. Februar 2017, wurde ein weiteres Musical um den Extremkünstler uraufgeführt: "Falco – das Musical" besuchten bislang über 250.000 Zuschauer.

Discografie

1982:
Einzelhaft

Tracklisting:
  1. Zuviel Hitze
  2. Der Kommissar
  3. Siebzehn Jahr‘
  4. Auf der Flucht
  5. Ganz Wien
  6. Maschine brennt
  7. Hinter uns die Sintflut
  8. Nie mehr Schule
  9. Helden von heute
10. Einzelhaft

1984:
Junge Roemer

Tracklisting:
  1. Junge Roemer
  2. Tut-Ench-Amon (Tutankhamen)
  3. Brillantin‘ Brutal‘
  4. Ihre Tochter
  5. No Answer (Hallo Deutschland)
  6. Nur mit dir
  7. Hoch wie nie
  8. Steuermann
  9. Kann es Liebe sein

1985:
Falco 3

Tracklisting:
  1. Rock Me Amadeus
  2. America
  3. Tango The Night
  4. Munich Girl
  5. Jeanny
  6. Vienna Calling
  7. Männer des Westens
  8. Nothing Sweeter Than Arabia
  9. Macho Macho
10. It’s All Over Now, Baby Blue

1986:
Emotional

Tracklisting:
  1. Emotional
  2. Kamikaze Capa
  3. Crime Time
  4. Cowboyz And Indianz
  5. Coming Home
  6. The Star Of Moon And Sun
  7. Les nouveaus riches
  8. The Sound Of Musik
  9. The Kiss Of Kathleen Turner

1988:
Wiener Blut

Tracklisting:
  1. Wiener Blut
  2. Falco Rides Again
  3. Untouchable
  4. Tricks
  5. Garbo
  6. Satellite To Satellite
  7. Read A Book
  8. Walls Of Silence
  9. Solid Booze
10. Sand am Himalaya
11. Do It Again

1990:
Data De Groove

Tracklisting:
  1. Neo Nothing - Post Of All
  2. Expocityvisions
  3. Charisma Kommando
  4. Tanja P. nicht Cindy C.
  5. Pusher
  6. Data de Groove
  7. Alles im Liegen
  8. U.4.2.P.1 Club Dub
  9. Bar Minor 7 - 11 (Jeanny Dry)
10. Anaconda ‘mour

1992:
Nachtflug

Tracklisting:
  1. Titanic
  2. Monarchy Now
  3. Dance Mephisto
  4. Psychos
  5. S.C.A.N.D.A.L.
  6. Yah-Vibration
  7. Propaganda
  8. Time
  9. Cadillac Hotel
10. Nachtflug

1998:
Out Of The Dark (Into The Light)

Tracklisting:
  1. No Time For Revolution
  2. Out Of The Dark
  3. Shake
  4. Der Kommissar (2000)
  5. Mutter, der Mann mit dem Koks ist da
  6. Hit Me
  7. Cyberlove
  8. Egoist
  9. Naked