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Whitney Houston: Eine berühmte Familie

Der Weg zur Musikkarriere wird Whitney Houston praktisch in die Wiege gelegt, als sie am 9. August 1963 in Newark im US-Bundesstaat New Jersey zur Welt kommt. Ihre Mutter ist Cissy Houston, Gospelstar und Backgroundsängerin von Elvis Presley, Jimi Hendrix oder Dusty Springfield. Teil der Houston-Familie sind auch Dionne Warwick, Nichte von Cissy und bekannte Sängerin in den USA, sowie Gospel-Röhre Aretha Franklin, die Patentante von Whitney Houston ist.

Die Familie ist sehr aktiv in einer Baptistenkirche, wo die junge Whitney schon als Teenager im Juniorchor singt und Klavier spielt. Auch bei Auftritten mit ihrer Mutter in Nachtklubs sammelt sie Bühnenerfahrung, bevor ihre Karriere als Backgroundsängerin von Chaka Khan 1978 langsam professionelle Züge annimmt. Whitney Houstons Schönheit bringt ihr aber auch Aufmerksamkeit als Model ein, so ziert sie die Cover von "Seventeen" und "Glamour", Erstgenanntes sogar als erste schwarze Frau überhaupt.

Debütalbum schlägt ein wie eine Bombe

1985 veröffentlicht die damals 21-Jährige ihr Debütalbum mit dem Titel "Whitney Houston", das zum bestverkauften Debüt eines Musikers avanciert. Auskopplungen wie "Saving All My Love For You", "How Will I Know" oder "The Greatest Love of All" werden alle zu Nummer-eins-Hits in den USA. "Whitney Houston" verkauft sich weltweit über 25 Millionen mal und bringt der mittlerweile international bekannten Sängerin den ersten Grammy ein.

Nur zwei Jahre später kommt das zweite Album "Whitney" heraus, das mit Hits wie "I Wanna Dance with Somebody", "Didn't We Almost Have It All" und "Where Do Broken Hearts Go" ebenfalls zum Riesenerfolg wird und von null auf Platz eins in die US-Charts einsteigt. Kritiker werfen der jungen Sängerin mit der Riesenstimme vor, dass der Stil dem Debüt zu ähnlich sei. Doch der Erfolg gibt ihr Recht: Als "Where Do Broken Hearts Go" im April 1988 die Charts erklimmt, wird Whitney Houston offiziell zum ersten Künstler überhaupt mit sieben Nummer-Eins-Hits in Folge in den Billboard-Charts. Damit lässt sie die Beatles und die Bee Gees hinter sich, die den Rekord mit sechs aufeinanderfolgenden Hits bislang hielten.

Privat tritt Whitney Houston als Unterstützerin von Nelson Mandela und seinem Kampf gegen die Apartheid auf. Im Juni 1988 performt sie im Londoner Wembley Stadion, um den 70. Geburtstag des zu der Zeit inhaftierten Politikers zu feiern. Im gleichen Jahr singt sie das Titellied der Olympischen Spiele in Seoul, "One Moment in Time" und setzt sich mit dem Song an die Spitze der deutschen und britischen Singlecharts.

Mit Kevin Costner nach Hollywood

1992 macht die 29-Jährige ihren ersten großen Schritt in die Schauspielerei: Kevin Costner sieht sie als Idealbesetzung für das von ihm produzierte Musikdrama "The Bodyguard" und verschiebt das Projekt sogar um ein Jahr, da die Sängerin zu der Zeit auf Tour ist. Costner übernimmt auch die Hauptrolle des titelgebenden Bodyguards, der sich in seine von Whitney Houston gespielte Klientin verliebt. Mit ihrem Casting geht er ein großes Risiko ein, da sie keine Schauspielerfahrung aufweisen kann.

Doch das Risiko zahlt sich aus: Auch wenn Houstons Spiel viel Kritik einstecken muss, wird "The Bodyguard" zum Riesenerfolg: Mit 411 Millionen Dollar spielt der Film ein Vielfaches seiner Produktionskosten wieder ein. Bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, die beiden Hauptdarsteller hätten sich beim Dreh überhaupt nicht verstanden. 20 Jahre später, bei Whitney Houstons Beerdigung am 19. Februar 2012, hält Kevin Costner eine emotionale Rede und widerlegt die Gerüchte auch für die allerletzten Zweifler.

I Will Always Love You: Die schönste Ballade aller Zeiten

Noch erfolgreicher als der Film wird der Soundtrack zu "The Bodyguard", zu dem Whitney Houston sechs Titel beisteuert. Die Titel "I Have Nothing" und "Run to You" werden beide für einen Oscar nominiert. Den Titelsong "I Will Always Love You", ein Cover von Dolly Parton, wählt Kevin Costner persönlich aus und besteht auch auf den berühmten A-cappella-Anfang der gefühlvollen Liebeshymne. "I Will Always Love You" hält sich 14 Wochen auf Platz eins der Billboard-Charts und wird heute oft als "Signature Song" von Whitney Houston bezeichnet.

Mit Rollen in "Waiting to Exhale – Warten auf Mr. Right" 1995 und ein Jahr später in "Rendezvous mit einem Engel" an der Seite von Denzel Washington weitet Whitney Houston ihre Schauspielkarriere aus. Die letzte Rolle vor ihrem Tod spielt sie 2012 in "Sparkle", einem Remake des gleichnamigen Musikfilms aus dem Jahr 1976. 2009 lehnt sie die Rolle der Grace Hitchens in der Comedyserie "Glee" ab, stattdessen wird Sängerin Eve gecastet.

Der Abstieg mit Bobby Brown

Houstons Karriere und sauberes Image nehmen in den Jahren nach ihrer Hochzeit mit dem Rapper Bobby Brown eine deutliche Talfahrt. Viele Fans sehen in Brown denjenigen, der die gefeierte Popsängerin in die Drogensucht und Selbstzerstörung treibt, Medien nennen das Paar "Die Schöne und das Biest". Nach dem Ende der Ehe gesteht Whitney Houston im Gespräch mit Oprah Winfrey, wie sie unter ihrem gewalttätigen und drogenabhängigen Mann gelitten, monatelang im Schlafanzug mit ihm Kokain konsumiert habe.

Das Familiendrama manifestiert sich auch in der gemeinsamen Tochter Bobbi Kristina, die am 4. März 1993 zur Welt kommt. Eine Fehlgeburt hat ihre berühmte Mutter da bereits hinter sich, zwei weitere folgen 1994 und 1996. Mit elf Jahren kommt das Mädchen in die Obhut ihrer Patentante Natalie Cole. Gezeichnet von der Drogensucht kann Whitney Houston sich nicht mehr um ihre Tochter kümmern und verbringt mehrere Aufenthalte in Entzugskliniken. 2006 trennt sie sich von Bobby Brown und erhält zwei Jahre später das Sorgerecht für Bobbi Kristina zurück.

Whitney Houston mit Tochter Bobi Kristina
Bobbi Kristina bleibt Whitney Houstons einziges Kind.

Whitney Houston ist tot

2009 erhält ihre Karriere einen neuen Schub mit einem neuen Album und einer Welttournee, doch jahrelange Drogensucht und Alkoholexzesse haben ihre Spuren hinterlassen. Whitney Houstons Stimme ist nicht mehr dieselbe, bei einem Konzert in Berlin wird sie gnadenlos ausgepfiffen. 2011 folgt der nächste Entzug, die 47-Jährige ist auch optisch nur noch ein Schatten ihrer selbst. Am 11. Februar 2012, nur einen Tag vor dem geplanten Auftritt bei den Grammys, wird Whitney Houston tot in einem Hotelzimmer in Beverly Hills gefunden, mit dem Gesicht nach unten in der Badewanne.

Später stellt sich heraus: Die möglicherweise größte Sängerin ihrer Generation ist ertrunken, in ihrem Blut finden sich Kokain und Spuren von diversen Beruhigungsmitteln. Ihre Tochter ist zu dem Zeitpunkt erst 18 Jahre alt, sie erleidet einen Nervenzusammenbruch und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Später macht sie genau wie ihre Mutter Schlagzeilen durch den Konsum harter Drogen und wird heroinsüchtig. Besonders tragisch: Fast exakt drei Jahre nach dem Tod von Whitney Houston wird Bobbi Kristina bewusstlos in einer Badewanne aufgefunden. Danach liegt sie monatelang im Koma, bevor sie am 26. Juli 2015 schließlich verstirbt.

Fazit

Das Leben von Whitney Houston nimmt einen rasanten Wandel vom gläubigen jungen Mädchen, das von der Familie behütet als Teenager im Gospelchor singt, hin zur drogenabhängigen Ehefrau eines gewalttätigen Rappers. So kontrolliert die Sängerin ihre Weltkarriere in den 1980er und frühen 1990er Jahren im Griff hat, so unsicher und beeinflussbar ist sie als Privatperson. Ihr Drogenkonsum verhindert ein Comeback in den 2000er Jahren und resultiert schließlich in ihrem viel zu frühen Tod mit nur 48 Jahren. Opfer des Lebensstils ihrer Eltern ist Tochter Bobbi Kristina, die mit nur 22 Jahren in Folge ihres Drogenkonsums stirbt.