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Fakten über Conan Doyle - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 25 Staffel 1

Arthur Conan Doyle: Er gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Er ist ein Pionier in der Welt der Kriminalliteratur. Wussten Sie, dass er eine der berühmtesten Romanfiguren erschaffen hat: Sherlock Holmes.

12.10.2016 15:19 | 5:40 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Arzt, Sportler, Schriftsteller

Sir Arthur Conan Doyle: Der Mann, der Sherlock Holmes erfand

Er gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts und gilt als ein Pionier der Kriminalliteratur: Sir Arthur Conan Doyle. Wussten Sie eigentlich, dass er im Alter von nur 28 Jahren eine der berühmtesten Romanfiguren der Welt erschaffen hat? Sherlock Holmes wird bis heute von vielen sogar für eine echte Person gehalten.

Strenge katholische Erziehung

Sir Arthur Conan Doyle erblickt am 22. Mai 1859 in Edinburgh das Licht Welt. Er ist eines von insgesamt zehn Kindern des irisch-schottischen Ehepaares Mary und Charles Altamont Doyle. Doyles Kindheit ist geprägt von einer strengen, katholischen Erziehung. Sein Vater ist depressiv und alkoholkrank. Er kann mit seinem Sohn nicht viel anfangen und schickt ihn auf ein Internat. In der Jesuitenschule "Stonyhurst" zeigt sich: Der junge Mann ist hochbegabt und ein talentierter Geschichtenerzähler. Seine Klassenkameraden bestechen ihn oft mit Süßigkeiten – nur damit er weiter erzählt.

In Edinburgh studiert Arthur Conan Doyle Medizin und lernt sein großes Vorbild kennen: Joseph Bell, Professor der Pathologie. Dieser forscht intensiv auf den Gebieten der Chemie, Gift- und Schrift- sowie der Leichenkunde. Er will Verbrechen mit Hilfe dieser Fachgebiete aufklären und legt damit den Grundstein für die moderne Spurensicherung. Außerdem führt der Professor die Autopsie in die Kriminaltechnik ein. Dank seiner Arbeit lassen sich nun Morde nachweisen, bei denen man vorher von natürlichen Todesursachen ausging. Bell ist damit auch einer der ersten Gerichtsmediziner.

Conan Doyle ist beeindruckt von der scharfsinnigen Beobachtungsgabe und dem analytischen Verstand seines Professors. Joseph Bell wird aber nicht nur sein medizinisches Idol, sondern auch Vorbild für einen der berühmtesten Romanhelden der Literaturgeschichte.

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Sir Arthur Conan Doyle zählt noch heute zu den bekanntesten Schriftstellern der Welt. © dpa

Die Ehen des Sir Arthur Conan Doyle

1885, ein Jahr bevor er seine Promotion erfolgreich abschließt, heiratet Arthur Conan Doyle Louise Hawkins, die Schwester einer seiner Patientinnen. Aus der Ehe gehen die beiden Kinder Kingsley und Mary hervor. Nach Louises Tod 1906 geht der Arzt und Schriftsteller ein Jahr später die Ehe mit Jean Leckie ein, die ihren Mann später um rund zehn Jahre überleben sollte. Sie schenkt ihm zwei weitere Söhne und eine Tochter – Denis, Adrian und Jean, genannt "Billie".

Arzt, Sportler und Schriftsteller

Nach seinem Studium arbeitet Sir Arthur Conan Doyle zuerst als Schiffsarzt in Afrika und der Antarktis. Ungewöhnlich für einen Arzt: Er hilft bei der Jagd nach Robben und Walen – und kommt dabei fast ums Leben, als er sich im Eifer des Gefechts während der Jagd ins eisige Antarktismeer stürzt. Ansonsten ist Doyle eine wahre Sportskanone. Er liebt das Boxen und spielt Kricket. Mit 35 Jahren überquert er mit Skiern einen Alpenpass. Angeblich hat er damit sogar das Skifahren in die Schweiz gebracht.

Obwohl Arthur Conan Doyle eigentlich Arzt ist, beginnt er schon früh, in seiner Freizeit Kriminalgeschichten zu schreiben. Sein Vorbild: die Krimis von Edgar Allen Poe. Doch Doyle eifert dem berühmten Idol nicht einfach nur nach. Mit 28 Jahren gelingt ihm, wovon andere Schriftsteller nur träumen können: Er erschafft die berühmteste und beliebteste Detektivfigur der Welt: Sherlock Holmes, sein Krimiheld aus London, genauer gesagt aus der Baker Street 221B, zählt bis heute zu den bekanntesten Figuren der Literatur. Damit wird Doyle zu einem der Erfinder des modernen Krimis. Vorbild für seinen genialen Detektiv ist sein Idol aus Studienzeiten, Joseph Bell.

Sherlock Holmes ist hochintelligent und kann brillant kombinieren. Gleichzeitig zeichnet er sich durch seine exzentrische Art und den bisweilen ausgeprägten Kokainkonsum aus – das macht ihn so lebendig. Eine weitere Besonderheit an Sir Arthur Conan Doyles Geschichten: Der studierte Mediziner beschreibt in seinen Romanen die allerneuesten Kriminaltechniken und ist seiner Zeit häufig sogar voraus.

Noch heute glauben viele Menschen, Sherlock hätte wirklich existiert. Jedes Jahr erreichen hunderte Briefe seine fiktive Londoner Adresse in der Baker Street 221B, in denen der Meisterdetektiv um Hilfe gebeten wird.

Als Assistenten stellt Doyle seinem Meisterdetektiv den biederen Dr. Watson zur Seite und schreibt der Figur viele seiner eigenen Eigenschaften auf den Leib. Watson dient nicht nur als Erzählerfigur, sondern auch als Identifikationsobjekt für seine Leser. Die Rechnung geht auf: Die Geschichten von Arthur Conan Doyle werden im "Strand Magazine" abgedruckt, unzählige Leser reißen sich um die Abenteuer des exzentrischen Detektivs. Insgesamt werden die Geschichten des meisterhaften Erzählers weltweit in über 50 Sprachen übersetzt. Doyle zählt seiner Zeit damit zu den bestbezahlten Schriftstellern der Welt. Und auch heute noch kennt jeder die Kunstfigur Sherlock Holmes, der gemeinsam mit seinem Assistenten auf Spurensuche geht.

Noch heute pilgern viele Fans zur Romanadresse des fiktiven Meisterdetektivs.
Noch heute pilgern viele Fans zur Romanadresse des fiktiven Meisterdetektivs.

Ein Leben ohne Sherlock Holmes

Nach dem Tod seines Sohnes Kingsley im Ersten Weltkrieg beschäftigt sich Sir Arthur Conan Doyle mit Parapsychologie. Er will mit seinem verstorbenen Sohn in Kontakt treten. Außerdem glaubt er an Überirdisches, Geister und Zauberei. Für Studien auf diesem Gebiet gibt Doyle viel Geld aus. Als Verfasser von parapsychologischen Sachbüchern will er Anerkennung finden. Doch die Leute nehmen ihn nicht ernst und wollen nur seine Krimis. Seine berühmte Kunstfigur ist übermächtig.

Das setzt den Autor unter Druck. Sein Kriminalheld ist inzwischen beliebter als er selbst. Sir Arthur Conan Doyle empfindet Sherlock Holmes zunehmend als Belastung. Und so beschließt er, den Detektiv sterben zu lassen. Tausende von Krimifans, allen voran die Mutter des Autors, sind entsetzt. Mit einer schwarzen Armbinde drücken sie ihre Trauer aus. Doch der Autor lässt sich nicht erweichen. Das "Strand Magazine" verliert in Folge dessen rund 20.000 Abonnenten.

Erst 1903 lässt Sir Arthur Conan Doyle seinen Sherlock Holmes zum Teil aus Geldnot wieder auferstehen. Obwohl der Schriftsteller insgesamt vier Romane und 56 Kurzgeschichten über den genialen Ermittler verfasst, gilt "Der Hund von Baskerville" bis heute als sein bester Roman.

Am 7. Juli 1930 stirbt Sir Arthur Conan Doyle im Alter von 71 Jahren auf seinem Anwesen in Sussex an einem Herzinfarkt. Er wird auf dem "All Saints Churchyard" in Minstead unter einer alten Eiche beigesetzt.

Fazit: Sir Arthur Conan Doyle gilt bis heute als einer der bekanntesten Schriftsteller der Weltgeschichte. Seine eigene Berühmtheit wird nur durch die seines charismatischen Meisterdetektivs Sherlock Holmes noch übertroffen.

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