Themen-Spezial

Playlist

Themen-Spezial

Fakten über die Wall Street - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 35 Staffel 1

Sie ist die berühmteste Wertpapierbörse der Welt: die Wall Street in New York. Wussten Sie eigentlich, dass Sie gar nicht an der Wall Street, sondern an der Broad Street liegt? Und es gibt hier noch mehr Kuriositäten...

26.10.2016 16:20 | 4:40 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Wissenswerte Fakten

Wall Street: Der Handel mit Wertpapieren

Die Wall Street in New York ist die berühmteste Wertpapierbörse der Welt. Doch wussten Sie eigentlich, dass sie gar nicht an der Wall Street, sondern an der Broad Street liegt? Erfahren Sie hier noch weitere Kuriositäten.

Ausgefallene Rituale an der Wall Street

Die New Yorker Stock Exchange ist die wichtigste Börse der Welt. Aktien von über 2.500 Unternehmen werden an der Wall Street gehandelt, zusammen sind die Unternehmen 15 Billionen Euro wert. Am Tag kaufen und verkaufen die Händler bis zu sieben Milliarden Aktien.

Die Wall Street hat kuriose Rituale: Zum Beispiel ziehen sich die Händler morgens immer um. Gegen 9 Uhr gehen die Börsenhändler in feinen Anzügen und Lackschuhen rein. Auf dem Parkett kommen sie allerdings mit verschiedenfarbigen Jacken an. Sie waren im 'Coatroom' – der Umkleide der Börse.  Was es damit auf sich hat, weiß Manuel Koch. Der Deutsche berichtet fürs Fernsehen von der Börse. "Der 'Coatroom' ist historisch gewachsen. Man wollte seine guten, feinen Anzüge nicht aufreiben hier an der Wall Street, wenn man sich jeden Tag so bewegt. Und deswegen hat man diese Dienstkleidung eingeführt“, erklärt der Experte. 

Aber nicht nur "oben rum" hat sich etwas verändert. Die Börsianer schlüpfen auch in bequemere Schuhe. Denn sie stehen fast den ganzen Tag. Die farbigen Jacken zeigen, welcher Aktienhändler für welche Handelsfirma arbeitet. Nur für Herren in Grün gilt das nicht. "Die Grünen, die sind besonders. Denn die haben eine Aufseherfunktion. Die sind angestellt von der New York Stock Exchange selbst und überwachen den Handel", begründet Manuel Koch.   

Die Wall Street in Manhattan, New York
Die Wall Street, die berühmteste Wertpapierbörse der Welt, liegt in Manhattan, New York.

Kein Handel ohne Kaffee

An der Wall Street befindet sich auch eine Kaffeekette, die überall auf der Welt Filialen hat. Aber was macht diese an der Wall Street besonders? Ganz einfach: Sie befindet sich quasi direkt auf dem Börsenparkett! Und weil nur Angestellte und geladene Gäste in die New Yorker Börse hineindürfen, ist dies die exklusivste Filiale der Welt. Außerdem brummt hier das Geschäft, denn Aktienhändler brauchen ständig einen wachen Geist. 

"Früher gab’s dann noch eine Kantine. Die gibt’s immer noch, aber da musste man dann erst runtergehen, oder rausgehen sogar aus der Börse, um seinen Kaffee zu bekommen. Das war natürlich weitaus umständlicher", erzählt Manuel Koch.

Was passiert an der Wall Street?

Im Prinzip funktioniert der Handel an der Wall Street wie ein großer Marktplatz. Es wird gekauft und verkauft, aber eben nur Wertpapiere. Unternehmen geben Aktien aus, an der Börse entsteht der Preis dafür. Wollen viele eine Aktie kaufen, geht der Preis wegen der großen Nachfrage nach oben. Bleibt eine Aktie links liegen, fällt der Kurs.

Und trotzdem: Hektik oder Marktgeschrei gibt es an der Wall Street nicht. "Vor noch 10 Jahren waren hier über fünfmal so viele Leute. Man sieht das ja immer in den Filmen, alle schreien, rennen umher. Das haben wir nur noch, wenn ein neues Unternehmen an die Börse geht, eine neue Aktie gehandelt wird. Ansonsten ist es eher ruhig. Hier sind etwa 20 Leute an einem Handelsplatz und die machen die Arbeit von früher 800 Leuten", so Börsenexperte Manuel Koch.

Zentral im Finanzdistrikt ist die New Yorker Stock Exchange.
Zentral im Finanzdistrikt ist die New Yorker Stock Exchange.

Handel auf "Autopilot"

An der Börse ersetzen heute Computer die Menschen. Der Handel läuft auf "Autopilot", die wenigen Händler greifen nur noch im Notfall ein. Computer, die die Arbeit von Hunderten Menschen übernehmen? Dafür braucht man jede Menge Rechenpower – und Platz. All das gibt es 55 Kilometer weit entfernt von der Wall Street, und zwar in einem eigenen Daten-Center. 

Auf der Fläche von fünf Fußballfeldern stehen über 3.000 Server. Der erforderliche Strom würde für eine Kleinstadt reichen. Es gibt mehrere Sicherheitssysteme gegen Hackerangriffe oder falls Computer ausfallen. 

Kein schöner Anblick an der Wall Street: Müllhaufen

Überall in der Börse liegen die Papierhaufen. Hat das etwas mit dem Handel an der Wall Street zu tun? Sind das eventuell alte Notizen der Börsianer? Manuel Koch erklärt: "Früher war man hier fast kniehoch in den Schnipseln, da ist zwei Mal am Tag die Putzkolonne durchgegangen. Und natürlich, durch die Technik braucht man dieses ganze Papier nicht mehr. Man braucht nicht mehr 'Cell Orders', alles aufschreiben. Das hat man nicht mehr. Heute liegen nur noch ein paar Schnipsel hier. Die Händler dürfen auch gar nicht mehr als 15 Minuten ihren Platz verlassen. Da bleibt man einfach stehen, wirft seinen Müll auf den Boden und das war‘s.“    

Eine ganz schön unschöne Tradition. Punkt 16:30 Uhr ist Börsenschluss. Dann geht’s an der Wall Street nicht mehr um Aktienhandel, sondern nur noch ums Aufräumen. 

Fazit: Die Wall Street ist eine der weltweit bedeutendsten Börsen. Tagtäglich werden hier wichtige wirtschaftliche Entscheidungen getroffen. Und auch wenn die Wall Street heutzutage noch von Kuriositäten wie dem Kleidungsritual geprägt ist, hat sich an der berühmtesten Wertpapierbörse der Welt zumindest technisch in der Vergangenheit so einiges getan.