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BND-Überwachungsmethoden - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 77 Staffel 1

Der Bundesnachrichtendienst hatte schon im kalten Krieg viele Tricks parat. Ein Agent zeigt für kabel eins Doku die alten Überwachungsmethoden für den verdeckten Einsatz, die heute noch erstaunen.

07.10.2016 15:07 | 5:04 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

ÄRA DER SPIONE

Die BND-Überwachungsmethoden im Kalten Krieg

Sicher wussten Sie, dass nicht nur die Stasi-, sondern auch die BND-Überwachungsmethoden wirklich außergewöhnlich waren. Nie wurde so viel getrickst, getäuscht und bespitzelt wie zur Zeit des Kalten Krieges. Das Ziel: die Beschaffung von Informationen. Doch wie haben die Abhörgeräte funktioniert und wann kamen sie zum Einsatz?

BND-Überwachungsmethoden unter strengem Verschluss

Der Bundesnachrichtendienst in Pullach ist neben dem Verfassungsschutz und dem Militärischen Abschirmdienst einer der drei deutschen Nachrichtendienste des Bundes. Nur Wenigen wird ein Blick hinter die Kulissen des BND gewährt.

Alle Informationen, die die Mitarbeiter über das Ausland sammeln, laufen hier zusammen, um sie an die Bundesregierung weiterzugeben. Damit das klappt, bekommen Agenten Hilfsmittel, die je nach Auftrag in einer Werkstatt extra hergestellt werden.

Auch unscheinbare Kugelschreiber wurden für die BND-Überwachungsmethoden verw...
Auch unscheinbare Kugelschreiber wurden für die BND-Überwachungsmethoden verwendet.

BND-Überwachungsmethoden zur Zeit des Kalten Krieges

Welche BND-Überwachungsmethoden das im Kalten Krieg waren, erzählt ein Mitarbeiter, der selbst noch im Einsatz ist und deshalb anonym bleiben muss. Auf den ersten Blick sehen die Gegenstände nicht besonders spannend aus und auch nicht gerade nach Hightech. Der BND-Agent erklärt aber: "Das ist genau die Kunst, herkömmliche Alltagsgegenstände so zu präparieren, dass sie auf den ersten und womöglich auch auf den zweiten Blick vollkommen unverfänglich sind, jedoch mit sensibler Technik versehen sind, die dann zur Anwendung kommt, wenn man gerade unbeobachtet ist. Beispielsweise ein herkömmlicher Knirps, den man mit einer Kamera versehen hat, die durch ein verdecktes Loch fotografiert."

Erst wenn man den vermeintlichen Regenschirm aus der Schutzhülle nimmt, offenbart er sein Innenleben. Eine analoge Minikamera, versteckt, um unbemerkt zu fotografieren. Und so funktioniert der Kamera-Knirps, einer der zahlreichen BND-Überwachungsmethoden: eine Drehung am Knauf öffnet das Objektiv, und per Knopfdruck löst sie aus.

BND-Überwachungsmethoden: Von Mini-Kameras bis hin zu Mikrofonen

Genauso effektive BND-Überwachungsmethoden wie die Mini-Kameras sind versteckte Mikrofone. "Eine relativ einfache Sache war es, direkt am Körper eine Mikrofoneinrichtung mit sich zu führen, die in verschiedenen unterschiedlichen Gegenständen verbracht wurde. Zum Beispiel eine Uhr", so der BND-Agent. Erst wenn man die Rückseite der Uhr sieht, lässt sich an den Löchern erahnen, dass dahinter ein Mikrofon steckt. Bei den Manschettenknöpfen ist das Mikrofon ein bisschen auffälliger, aber so genau schaut wohl kaum jemand hin.

Doch es gab ein Problem mit den BND-Überwachungsmethoden, zumindest was versteckte Mikrofone betraf. "Damals, war es nicht anders möglich, als in irgendeiner Form per Kabel, eine Verbindung zu schaffen zur Aufzeichnungseinheit", erklärt der BND-Agent. Und auch dies musste irgendwie versteckt werden!

Zwar passte es locker in einen Aktenkoffer oder eine Handtasche. Aber es gab einen Haken bei dieser BND-Überwachungsmethode: Die Aufnahmen gelangen nur, so lange die Spione die Tasche direkt am Körper trugen. Ein kurzes Abstellen der Tasche: unmöglich. Schließlich war sie verkabelt.

Der "Globus" war während des Kalten Krieges nur eine vermeintliche...
Der "Globus" war während des Kalten Krieges nur eine vermeintliche Aufmerksamkeit.

Der "Globus" – mehr als eine Aufmerksamkeit

Im Kalten Krieg verschenkten Mitarbeiter einen Globus als 'kleine' Aufmerksamkeit fürs Büro. Doch die hatte es in sich: Jedes Gespräch in der Nähe des Globus hörten die Agenten mit. Einzige Voraussetzung: Sie mussten sich in der Nähe befinden, denn die Reichweite des Funksignals betrug nur wenige Meter. Außerdem musste ein verdeckter Spion Wartungsarbeiten an demGerät gewährleisten.

"Das Problem an solchen Gegenständen ist, dass sie zwar eine hervorragende Tonqualität liefern, jedoch die Haltbarkeit von Batterien auf maximal einen Tag begrenzt war. Das heißt, man musste, um dauerhaft abhören zu können, täglich die Batterien wechseln", erklärt der Agent den Nachteil von einer der beliebtesten BND-Überwachungsmethoden des Kalten Krieges.

Fazit

Die BND-Überwachungsmethoden waren so unauffällig wie die Agenten selbst. Sowohl die Stasi als auch der Bundesnachrichtendienst entpuppten sich im Kalten Krieg als besonders kreativ, was Spionage betraf. Aus diesem Grund konnten damals selbst die harmlosesten Gegenstände wie ein Regenschirm oder ein Globus es wirklich in sich haben.

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