Ursprung und Bedeutung

Kaffee ist bei Jung und Alt beliebt, dabei weiß kaum jemand, wo das Heißgetränk eigentlich herkommt und was es bedeutet. Das Wort stammt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie „Stärke“ oder „Lebenskraft“. Weniger gewiss ist der Ursprung des schwarzen Goldes. Um diesen ranken sich viele Mythen und Legenden. Wer nach Fakten über Kaffee und seine Herkunft sucht, wird aber dennoch fündig – und zwar in Afrika. Hier nämlich ist die Coffea-Pflanze entstanden, die die Menschen im Laufe der Zeit auch in andere Länder brachten. Mittlerweile ist Kaffee nach Erdöl das zweitwichtigste Handelsgut weltweit.

Kaffeekonsum im Vergleich

Wer meint, Bier sei der Deutschen liebstes Getränk, hat die Rechnung ohne den Kaffee gemacht. Denn noch lieber als Bier und Wasser trinken die Bürger der Bundesrepublik tatsächlich Kaffee. Der Pro-Kopf-Verbrauch beträgt rund 150 Liter pro Jahr. Die Finnen haben das schwarze Gold aber offenbar mehr als doppelt so gern. Hier liegt der Konsum nämlich bei etwa 365 Litern pro Person im Jahr. Kein Wunder, dass das wärmende Getränk in dem skandinavischen Land so beliebt ist – schließlich ist es hier die meiste Zeit bitterkalt. Eine Ausnahme ist Finnland dabei nicht, denn auch in Schweden und Norwegen wird besonders viel Kaffee getrunken.

Wichtige Fakten über Kaffee und seinen Anbau

Kaffee ist weltweit in aller Munde – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Um den Bedarf zu decken, werden jährlich rund 8,4 Milliarden Kilo Rohkaffee produziert, und das auf einer Fläche, die zusammengerechnet größer wäre als Österreich. Spitzenreiter in der Herstellung: Brasilien. Das südamerikanische Land liegt in Sachen Kaffee-Export schon seit vielen Jahren unangefochten auf Platz eins, gefolgt von Vietnam und Kolumbien. Damit dürfte klar sein: Kaffee wächst nicht überall, denn damit die Pflanzen Früchte tragen, bedarf es bestimmter klimatischer Bedingungen. Sowohl Höhenlage als auch Temperatur, Bodenverhältnisse und die richtige Pflege sind hier entscheidend.

Zwei Kaffee-Arten dominieren den Markt

Kaffeebohne ist nicht gleich Kaffeebohne. Am bekanntesten und verbreitetsten sind die Sorten Robusta und Arabica. Ganze 99 Prozent von insgesamt über 50 verschiedenen Kaffeesorten entfallen auf die beiden Hauptarten. Bis an den Bäumen allerdings Kirschen wachsen, vergehen einige Monate. Die Arabica-Pflanze wächst recht schnell und bringt sechs bis acht Monaten nach Befruchtung der Blüte erste Erträge. Bei der Robusta-Pflanze dauert es etwa drei Monate länger – ein Grund, weshalb der Arabica-Export etwa doppelt so hoch ist. Ertragreich sind die Bäume etwa 20 Jahre lang. In dieser Zeit liefert jede Pflanze ungefähr ein bis zwei Pfund Rohkaffee pro Jahr.

Kaffeepreis von vielen Faktoren abhängig

Angebot, Nachfrage und Qualität – an diesen drei Hauptkriterien orientiert sich der Kaffeepreis. Die beiden Hauptsorten Arabica und Robusta werden zudem an der Börse gehandelt. Wie sich ihr Preis entwickelt, hängt unter anderem von Spekulationen, politischen Umständen und dem Klima in den Anbauländern ab. Der Handelswert des geernteten Rohkaffees beträgt durchschnittlich 10 Milliarden Dollar.

Mehr als 800 verschiedene Aromen im Kaffee

Was haben Kaffee und Wein gemeinsam? Dass es Getränke sind – ja klar. Doch beide Konsumgüter teilen noch etwas: viele hundert unterschiedliche Aromen. Deshalb wurde das schwarze Gold im 17. Jahrhundert auch als „arabischer Wein“ bezeichnet. Dabei toppt Kaffee Wein in puncto Aroma sogar noch, denn hier unterscheidet man zwischen über 800 verschiedenen Geschmacksrichtungen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihr Kaffee mal eine schokoladige Note hat.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Wussten Sie, dass regelmäßiger Kaffeekonsum im 18. Jahrhundert noch als Sucht und Sünde galt? Mehrfach in der Geschichte wurden Kaffeeimport und Kaffeehäuser verboten oder zu verbieten versucht. Hintergrund: Das Brühgetränk wirkt im Gehirn ähnlich wie Heroin und Kokain, allerdings in sehr abgeschwächter Form.

Heute zählt zu den wichtigsten Fakten über Kaffee, dass dieser in Maßen genossen (vier bis fünf Tassen pro Tag) sogar gesund ist, das jedenfalls legen viele Studien nahe. Vor allem Leber, Zuckerhaushalt, Herz-Kreislauf-System und Gehirn profitieren offenbar von regelmäßigem Kaffeekonsum. Der Grund: Das Heißgetränk enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Mineralien, Vitamine, Proteine, Säuren sowie jede Menge Antioxidantien, die vor Herzinfarkt, Schlaganfall, Leberzirrhose und Diabetes schützen können. Weiterer Pluspunkt: Das in Kaffee enthaltene Koffein hilft zudem gegen Cellulite, geschwollene Augen und Haarausfall. Nicht umsonst finden Koffein-Shampoos bei Männern mit lichter werdendem Haar schon seit Längerem reißenden Absatz.

Kaffee als Wachmacher

Die meisten Menschen lieben nicht nur den Geschmack von Kaffee, sondern konsumieren diesen vor allem auch wegen seiner belebenden Wirkung. Das enthaltene Koffein ist ähnlich aufgebaut wie Adenosin, ein körpereigener Botenstoff im Gehirn, der Müdigkeit bewirkt. Werden Adenosin-Rezeptoren von Koffein besetzt, wird diese Wirkung quasi „überschrieben“ und die Herzfrequenz beschleunigt.

Kaffee gut für die Liebe und fürs Networking

Na, wo haben Sie sich das letzte Mal verabredet? In einem Café? Dann geht es Ihnen wie etwa Dreiviertel der Menschen, die sich zum Date, mit der Freundin oder beruflich „auf einen Kaffee“ treffen. Der Top-Drink ist somit ein entscheidender Socializing-Faktor.

Der teuerste Kaffee der Welt

Zu den wichtigsten Fakten über Kaffee gehört auch seine Exklusivität. Lange Zeit war der teuerste Kaffee der Welt der sogenannte Katzen-Kaffee. Die Geschichte dahinter ist so kurios, wie sie klingt. So gibt man der indonesischen Schleichkatze Kaffeekirschen zu fressen, die daraufhin verdaut und wieder ausgeschieden werden. Aus dem Katzenkot sammelt man anschließend die unverdaulichen Kaffeebohnen heraus, die dann weiterverarbeitet werden. Der Unterschied zum herkömmlichen Herstellungsprozess: das besondere Aroma durch den Verdauungsvorgang. Und natürlich der Preis. Für ein Kilo des Gourmet-Kaffees müssen Liebhaber rund 1.200 Euro bezahlen.

Noch exklusiver ist nur noch der „Black Ivory Coffee“ aus Thailand. Die Herstellung erfolgt nach einem ähnlichen Prinzip, allerdings mit Elefanten. Der Vorteil: Die Dickhäuter können größere Mengen verdauen als Katzen. Käuflich zu erwerben ist das schwarze Elefanten-Gold im Handel allerdings nicht, da es exklusiv an eine asiatische Hotelkette verkauft wird und in nur fünf Hotels weltweit erhältlich ist, nämlich auf den Malediven und in Thailand. Ein Schnäppchen ist das Luxus-Gebräu wahrhaft nicht, denn eine Tasse kostet etwa 40 Euro.

Thema: Essen und Trinken