Themen-Spezial

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Silvester auf der ganzen Welt – so wird rund um den Globus gefeiert

In Deutschland gibt es viele Traditionen zu Silvester. Auf der ganzen Welt wird dieser Tag unterschiedlich begangen. Welche Bräuche es wo gibt, wie gefährlich diese sein können und was es sonst noch zu wissen gibt, erfahren Sie hier.

Silvester auf der ganzen Welt
© GMVozd

Silvester auf der ganzen Welt - ein kleiner Vorgeschmack

Auf den 31. Dezember, Feuerwerk und Partys haben sich die meisten Länder zum Jahresausklang geeinigt. Dann hören die Gemeinsamkeiten zu Silvester auf der ganzen Welt aber schon auf. Der britische Sketch „Dinner for One“ ist in England nahezu unbekannt und auch die typischen Silvesterbräuche Bleigießen und Raclette, finden längst nicht überall Anklang.

Von Japan bis Ecuador setzen Glückssuchende auf ganz andere Silvestertraditionen und Glücksbringer. Eine Silvester-Zeitreise um die Welt zeigt, warum Italiener rote Unterwäsche tragen, in Tschechien die Form des Apfelgehäuses alles bedeuten kann und in den USA am 31. Dezember selbst volle Mülltüten im Haus bleiben sollten. 

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Japan und die gefährlichen Reisknödel

Der gefährlichste Bestandteil des mehrere Tage andauernden japanischen Neujahrfestes besteht nicht etwa aus Feuerwerksraketen, sondern aus einem kleinen Reiskuchen mit dem hübschen Namen „Mochi“. Traditionell wird der glücksbringende „Mochi“ am Neujahrsmorgen verzehrt – wenn alles gut geht. Denn der harmlos klingende, aber ausgesprochen zähe und trockene Reisknödel, der Glück und ein langes Leben verspricht, verursacht nicht selten genau das Gegenteil.

Oftmals bleibt der klebrige Glücksbringer im Hals des Glückssuchenden stecken, sodass bereits einige Menschen diese Tradition mit ihrem Leben bezahlen mussten. Im Jahr 1998 gab es allein 21 „Mochi-Opfer“. Besonders ältere Menschen sollten daher bei diesem gefährlichen Silvesterbrauch unbedingt beaufsichtigt werden. Nicht der einzige merkwürdige Brauch zu Silvester. Auf der ganzen Welt gibt es weitere verrückte Traditionen.

Tschechien und das böhmische Apfelorakel

Einen besonders interessanten Silvesterbrauch gibt es bei den Tschechen: Das alte tschechische Apfelorakel. Ein Apfel wird halbiert, damit am Kerngehäuse das Schicksal abgelesen werden kann. Wichtig ist dabei die Anordnung der Apfelkerne. Ein Kreuz bedeutet Unheil für das kommende Jahr. Ist allerdings ein Stern zu sehen, wird das nächste Jahr von besonders viel Glück geprägt sein. Ein Brauch zum Thema „Silvester auf der ganzen Welt“, der leicht auch bei Ihnen daheim ausprobiert werden kann.

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Russland: Tierische Glücksbringer hoch 12

In einem der größten Länder der Welt ticken die Uhren ein bisschen anders. Da die orthodoxen Russen den julianischen Kalender nutzen, läuten die Russen am 31. Dezember traditionell die Weihnachtszeit ein, während das neue Jahr erst am 11. Januar beginnt. Sie gehören also zu den Schlusslichtern, wenn es um Silvester auf der ganzen Welt geht.

Allerdings lassen es sich die Russen nicht nehmen, am 31. Dezember eine Kombination aus russisch-orthodoxer Weihnacht und Neujahrsfest zu feiern. Dabei darf nie der kleine Glücksbringer in Form eines Tieres fehlen – angepasst an die chinesischen Tierkreiszeichen. 2017 ist übrigens das Jahr des Feuer-Hahns, ihm folgt 2018 der Hund im Zeichen Erde. Als das jeweilige Tier verkleidet oder zumindest mit einem kleinen Glücksbringer in der Tasche, stoßen die Russen dann insgesamt zwölf Mal an – einmal pro Zeitzone.

Griechenland: Spielend ins nächste Jahr rutschen

Von Thessaloniki bis Kreta dreht sich in der Silvesternacht alles um das Glückspiel. Bis spät in die Nacht hinein fordern die Griechen bei Kartenspielen wortwörtlich ihr Glück heraus. Einer der amüsantesten Bräuche zu Silvester. Auf der ganzen Welt gibt es das so wohl kein zweites Mal. Die Gewinner können voller Zuversicht ins nächste Jahr schauen, den Verlierern – so der Aberglaube – droht im nächsten Jahr besonders viel Pech. Aber selbst für die Verlierer gibt es noch eine zweite Chance: Finden sie die Münze, die in das sogenannte Basiliusbrot eingebacken ist, steht ihnen trotz des Pechs im Spiel noch ein glückliches Jahr bevor. Noch einmal Glück gehabt.

Italien: Amore und rote Unterwäsche

Italien macht auch zu Silvester seinem Image als Land der Liebe und Romantik alle Ehre. Im Mittelpunkt der italienischen Silvesterbräuche stehen Paare. Wünschen sie sich auch für das nächste Jahr viel Glück und Zweisamkeit, stoßen sie mit Gläsern an, in die sie zuvor goldene Ringe gelegt haben. Mindestens genauso vielversprechend für das Glück zu zweit ist ein anderer, etwas älterer Silvesterbrauch. Frauen wie Männer tragen in der Silvesternacht rote Unterwäsche – ein heißer Tipp für viel Glück im nächsten Jahr, der ruhig an Silvester auf der ganzen Welt mal ausprobiert werden kann.

Spanien & Südamerika: Glücksbringer Weintrauben

Die Spanier und Südamerikaner gehen am Silvesterabend nicht etwa mit einer Flasche Sekt, sondern mit einer Handvoll Weintrauben aus dem Haus. Genascht werden die süßen Trauben später pünktlich zum Glockenläuten der Kirche. Dabei ist besonders bei dem einen oder anderen Weinglas zuvor höchste Konzentration gefragt. Dieses Beispiel für Bräuche an Silvester auf der ganzen Welt zeigt, dass man vielleicht erst nach Mitternacht richtig beim Alkohol zugreifen sollte.

Pro Glockenschlag wird eine Traube verspeist, verbunden mit einem geheimen Wunsch. Haben sich die Spanier oder Südamerikaner bei dieser Silvestertradition verzählt und beim letzten Schlag keine Traube mehr oder noch zu viele übrig, riskieren sie Unglück im kommenden Jahr. Doch Supermärkte helfen dem Glück gerne auf die Sprünge und bieten speziell zu Silvester kleine Konservendosen mit genau zwölf Trauben an.

Silvester in Schweden ganz glamourös

Touristen, die einmal im hohen Norden in das neue Jahr feiern möchten, sollten unbedingt warme Wintermäntel im Gepäck haben. Darunter sind dicke Winterhosen oder Pullover aber tabu. Die meisten Schweden lassen es am letzten Tag des Jahres noch einmal krachen und genießen Silvester in schönster und feierlicher Abendgarderobe auswärts. Die warme Alternative findet daheim statt, aber auch gerne glamourös bei Hummer und Austern. Statt Glücksbringer setzen die Schweden auf persönliche Neujahrsversprechen, die einander um Mitternacht gegeben werden. Silvester auf der ganzen Welt kann eben auch romantisch sein.

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Schottland: Tagelanges Feiern beim Hogmanay

Allen, denen Raclette und Fondue zu Silvester zu langweilig sind, kann eine Reise nach Schottland empfohlen werden. Am 31. Dezember beginnt in Schottland Hogmanay, ein mehrere Tage andauerndes Winterfest, bei dem uralte Silvesterbräuche zelebriert werden. Dazu gehören Fackelumzüge, der Besuch von Freunden, kleine Geschenke und das Singen von „Auld Lang Syne“ um Mitternacht.

Stärkung gibt es in Form deftiger Gerichte wie Haggis, einem mit Innereien gefüllten Schafsmagen. Als leibhaftiger Glücksbringer zieht ein junger Mann mit Whiskey, Rosinenbrot und einem Stück Kohle von Tür zu Tür. Wer ihn ins Haus bittet, lässt gleichzeitig das Glück in die eigenen vier Wände. Die kleine Nation hat viele Bräuche zu Silvester. Auf der ganzen Welt findet sich kaum ein zweites Land mit so viel Kreativität und Durchhaltevermögen.

USA : „Nothing goes out“

Im Land der Burger geht zu Silvester nichts über Linsensuppe. Denn ein Teller warmer Linsensuppe am 31. Dezember verspricht ein glückliches neues Jahr. Ein genauer Blick auf die Hülsenfrüchte verrät den Grund dieser Silvestertradition: Die Linsen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit kleinen Geldmünzen. Ein anderer amerikanischer Silvesterbrauch heißt „Nothing goes out“. Die Glücksregel lautet, dass am 31. Dezember keine Gegenstände das Haus verlassen dürfen, nicht einmal der volle Müllsack. Hier ist also eine gewisse Vorbereitung angebracht, ansonsten sind Pech und Unglück die ständigen Begleiter des nächsten Jahres und das gilt es an Silvester auf der ganzen Welt zu vermeiden.

Ecuador lässt zu Silvester die Puppen dran glauben

Silvester spielt sich in Ecuador auf der Straße ab – und zwar von morgens bis spät in die Nacht. Die Menschen feiern mit sogenannten „Viejos“, bunten Puppen aus Pappmaschee oder Stroh. Gerne wird den Puppen zu dieser Silvestertradition noch eine Maske aufgesetzt, beispielsweise von Politikern, Sportlern oder Superhelden. Und dann müssen die kunstvollen Puppen auch schon daran glauben. Sie werden nämlich verbrannt, und mit ihnen – so der Aberglaube – auch die Sorgen des letzten Jahres. Wenn es das vergangene Jahr besonders schlecht gemeint hat, werden die Puppen vor dem Verbrennen von ihren Besitzern noch einmal gehörig verprügelt.  

Fazit: Silvester wird auf der ganzen Welt ganz unterschiedlich gefeiert – selbst in Europa gehen die Traditionen auseinander, wie die Beispiele aus Spanien und Schottland zeigen. Oder hätten Sie gewusst, dass man auf der Iberischen Halbinseln Weintrauben zu Glockenschlägen verzehrt? Die Vielzahl der Bräuche macht den Jahreswechsel so spannend. Probieren Sie doch dieses Jahr mal eine Silvestertradition aus einer anderen Ecke der Welt aus.

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