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Fakten über Kalahari-Salz - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 44 Staffel 1

Salz wird auch das "weiße Gold" genannt: Für exotische Salze wie z.B. das Himalaya-Salz greifen Gourmets tief in den Geldbeutel. Doch wieso ist das Salz ferner Länder so teuer?

20.10.2016 18:49 | 5:01 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Kalahari-Salz: Alles über Herkunft, Abbau und Weiterverarbeitung

Salz, das „weiße Gold“: Sicher wussten Sie, dass dieses Mineral lebenswichtig für uns Menschen ist. Das Himalaya- und das Kalahari-Salz sind für ihre gute Qualität besonders bekannt. Für solch exotische Salze greifen Gourmets tief in den Geldbeutel. Doch wieso ist das Salz ferner Länder so teuer? Um das herauszufinden, sind wir in den Norden Südafrikas gefahren, dorthin, wo das Kalahari-Salz abgebaut wird …

Perfekte Voraussetzungen, um Kalahari-Salz abzubauen

Aus der Ferne sieht sie aus wie eine flache weiße Scheibe: die Salzpfanne. Sie liegt mitten in der Trockensavanne und ist so groß wie 2.500 Fußballfelder. Die Tageshöchsttemperatur liegt hier im Jahresschnitt bei 28 Grad, Regen hingegen gibt es nur selten – und wenn doch, dann auch nur wenig. Was nach Ödnis klingt, ist eine Landschaft, die ideale Bedingungen für die Salzgewinnung bietet.

So wird Kalahari-Salz gewonnen

Einfach vom Boden abkratzen kann man das Mineral jedoch nicht, denn unter der dünnen weißen Schicht befindet sich Lehm. Schabt man das Salz ab, hält man ein Salz-Dreck-Gemisch in den Händen, das bestimmt keinen Gourmet begeistert. Für den Salzabbau wurden daher in der eigentlichen Pfanne sogenannte Crystalizer angelegt, Verdunstungsbecken – insgesamt 15 Stück mit einer Größe von jeweils 100 x 200 Metern. In ihnen findet die eigentliche Salzgewinnung statt.

Immer wieder aufs Neue wird Wasser in die Crystalizer gepumpt. Die Sonne erhitzt das Wasser und lässt es langsam verdunsten. Auf der Wasseroberfläche bilden sich Salzkristalle, die sich verhaken und zu Boden sinken. Ist das Wasser komplett verdunstet, bleibt nur das Salz zurück. Die Salzschicht am Boden wird somit dicker und dicker.

salzwüste
So sieht eine Salzwüste aus. Die schöne dicke Salzkruste bildet sich aber nicht von allein – sie bildet sich nur durch den Einsatz von Verdunstungsbecken. © Instagram oryxdesertsalt

Dass die vielen Sonnenstunden in der Kalahari-Savanne für schnelle Verdunstung und damit schnellere Salzablagerungen sorgen, leuchtet ein. Aber wo kommt so viel Wasser her – und dann auch noch Salzwasser? Obwohl die Pfanne inmitten einer Wüste liegt, gibt es hier Grundwasser. In fünf bis zehn Metern Tiefe kriecht es durch den Untergrund – eine Mischung aus Felsen, Kiesel und Sand. Darüber befindet sich die Lehmschicht.

Das Regenwasser wäscht auf seinem Weg durch das Gestein Salze und andere Mineralien aus. Über Gräben wird das Wasser an die Oberfläche gebracht. Weil sie genauso tief wie die wasserführende Schicht sind, sammelt sich in ihnen das Salzwasser. Pumpen transportieren das Wasser von den Gräben in die Verdunstungsbecken. Jede Nacht werden die Becken nachgefüllt.

Die "Ernte"

Einmal im Monat kann das Kalahari-Salz geerntet werden. Fünf Zentimeter ist die weiße Schicht dann dick. Dafür rückt der sogenannte Grader an. Die Maschine ist 20 Tonnen schwer und mit einer hydraulisch-beweglichen Schaufel ausgestattet. Damit zieht sie ihre Kreise in der Pfanne, kratzt dabei das Salz ab und schiebt es zur Seite. Bagger transportieren das weiße Gold aus dem Verdunstungsbecken und lagern es zwischen.

Salz aus Salzpfannen ist auf dem Weltmarkt ein reines Nischenprodukt. Über 99 Prozent des weißen Minerals stammen aus dem Meer oder aus Bergwerken – dabei handelt es sich um Meer- oder Steinsalz. Aber wieso ist das Kalahari-Salz so teuer? Wichtigster Kostenfaktor sind die Transportkosten. Das mitten im Nirgendwo abgebaute Mineral muss nämlich zunächst mit LKW in die nächstgrößere Stadt gebracht werden. Hier in Upington wird es weiterverarbeitet. Trotz der Kristallisation unter der sengenden Sonne Afrikas ist der Wasseranteil mit drei Prozent immer noch zu hoch. Ein Ofen erhitzt das Salz daher eine halbe Stunde bei 150 Grad. Der Wassergehalt sinkt somit auf 0,1 Prozent. Außerdem tötet die Hitze Bakterien ab.

Im Anschluss werden die Salzkristalle gemahlen und sortiert. Als Badesalz müssen sie um die sieben Millimeter klein sein, in die Salzmühle kommen knapp drei Millimeter kleine Stücke. Anschließend verpacken die Männer das Salz aus der Kalahari-Savanne in Säcke und verschicken es in die ganze Welt. In den Zielländern wird die weiße Würze dann in kleine Mühlen oder Verkaufspackungen umgefüllt.

Himalaya- oder Kalahari-Salz – auch in der Küche gibt es Trends und Modeerscheinungen. Ob das exotische Salz sein Geld wert ist, muss jeder selbst erschmecken.

Fazit: Wer angesichts des Preises jedes Mal stöhnt, wenn er im Supermarkt vor dem Gewürzregal steht und auf der Verpackung "Kalahari-Salz" liest, weiß offenbar nicht, wie kostbar das weiße Gut ist. Nicht nur die Gewinnung in der Salzpfanne und die Aufbereitung sind aufwändig, sondern auch der Transport geht ins Geld. Schließlich muss das weiße Gold aus der Steppe erst einmal zur Weiterverarbeitung in die Stadt gebracht werden. Von dort geht es dann weiter in alle Welt, wo das Salz schließlich verpackt und zum Verkauf angeboten wird.

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