Themen-Spezial

Playlist

Themen-Spezial

Fakten über Körpersprache - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 40 Staffel 1

Die Wahrheit steht einem Menschen oft ins Gesicht geschrieben, und die Gestik hat mindestens genauso viel zu verraten. Mit einigem Detailwissen lassen sich die häufigsten Zeichen der Körpersprache zusammensetzen und entschlüsseln.

09.12.2016 17:12 | 5:21 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Mit Händen und Blicken reden

Körpersprache – Kommunikation ganz ohne Worte

Wussten Sie eigentlich, dass man den Körper lesen kann wie ein Buch? Körpersprache macht es möglich. Auch wenn der Mund schweigt, spricht der Körper. Ein Experiment soll zeigen, ob sich die Zeichen richtig deuten lassen und sich so sogar ein Verbrechen lüften lässt. Wie kommunizieren wir non-verbal?

It's Showtime: Ermittler auf der Suche nach der Wahrheit

Das Experiment ist einfach aufgebaut: Ein Ermittler sitzt einem Verdächtigen gegenüber und versucht, durch verschiedene Maßnahmen, ihn aus der Reserve zu locken. Sprich: Ihn dazu zu motivieren, mit Körpersprache die Wahrheit zu sprechen. Von Sekunde eins an schaut der Ermittler genau hin. Der berühmte erste Eindruck ist wichtig – er dauert weniger als eine Sekunde. Wenn wir eine unbekannte Person kennenlernen, dann zählt das Gesagte nur 10 Prozent - den Rest erzählt der Körper. 

Auch wenn in den ersten Minuten geschwiegen wird, findet hier schon Kommunikation statt. Ein kleiner non-verbaler Wettkampf – ausgetragen mit dem Körper. Und dieser lässt sich nutzen. Der erste Blick des Ermittlers fällt oft ins Gesicht des Verdächtigen. Eine riesige Zahl von über 10.000 verschiedenen Gesichtsausdrücken gilt es hier zu entschlüsseln. Lange Zeit dachte man, in der Mimik des Gegenübers die meisten Hinweise auf seine Gefühle zu erkennen. Angst, Scheu, Verunsicherung – all diese Regungen lassen sich mit etwas Menschenverstand gut ablesen.

Die Körpersprache der Füße

Was die meisten nicht wissen: Körpersprache beginnt schon am Boden, genauer gesagt an den Füßen. Sie gelten als der ehrlichste Teil unseres Körpers. Im Experiment kippen die Füße des Verdächtigen nach außen – für den Ermittler ein Hinweis auf eine Lüge. Der Mann hier verlässt sprichwörtlich den Boden der Tatsachen. Der Detektiv aber will die Wahrheit von seinem Gegenüber wissen. Seine Füße zeigen nach vorn. Der Verdächtige reagiert sofort unbewusst: Er dreht seine Füße weg, denn er will am liebsten raus hier.

Nur wer die gesamte Körpersprache beachtet, sieht wirklich alles. Soll die Wahrheit ans Tageslicht kommen, muss der gesamten Körper unter die Lupe genommen werden. Jede noch so kleine Bewegung spricht für den Ermittler Bände.

Hände spielen bei der Körpersprache eine wichtige Rolle
Die Hände verraten oft mehr als das Gesagte – tippen sie nervös, oder wird der Daumen versteckt, werden Ermittler hellhörig.

Mit den Händen gestikulieren

Es ist natürlich auch andersherum genauso möglich, die Körpersprache richtig zu deuten. Der Verdächtige liest unterbewusst aus jeder Handlung des Ermittlers etwas, und zwar nicht bloß im Gesicht. Das Gesamtbild zählt. Einen wichtigen Eindruck hinterlassen die Hände. Im Experiment bietet der Ermittler seinem Gegenüber eine Zigarette an. Und das nicht ohne Grund: sein Blick gilt nur den Fingern. Denn auch die reden. Ein Beispiel: Die Daumen des Ermittlers zeigen beim Reden häufig nach oben. Ein Zeichen von Offenheit und Neugier. Versteckt man hingegen die Daumen, deutet das für Experten auf Unsicherheit hin.

Zu Körpersprache animieren

Doch all das ist für die Ermittler noch immer kein Beweis dafür, dass der Verdächtige tatsächlich der Täter ist. Aber wenn er es ist, sollte ihn sein Körper irgendwann verraten. Eine neue Strategie muss her. Observieren. Schmoren lassen. Denn: Der Körper des Verdächtigen hält nie still. Und hinter jeder seiner Handlungen steckt eine Aussage. Deswegen werden Politiker beispielsweise oft trainiert, sich beim Reden möglichst wenig zu bewegen, um Gesagtes nicht über ihre Gesten als Lüge zu entlarven. Ein klassisches Beispiel ist die berühmte Raute der Kanzlerin.

Aber erst mal zurück zum Verhör: Eine Aussage vom Verdächtigen fehlt weiterhin. Der Ermittler versucht nun, den Verdächtigen durch ein dominantes Auftreten zu verunsichern. Ihn zu einer Aussage zu zwingen – gesprochen oder durch Körpersprache. Er schreit ihn an oder lässt ihn schmoren. Nach einiger Zeit folgt die Reaktion. Ein Griff in Richtung Brustbereich an seine kette. Ein eindeutiger Hinweis dafür, dass der Betreffende unsicher ist. Der Griff zur Kette ist eine echte Chance für den Ermittler. Würde der Verdächtige jetzt sprechen und würde das, was er sagt, zum Griff zur Kette passen – es wäre sehr wahrscheinlich die Wahrheit.

Griff an die Krawatte ist ein Signal der Körpersprache
Auch der Oberkörper beherrscht die Körpersprache. Allein der Griff zur Krawatte kann dem Gegenüber zeigen, dass etwas nicht richtig läuft.

Das liegt daran, dass Sprache und Gestik im gleichen Bereich im Gehirn liegen. Laufen sie absolut synchron ab, entspricht das Gesagte häufig der Wahrheit. Trotzdem ist die Körpersprache immer nur ein Indiz. Vor Gericht wird sie deshalb nie als Beweis behandelt. Signale und Ticks können lediglich einen Verdacht erhärten. Trotzdem gehört es zu der Ausbildung von Ermittlern, die Zeichen des Körpers zu lesen und zu deuten – denn so können sie im richtigen Moment die richtigen Fragen stellen, um einen hieb- und stichfesten Beweis zu sichern, der vor Gericht standhält: die Aussage.

Fazit: Nicht nur im Kriminalbereich ist Körpersprache ein unmissverständlicher Weg, Lügen zu entlarven. Menschen, die nervös sind, weil sie die Wahrheit vertuschen wollen, zeigen dies oft in Signalen. Ihre Finger werden unruhig, die Füße drehen sich zur Seite, die Arme verschränken sich. Die Liste an möglichen Aussagen, die ganz ohne Worte gemacht werden, scheint endlos. Trotzdem lohnt es sich, genau hinzugucken. Denn so können Sie endlich Ihr Gegenüber richtig deuten.

Neuigkeiten und Infos