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Unser Fleischkonsum in Zahlen

Folge 5 Staffel 2

Wer isst weltweit am meisten Fleisch? Welche Sorten sind die besten und welche Tiere kommen am häufigsten auf den Tisch? Das Wichtigste über den Fleischkonsum in Deutschland und der Welt verraten Ihnen die Fakten in diesem Video.

17.03.2017 15:29 | 10:01 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Unser Fleischkonsum in Zahlen

Wie sieht eigentlich der weltweite Fleischkonsum aus? Wer isst am meisten und wer am wenigsten Fleisch? Welche Sorten sind die besten und welche Tiere landen besonders häufig auf dem Tisch? Das Wichtigste zum Fleischkonsum in Deutschland und der Welt, verraten wir Ihnen hier.

Der Fleischkonsum im Vergleich

Wussten Sie eigentlich, dass zwei Deutsche in einem Jahr fast eine Ente essen und mehr als ein Schwein, ein Zehntel von einem Schaf, eine dicke Pute, satte 24 Hühner und ein Zehntel von einem Rind? Auch wenn fast 10 Prozent der Deutschen als Vegetarier kein Fleisch essen, kommen sie im Schnitt trotzdem auf 60 Kilogramm im Jahr. Weltweit ist das Platz 21. Spitzenreiter in Sachen Fleischkonsum sind die Amerikaner – sie essen doppelt so viel.

Vom Jäger zur Fleischtheke

Schon früheste Vorfahren, wie der Australopithecus, haben vor 3,5 Millionen Jahren Tiere verspeist. Schließlich liefert das Fleisch mit seinem Eiweiß viel mehr Energie als pflanzliche Nahrung. Die Frühmenschen schabten es sich wohl mit Steinen von toten Tieren herunter. Dass der Mensch ein Allesfresser ist, zeigt sich bei einem Blick in seinen Mund: Mit den flachen Schneidezähnen kann er das Fleisch perfekt abnagen.

Gejagt werden muss das Fleisch allerdings nicht mehr. Eine große Auswahl gibt es heute an der Fleischtheke. Was als Erstes beim Fleischkonsum auffällt, ist die Farbe. Schwein, Hirsch und Rind zählen zu rotem Fleisch, Geflügel zu weißem. Woher kommt der Unterschied? Die Ursache ist ein Eiweiß namens Myoglobin. Es versorgt die Muskeln mit Sauerstoff. Weißes Fleisch enthält wenig, rotes Fleisch viel Myoglobin. Durch Bewegung und Alter reichert sich das Eiweiß im Fleisch an. Wild ist deshalb besonders dunkel.

Ob Entrecôte, Rippchen oder Rumpsteak, an der Fleischtheke hat man heutzutage...
Ob Entrecôte, Rippchen oder Rumpsteak, an der Fleischtheke hat man heutzutage oftmals die Qual der Wahl.

Fleisch richtig zubereiten

Wissen Sie, wie man das Fleisch richtig zubereitet? Und wie man verhindert, später eine Schuhsohle auf dem Teller zu haben? Das Fleisch mit einem Fleischhammer böse zu traktieren, hilft schon mal nicht. Zarter wird es zwar, aber dafür auch weniger saftig. Am besten schaut man sich das Fleisch beim Kauf genau an. Ist es fein marmoriert? Je mehr kleiner Fettadern es hat, desto zarter ist es nämlich.

Der Profi brät so ein 1-A-Steak nur kurz in der Pfanne an und schiebt es dann in den Backofen. Bei 80 Grad wird es richtig zart. Übrigens: Das Fett in der Marmorierung macht das Fleisch zwar sehr lecker für uns, es hat aber auch die meisten Kalorien.

Andere Länder, andere Zeiten, anderes Fleisch

Jedes Land hat seinen eigenen Geschmack und dementsprechend seinen eigenen spezifischen Fleischkonsum. In Deutschland sind Fleischsorten wie Rind, Schwein und Huhn normal. Im Rest der Welt leben andere Tiere vor der Haustür. Die Amerikaner essen gern Bison, die Finnen ihre Elche, Australier Kängurus und Vietnamesen Krokodile. Krokodile sollen im Übrigen wie ein gutes Hühnchen schmecken.

Wenn die Not ganz groß ist, tendieren Menschen auch zum ungewöhnlichen Fleischkonsum – manchmal sogar ihre teuersten Begleiter. Der Forscher Roald Amundsen fuhr vor 100 Jahren zum Südpol. Seine Schlittenhunde waren dabei nicht nur Zugtier, sondern auch Proviant. Früher war so etwas völlig normal – denn in frischem Fleisch stecken viele Vitamine. Die Forscher beugten damit der Krankheit Skorbut vor. Die lässt einem die Zähne ausfallen.

Seit der Mensch das Feuer nutzt, isst man Fleisch jedoch kaum noch roh. Aber was kann man noch mit Fleisch anstellen, außer es beispielsweise zu grillen? Schinken ist der Alleskönner. Geschnitten wird das Stück immer aus dem Hinterteil – meist stammt es vom Schwein. Luftgetrocknet wird er zum Serrano-Schinken, gepökelt zum Kochschinken. Wussten Sie eigentlich, was genau der Lachsschinken ist? Das ist weder Lachs noch Schinken. "Lachs" nennt der Metzger lediglich den Rückenmuskel vom Schwein.

Grundsätzlich gilt: Je marmorierter das Fleisch ist, desto zarter ist es auch.
Grundsätzlich gilt: Je marmorierter das Fleisch ist, desto zarter ist es auch.

Regionale Fleischgerichte

Das seltsamste aller Gerichte in Sachen Fleischkonsum ist vermutlich das norddeutsche "Eisbein". So heißt das gekochte Vorderbein vom Schwein. Die Legende besagt: Unsere Vorfahren waren ständig auf Wanderschaft und mussten im Winter schnell über vereiste Wege kommen. Die Röhrenknochen von Tierbeinen waren perfekt, um sie unter die Schuhe zu spannen. So entstand der Schlittschuh – und das Gericht kam zu seinem Namen: Eisbein. Im Süden Deutschlands hingegen wird das Bein vom Schwein gerne gebraten. Es ist dort als Schweinshaxe bekannt. So eine Haxe enthält Eiweiß, Vitamine, Zink und Eisen. Das braucht der Körper. Vom Cholesterin im Fleisch kann man aber durchaus zu viel haben. 300 bis 600 Gramm in der Woche reichen. Das entspricht in etwa drei kleinen Steaks und drei Portionen Wurst.

Der etwas andere Rinderwahn

Das mit Abstand teuerste Fleisch ist das des japanischen Kobe-Rinds. Angeblich werden diese Kühe jeden Tag massiert. Zu trinken bekommen sie Bier statt Wasser. Und im Stall läuft immer klassische Musik. Das ist aber vor allem Marketing. Der wirkliche Unterschied ist nämlich der Fettgehalt. Während in vielen Ländern das Fett der Rinder weggezüchtet wurde, durfte es die Kobe-Rasse behalten. Deshalb schmeckt das Fleisch auch so gut. Teuer wird es, weil es so rar ist. Echtes Kobe-Rind kommt aus Japan, und zwar nur aus der Region Kobe. Aber auch woanders werden für den Fleischkonsum Kobe Rinder gezüchtet – unter anderem im bayerischen Wald.

Aber nicht nur Kobe-Rind ist Luxus, sondern jede Art von Fleischkonsum. Um nur ein Kilogramm Fleisch anzusetzen, müssen Tiere das Dreifache an Kraftfutter fressen. Die Pflanzen dafür verbrauchen zwölf Quadratmeter Land, und zwar pro Kilo Fleisch. Da der Fleischkonsum weltweit ansteigt, kann das zum Platz- und Umweltproblem werden.

Kobe-Rind aus Japan ist das mit Abstand teuerste Fleisch auf der Welt.
Kobe-Rind aus Japan ist das mit Abstand teuerste Fleisch auf der Welt.

Fleischkonsum und Nachhaltigkeit

Konzerne wie Microsoft, Google und Twitter arbeiten schon an einer Lösung. Und zwar bezahlen diese Firmen dafür, künstliches Fleisch zu züchten. Es soll in Petrischalen von selbst zu einem saftigen Steak heranwachsen. Dort braucht es wenig Platz und stößt kein Methan aus – ein Fleisch, das viele Probleme löst. Das "In-vitro-Fleisch" soll später sogar von 3D-Druckern gedruckt werden. Der Geschmack soll auf jeden Fall genauso wie Hühnchen sein, sagt angeblich Microsoft-Gründer Bill Gates.

Fazit

Fleisch zählt zu den Grundnahrungsmitteln. Während Menschen sich früher Fleisch in der Jagd hart erkämpfen mussten, reicht heute ein Griff in die Kühltheke. Und noch nie war der Fleischkonsum so hoch wie heutzutage. Dabei sollte Fleisch in Maßen genossen werden. Zwar liefert es Eiweiß, Vitamine und Eisen, es enthält aber ebenso Cholesterin.  

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