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Fakten über die Hand - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 7 Staffel 1

Wussten Sie eigentlich: die Hand hat 27 Knochen und 36 Gelenke. Das ist etwa ein Viertel aller Knochen des menschlichen Körpers. Aber wie bewegen wir sie eigentlich?

11.10.2016 15:37 | 5:18 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Greifen, schreiben, tasten, musizieren …

Die Hand – das anatomische Wunder

Die Hand ist eines der komplexesten Gebilde des menschlichen Körpers. Ohne sie könnten wir nicht schreiben, nicht greifen, nicht fühlen. Doch wussten Sie eigentlich, dass die Hand aus ganzen 27 Knochen und 36 Gelenken besteht? Das ist etwa ein Viertel aller Knochen des menschlichen Körpers.

Der komplizierteste Körperteil des Menschen

Wie oft wir unsere Hände im Alltag tatsächlich gebrauchen, fällt den meisten erst dann auf, wenn das aus irgendeinem Grund nicht mehr funktioniert. Aber wie bewegen wir unsere Hand eigentlich? In den Fingern gibt es keine Muskeln. Stattdessen werden sie von den Muskeln aus dem Unterarm und den Handflächen bewegt. Unglaubliche 25 Millionen Mal beugen und strecken wir die Finger im Lauf des Lebens. Der einzige Finger, der zwei eigene Muskeln hat, ist der Daumen. Dadurch ist er extrem beweglich – und kann bis zu 130 Grad gebeugt werden. Außerdem ist er der einzige Finger, der allen anderen gegenübergestellt werden kann. Ohne ihn könnte der Mensch nicht greifen.

Der Daumen ist nicht nur der beweglichste, sondern auch der stärkste Finger der Hand. Weil er den anderen Fingern gegenüber liegt, ist es uns überhaupt erst möglich, zuzufassen. Wenn man seine Hände versichern lässt, ist der Daumen der teuerste. Formel-1-Pilot Fernando Alonso hat seinen zum Beispiel für stattliche 10 Millionen Euro versichert.

Die Hand – feinfühliges Präzisionsinstrument
Erst der Daumen macht die Hand zu dem Präzisionswerkzeug, das sie ist.
Erst der Daumen macht die Hand zu dem Präzisionswerkzeug, das sie ist.

17.000 Tastzellen gibt es in unseren Fingern und Handflächen. Mit ihnen spüren wir Druck und Bewegung. Die Fingerspitzen sind dabei besonders feinfühlig. Egal, ob Eckiges, Rundes oder extrem Dünnes – wir können es ertasten. Generell gilt: Je kleiner der Finger, desto stärker die Empfindung. Denn kleine Finger haben die gleiche Anzahl an Rezeptoren wie große Finger. Das erklärt auch, warum Frauen – die meist kleinere Hände haben als Männer – einen feineren Tastsinn haben.

"Das mach ich doch mit links" lautet eine beliebte Redewendung – oft ist das aber gar nicht so einfach. Denn fast alle Gegenstände im Alltag sind auf Rechtshänder ausgelegt. Das liegt daran, dass Linkshänder auf der Welt in der Minderheit sind. Nur etwa zehn Prozent aller Menschen sind links stärker als rechts. Was früher noch ein Manko war, ist heute allerdings ganz normal. Und auch viele bekannte Persönlichkeiten waren und sind Linkshänder: Albert Einstein, Barack Obama, Bill Gates, George Bush und Julius Caesar beispielsweise.

Mit den Fingern knacken

Manchmal fühlen sich unsere Hände wie eingerostet an. Dann knacken einige Menschen gern mal mit den Fingern. Doch wie entsteht das Geräusch, das vielen eine Gänsehaut über den Rücken jagt? Ganz sicher ist das bis heute nicht geklärt, doch die gängigste Theorie geht davon aus, dass sich beim Langziehen eine Art Vakuum in den Gelenken der Hand bildet. In der Gelenkschmiere ist CO2 in gelöster Form enthalten. Beim Ziehen geht es in seinen gasförmigen Zustand über und bildet Bläschen – die verursachen beim Zerplatzen dann das berüchtigte Ploppen, das wir als Knacken wahrnehmen.

Aber ist das nicht ungesund? Um das herauszufinden, hat ein amerikanischer Forscher einen geduldigen Selbstversuch auf sich genommen. 50 Jahre lang knackte er mindestens zweimal täglich seine rechte Hand! Das Ergebnis: Trotz Knacken funktionieren am Ende beide Hände immer noch gleich gut. Fingerknacken schadet also nicht. Die einzige Gefahr besteht wohl eher darin, seine Mitmenschen zur Weißglut zu treiben.

Greifen, tasten, streicheln, zupacken, schreiben und noch vieles mehr – für u...
Greifen, tasten, streicheln, zupacken, schreiben und noch vieles mehr – für unsere Hand in der Regel kein Problem.

Zeigt her eure Hände …

Was früher die Kralle war, ist heute der manikürte Fingernagel. Durch 150 Hornzellenschichten sind unsere Nägel 0,8 Millimeter dick. Pro Monat wachsen sie etwa vier Millimeter. Der Nagel des Mittelfingers wächst am schnellsten. Aufs Leben gerechnet wachsen unsere Nägel übrigens bis zu 28 Meter! An einer besser durchbluteten Hand geht es schneller. Daher wachsen die Nägel bei Linkshändern an der linken Hand schneller als an der rechten Hand und umgekehrt.

Und was kann die Hand noch? Wenn uns die Worte fehlen, verständigen wir uns mit Händen und Füßen. Frauen gestikulieren aber auch sonst viel mehr als Männer – und achten deutlich stärker auf die Hände ihres Gegenübers. 84 Prozent der Frauen mögen Männer mit gepflegten Händen. Weil die Haut hier besonders dünn ist und nur wenige Talgdrüsen enthält, wird sie aber schnell trocken. Eincremen hilft, das Erscheinungsbild der Hand frisch zu halten.

Übrigens: Bei 64 Prozent der Männer ist der Ringfinger länger als ihr Zeigefinger. Der Längenunterschied entsteht schon im Mutterleib. Denn während sich die Finger entwickeln, werden auch die Geschlechtshormone ausgeschüttet. Und: Je mehr Testosteron im Spiel ist, desto länger wird der Ringfinger. Männer mit langem Ringfinger haben wegen des Testosterons meist auch ein markant männliches Gesicht. Frauen mit kürzerem Ringfinger entsprechen eher dem weiblichen Schönheitsideal. Ein Blick auf die Finger unseres Gegenübers lohnt sich also ...

Saubere Sache

Die Faustregel "Nach dem Klo und vor dem Essen – Händewaschen nicht vergessen" hat einen guten Grund. Bis zu 10 Millionen Bakterien leben auf einem Quadratzentimeter Haut. Männern scheint das oft egal zu sein: Nur 32 Prozent greifen nach dem Besuch des stillen Örtchens zur Seife. Übrigens: Wer denkt, bei einem Kuss werden besonders viele Bakterien und Viren ausgetauscht, der irrt. Viel mehr sind es bei einem Handschlag. Zur Erkältungszeit ist Händewaschen also besonders wichtig.

Fazit: Die Hand ist ein einzigartiges Präzisionsinstrument und der wohl komplizierteste Körperteil des Menschen. Etwa ein Viertel aller Knochen des Körpers befinden sich hier. Ohne Hände wäre unser Alltag ungleich schwieriger.