Themen-Spezial

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Fakten über den Mund - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 9 Staffel 1

19.09.2016 14:31 | 5:24 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Der Mund: Das Wunderwerk mitten unter unserer Nase

Wir singen und sprechen, lutschen und pfeifen, wir essen und schmecken, lecken, atmen und küssen mit ihm. Unser Mund ist ein wahres Wunderwerk. Doch wussten Sie eigentlich, dass die Zunge – gemessen an ihrer Größe – der stärkste Muskel des Menschen ist?

Ein Wunderwerk stellt sich vor

Der Mund teilt sich auf in drei Bereiche: die Mundspalte, die von den Lippen umschlossen ist, der Vorhof, sprich der Bereich zwischen Wangen und Zähnen, sowie die Mundhöhle mit Mundboden, Zunge und Gaumen. Anatomisch gesehen gehört der Mund zu den Verdauungsorganen des Menschen. Durch Zerkauen und Einspeicheln wird jeder Bissen für die weitere Verarbeitung in Magen und Darm vorbereitet. Dafür produzieren die Mundspeicheldrüsen täglich bis zu zwei Liter Speichel. In einem einzigen Menschenleben kommen so durchschnittlich unglaubliche 25.000 Liter Spucke zusammen.

Mund in Großaufnahme
Der Mund ist ein Wunderwerk und eignet sich nicht nur zum Essen.

Sie gehört zwar eigentlich in den Mund – doch rausgestreckt ist sie wahrer Kult: die Zunge. Das bewies nicht nur Albert Einstein, sondern ist auch von anderen Stars bekannt, von Kiss und den Rolling Stones beispielsweise. Auf der Zunge liegen bis zu 9.000 Geschmacksknospen. Mit ihnen können wir süß, sauer, salzig, bitter und "umami" schmecken. Das japanische Wort "umami" steht für die Geschmacksrichtung "herzhaft". Doch Geschmack können wir nur zusammen mit der Nase wahrnehmen. Ob pürierte Zwiebel oder zerkleinerter Apfel – mit zugehaltener Nase schmeckt man fast keinen Unterschied.

Egal, wie wir ihn nennen, ob Klappe, Schnauze, Maul, Rand, Fresse, Schnabel oder eben Mund – mit ihm sprechen wir. Mund, Rachen und Zunge bilden dazu einen Schalltrichter. Unsere Zunge formt aus den so erzeugten Geräuschen dann Buchstaben und Wörter. Dafür nutzt sie mehr als 20 verschiedene Bewegungen. 90 Wörter schafft der durchschnittliche Erwachsene so pro Minute. Extrem schnelle Zungen kommen aber sogar auf bis zu 400 Wörter in der Minute.

Ein weiterer Unterschied von Mensch zu Mensch: die Beweglichkeit der Zunge. Sie ist genetisch bedingt. Wer eine ausgeprägte seitliche Zungenmuskulatur hat, kann die Zunge rollen. So gut wie die Hälfte aller Menschen schafft das, darunter mehr Frauen als Männer. Wem die Anlage dazu nicht in den Genen steckt, kann üben, so viel er will. Die Zunge rollt sich nicht.

Die schöne Pforte zum Mund

Lippen bilden das schöne Äußere des Mundes und sind individuell verschieden. Dass schwarze Menschen meist sehr volle Lippen haben, ist eine Anpassung an ihr ursprüngliches Lebensumfeld, denn in heißen Regionen der Erde dienen die Lippen als eine Art Klimaanlage. Sie speichern Wasser, das bei Hitze verdunstet und somit kühlt.

Lippen liefern auch einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Attraktivität eines Menschen. Vor allem Frauen helfen hier gern mit Schminke und anderen Tricks ein wenig nach. Doch egal, was Sie mit Ihren Lippen so anstellen, richtig gepflegt möchten sie werden. Denn die zarte Haut ist dort siebenmal so empfindlich wie beispielsweise an den Fingerkuppen. Das macht die Lippen zugleich zu einer der erogensten Zonen des Körpers. Sie sind wie geschaffen für eine der Lieblingsbeschäftigungen vieler Menschen: das Küssen.

Der Mund ist aber nicht nur für erotische Spielereien gut, er ist auch zu einem besonders großen Teil an der Mimik des Menschen beteiligt und neben den Augen die ausdrucksstärkste Gesichtspartie.

Die härteste Substanz des Körpers

Im Mund befindet sich die härteste Substanz des menschlichen Körpers: der Zahnschmelz. Durch ihn stehen unsere Zähne im Mund wie eine Festung und halten ganz schön was aus. Bis zu 32 Stück hat jeder Erwachsene, Kinder kommen immerhin auf 20.

Ihre Heimat, die Mundhöhle, ist ein wahres Urlaubsparadies für Bakterien: 36 Grad, immer frische Nahrung und viele kleine Nischen, in denen sie sich ungestört ansiedeln können. Darum tummeln sich hier Milliarden von Kleinstlebewesen. Daher ist die richtige Mundhygiene besonders wichtig, auch um Mundgeruch zu vermeiden. Zwar kann der auch an falscher Ernährung liegen, häufigster Grund sind aber Fäulnisbakterien im Mund. Die Bakterien scheiden schwefelige Verbindungen aus, unangenehmer Geruch entsteht. Ein bewährtes Hausmittel gegen Mundgeruch ist übrigens Petersilie!

Frau beim Zähleputzen
Regelmäßiges Putzen hält die Zähne gesund und beugt Mundgeruch vor.

Was außerdem hilft, ist natürlich Zähneputzen. Im Schnitt tun die Deutschen das zweimal am Tag. Die Zahnbürste wird durchschnittlich allerdings nur zweimal im Jahr gewechselt. Auch interessant: Im alten Rom brauchte man gar keine Zahnbürste, denn hier wurde einfach mit Urin gespült, um Zähne und Mund zu reinigen.

Fazit: Der Mund ist ein absolutes Wunderwerk und kann so viel mehr, als nur essen. Ohne ihn könnte der Mensch nicht reden, nicht pfeifen, nicht küssen und noch vieles andere. Auch einige der größten Superlative des Körpers finden sich im Mund: die Zunge als stärkster Muskel, gemessen an der Größe, und dazu noch die härteste Substanz und die empfindlichste Haut.