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Fakten über Bleistift und Co. - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 53 Staffel 1

Die Geschichte der Schreibutensilien von Bleistift über Post-it bis hin zu Radiergummi ist voller Zufälle. Wir zeigen ihnen die Geschichte der nützlichen Helfer für Schule und Büro.

09.12.2016 14:24 | 5:35 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Zufällige Erfindungen – Bleistift, Radiergummi und Post-its

Wussten Sie eigentlich, dass es ohne Schaf keinen Bleistift gäbe? Und ohne Herd keinen Radiergummi? Und ohne Gesangbuch keine “Post-its”? Mehr zu den Erfindungen der drei berühmten Schreibwaren hier.

Die Erfindung der berühmten Klebezettel

Dürfen wir vorstellen: Das ist “Sabine”. Ihre Kinder müssen zur Schule und für dieses Ereignis gibt es noch einiges zu besorgen. Damit auch nichts vergessen wird, will sich Sabine Notizen machen – auf Klebezetteln. Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie diese erfunden wurden? Darauf kommen Sie nie! Die Entdeckung hat nämlich mit einem Gesangbuch zu tun. Gesangbuch und Klebezettel – wie hängt das zusammen?

Für den ersten Zufall, der unsere Welt verändert hat, reisen wir in das Jahr 1968 – genau genommen in die USA zu Spencer Silver. Der Chemiker der Firma 3M bekommt den Auftrag, einen Superkleber zu entwickeln. Doch dabei kommt genau das Gegenteil heraus: eine geleeartige Substanz, die so gut wie gar nicht klebt. Kein Superkleber. Aber vielleicht ideal für eine selbstklebende Pinnwand? Die Idee an sich ist gut. Aber trotzdem leider ein Flop. Denn nicht nur das Papier bleibt kleben, sondern auch Schmutz und Staub. Das Zeug landet deshalb als Fehlentwicklung in der Schublade.

… Aber nur sechs Jahre lang. Denn 1974 kommt Silvers Kollege Art Fry ins Spiel. Er singt in seiner Freizeit im Kirchenchor und ärgert sich immer wieder, dass seine Lesezeichen aus dem Notenbuch fallen. Aber dem Hobby-Sänger kommt die zündende Idee: Hat sein Kollege Silver nicht irgendwann einmal einen schlechten Kleber entwickelt? Vielleicht kann man damit vielleicht Papier bestreichen und so Merkzettel ins Gesangbuch kleben, ohne dadurch die Seiten zu beschädigen?

Und tatsächlich eignete sich der schlechte Kleber perfekt dafür, denn die Zettel lassen sich problemlos wieder entfernen. Fry nennt seine Erfindung “post-it”, übersetzt “kleb‘s an!” Wir kennen und nutzen sie alle. Sie haben sich quasi in unserem Alltag festgeklebt. Mittlerweile produziert das Unternehmen schon 400 Variationen dieser Haftnotizen – in allen Größen, Formen und Farben. Eine Erfindung, die wir ohne das Gesangbuch gar nicht hätten.

Heute aus vielen Büros kaum mehr wegzudenken: Post-its.
Heute aus vielen Büros kaum mehr wegzudenken: Post-its.

So wurde der Bleistift erfunden

Kommen wir zu den Kindern, die wir Sabine für diese Geschichte angedichtet haben. Das Equipment für den Schulstart ist besorgt. Alles ist noch so schön neu und muss unbedingt ausprobiert werden. Wie der Bleistift. Doch wie kam es zu dieser Erfindung? So viel sei an dieser Stelle bereits verraten: Sie hat mit Schafen zu tun …

Bleistift? Schaf? Was kommt denn das zustande? So viel sei unserem Zufall vorangestellt: Mit Blei wurde schon ganz lange geschrieben. Auch die alten Ägypter – so clever, wie sie waren – haben schon Schilfrohre mit Blei ausgegossen. Doch mit dem weltbekannten Bleistift hat das nichts zu tun.

Der Zufall, der die Schreibwelt verändert hat, geschieht erst im 16. Jahrhundert, und zwar in Borrowdale, Nordengland.

Eine Überlieferung besagt: Auf einer Weide stoßen Schäfer auf einen umgestürzten Baum. In seinen Wurzeln schimmert eine merkwürdige, dunkelgraue Masse. Durch tollkühnes Ausprobieren sollen die Männer herausgefunden haben, dass sich das seltsame Zeug hervorragend eignet, um Schafe zu markieren. Denn zum einen ist das gefundene Material gut sichtbar und zum anderen lässt es sich leicht wieder entfernen. Schnell wird diese Entdeckung in ganz England bekannt.

Der Bleistift, eine der genialsten Erfindungen – und zufällig noch dazu.
Der Bleistift, eine der genialsten Erfindungen – und zufällig noch dazu.

Um damit besser Schreiben zu können, wird die Masse in viereckige Stäbchen geschnitten. Und später – gegen Schmutzfinger – auch noch in Holz eingefasst. Da man glaubt, das gefundene Material sei eine Art von Blei, wird die Erfindung “Bleistift” genannt. Heute ist er aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. Denn: Wenn beim Schreiben mal was daneben geht, lässt es sich leicht wieder entfernen – mit einer anderen genialen Erfindung …

Der Radiergummi

Heute hat der Bleistift am oberen Ende oft einen kleinen integrierten Radiergummi. Doch wussten Sie, dass es den ohne Herd gar nicht gäbe? Um diese merkwürdige Beziehung zu erklären, blicken wir zurück ins Jahr 1839. Kautschuk, das auf Pflanzensäften basiert, gibt es bereits ... Auch seine Wasser abweisenden Eigenschaften macht man sich schon zunutze – bei Regenmänteln zum Beispiel. Aber das Material hat seine Schwächen: Bei Kälte wird es spröde, bei Hitze klebrig. Außerdem verrottet Kautschuk schnell und riecht dabei abscheulich. Kurzum: Die Sache ist noch nicht ganz ausgegoren ...

Eine Lösung für das Problem entdeckt der amerikanische Chemiker Charles Goodyear durch ein Missgeschick. Charles experimentiert gerade mit einer Mischung aus Kautschuk und Schwefel, als es passiert: Aus Versehen lässt er die Mischung auf eine heiße Herdplatte fallen. Mit Erstaunen stellt er fest, dass eine trockene, elastische Substanz entsteht. Das ist Geburtsstunde des Gummis – und des Begriffes "Vulkanisation". Ohne die Kollision mit dem Herd gäbe es keinen Radiergummi!

Fazit

Kaum einer weiß, wie eigentlich der Bleistift erfunden wurde und dass eine der berühmtesten Schreibwaren Schäfern zu verdanken ist, die die Masse zufällig in einem Baum entdeckten und damit ihre Schafe markierten – zum Endprodukt Bleistift fehlte dann nur noch eine Ummantelung. Ähnlich kurios und zufällig sind die Erfindungen des Radiergummis und der Post-its. Ersterer wurde beim Experimentieren mit Kautschuk entwickelt, die Klebezettel wiederum fanden ihren Einsatz zuerst, um Seiten in einem Gesangbuch zu markieren. Wie der Zufall es eben manchmal will, wurden aus diesen „versehentlichen“ Entwicklungen große Hilfen für den Alltag – und das sind sie bis heute.

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