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Fakten über Tesafilm - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 74 Staffel 1

Ob zum schnellen Reparieren oder Verpacken von Geschenken - in vielen Haushalten ist der hilfreiche Klebestreifen nicht mehr wegzudenken. Und angeblich ist der Name Tesafilm 98% der Deutschen bekannt.

10.10.2016 16:04 | 4:53 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Tesafilm und seine Herstellung

Diese nützliche Rolle hat einen Namen, den angeblich 98 Prozent aller Deutschen kennen: Tesafilm. Ob für eine schnelle Reparatur oder zum Geschenkeverpacken: Der klebrige Film ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wissenswertes rund um das Hilfsmittel, das auf keinem Schreibtisch fehlen darf, hier.

Rekordverdächtige Erfindung

Wussten Sie eigentlich, dass die ganze Welt seit seiner Erfindung rund 54 Milliarden Meter verklebt hat? Damit ließe sich der Äquator etwa 1.348 Mal umwickeln. Die Erfindung stammt übrigens aus Deutschland. In Offenburg wird der Klebestreifen hergestellt. Aus einer großen Rolle mit Klarsichtfolie werden später viele kleine Kleberollen. Doch wie geht das?

So wird Tesafilm hergestellt

Bevor der Kleber ins Spiel kommt, muss eine Maschine die Folie erstmal abrollen. Danach wird sie elektrisch aufgeladen. Diese Ladung ist wichtig, sonst hält der Kleber später nicht. Bei diesem Arbeitsschritt entsteht ein violettes Leuchten. Dann wandert die Folie weiter und wird grundiert – ohne sie würde der Klebstoff später wieder von der glatten Folie runterrutschen.

Der Klebstoff lagert in einem Bottich. Was dabei gut zu sehen ist: Er ist – wie auch die Grundierung – weiß und trüb. Trotzdem sind die Klebestreifen später klar und durchsichtig. Wie ist das möglich? Eine Menge Walzen sorgen dafür, dass der milchige Kleber nur so dünn wie ein Haar auf der Folie liegen bleibt. Das bisschen Klebezeugs hält aber ganz schön gut.

Fertig ist der Tesafilm aber noch nicht. Denn die Folie hat noch einen blauen Schimmer. Und der verschwindet in einer 30 Meter langen Trockenstraße. Et voilà: Hinten raus kommt sie, klar und durchsichtig – und zwar mehrere Kilometer lang. Jetzt ist sie eine XXL-Kleberolle.

Wie wird die Riesenrolle nun zu vielen kleinen Kleberollen? Zuerst prüft ein Mitarbeiter, ob überhaupt genug Kleber drauf ist. Der soll zwar nicht zu sehen sein, aber kleben muss der Streifen ja trotzdem. Stimmt das Gewicht der Probe nicht, muss der Mitarbeiter die Rolle aus der Produktion nehmen.

Bevor nun aus der großen Klebefilm-Rolle viele kleine Streifen werden, braucht jeder kleine Klebestreifen einen Anfang und ein Ende. Dafür klebt die Maschine zwei Bänder auf die Folie. Das breite blaue markiert später das Ende des Klebefilms, das schmale rote Band den Anfang einer neuen Rolle. Jetzt können die Messer die große Folie der Länge nach in jeweils 15 Millimeter breite Streifen teilen. Auf eine Plastikrolle kommen immer zehn Meter Klebefilm. Alle elf Sekunden landen 100 fertige Rollen auf dem Fließband. Das macht über 32.000 in der Stunde.

Die Verpackung

Letzte Station der kleinen Rollen auf dem Weg zu fertigem Tesafilm: die Verpackungsabteilung. Und hier geht's rund, denn die Kleberollen dürfen jetzt Karussell fahren. Die schnelle Drehung sortiert die Rollen ordentlich hintereinander.

Fehlt nur noch die Verpackung: Immer im Doppelpack geht's für die Rollen weiter. Jeden Tag entstehen hier um die 50.000 Quadratmeter Klebefilm, so viel, dass man damit fast acht ganze Fußballfelder bekleben könnte. Von hier treten sie ihren Weg zum Klebeeinsatz an – und das in über 60 Ländern auf der ganzen Welt.

Fazit: Tesafilm kennt jeder und hat wohl schon jeder mindestens einmal benutzt – ist ja auch praktisch, der durchsichtige Klebestreifen kann vielfältig eingesetzt werden: zum Verpacken von Geschenken, Aufhängen von Postern und allerlei anderen Kleinigkeiten. Über die Herstellung von Tesafilm weiß hingegen kaum jemand bescheid. Kein Wunder, denn es bedarf vieler Arbeitsschritte, bis aus einer normalen Folie der allseits bekannte Klebestreifen wird.