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Die Ernährung der Zukunft - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 81 Staffel 1

Eine Pflanze, die nach Bacon schmeckt, soll die Ernährung revolutionieren. Forscher haben bereits herausgefunden, wie sich das Wachstum beschleunigen lässt. Die Produktion im größeren Maßstab könnte jederzeit beginnen.

09.11.2016 10:52 | 4:57 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Rotalgen

Wie sieht die Ernährung der Zukunft aus?

Wussten Sie eigentlich, dass es eine Pflanze gibt, die wie Bacon schmeckt? Sieht so möglicherweise die Ernährung der Zukunft aus? Ein guter Grund, sich die Rotalge als vegane Speck-Alternative einmal etwas genauer anzuschauen.

Rotalgen – Die Ernährung der Zukunft?

In Newport, USA hat alles angefangen: Die dortigen Felsküsten sind der natürliche Lebensraum der Pflanze, die schon bald die Ernährung der Zukunft revolutionieren soll – zumindest wenn es nach Chris Langdon und seinem Team geht. "Man findet die 'Dulse' hier am Strand, aber im tieferen Gewässer. Man muss sie bei Vollmond ernten. Dann ist Ebbe. Wir haben sie an den Felsen unter Wasser gefunden", erklärt der Experte.

"Dulse" – das sind Algen, genauer gesagt Rotalgen. Vor 20 Jahren hat das Team von Chris Langdon damit begonnen, das Meeresgemüse in einer eigenen Farm zu züchten. "Das Wesentliche und der große Vorteil der Algen ist, dass sie so schnell wachsen. Du kannst sie an kleinen Plätzen anbauen und trotzdem viele Menschen satt bekommen", erklärt Kollege Josh Hulsey.

Die Felsenküsten in Newport sind der natürliche Lebensraum der Rotalge.
Die Felsenküsten in Newport sind der natürliche Lebensraum der Rotalge.

Rotalgen vermehren sich von selbst

Die Zuchtmethode der Wissenschaftler ist kurios: Rotalgen vermehren sich ausgerechnet dann besonders schnell, wenn man sie zerreißt. Einer der großen Vorteile des Ersatz-Bacons und eine gute Aussicht für die Ernährung der Zukunft. Rotalgen vermehren sich von selbst und schnell. Jede Woche vervielfacht sich der Bestand der Farm.

Im Moment produzieren die Forscher nur kleine Mengen – etwa hundert Kilo pro Woche. Doch wenn es nach ihnen geht, soll schon bald die industrielle Herstellung beginnen, denn die Algen haben noch einen zweiten großen Vorteil: Die Ernährung der Zukunft ist sehr nahrhaft und gesund. Rotalgen enthalten nämlich doppelt so viele Proteine wie Kohl, dreimal so viel Kalzium wie eine Banane. Und dreimal weniger Kalorien als jede Salatsorte.

Rotalgen sollen die Ernährung der Zukunft revolutionieren.
Rotalgen sollen die Ernährung der Zukunft revolutionieren.

Rotalgen als gesunder Fleischersatz?

Gesund sind Rotalgen also, aber was macht sie zum perfekten Baconersatz? Im Food-Innovation-Center in Portland arbeitet ein Team von Nahrungsmittelforschern fieberhaft an der Ernährung der Zukunft. Sie wollen, dass Rotalgen endlich den Durchbruch auf dem Speiseplan feiern. Daher experimentieren sie viel mit dem Meeresgemüse. Ganz besonders interessiert die Forscher der spezielle Geschmack der Rotalge – der an Fleisch erinnert.

Im Jahr 2050 werden 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben, über 2 Milliarden mehr als heute. Bereits jetzt werden 39 Prozent der eisfreien Landfläche von der Landwirtschaft genutzt, 70 Prozent davon ist Weideland. 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauches fällt auf die Landwirtschaft und 36 Prozent des weltweiten Getreides geht in die Viehfütterung. Um weitere 2 Milliarden Menschen so zu ernähren, bräuchte man insgesamt drei Erden.

Fazit

Die selbstvermehrenden Rotalgen könnten die Lösung sein, was die Ernährung der Zukunft betrifft. Aus diesem Grund experimentieren Forscher auch in alle Richtungen – Rotalgen im Salat, im Dressing, in Keksen, Burgerpatties oder Kartoffelsalat. Na, das sind doch gute Aussichten für die Ernährung der Zukunft!