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Fakten über die Sonnenbrille - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 91 Staffel 1

Der Weg einer Sonnenbrille vom unbearbeiteten Glas bis zum fertigen Produkt spielt sich in der Regel außerhalb von Deutschland ab. Wie die Brillen entstehen, wie sie den UV-Schutz erhalten und wo das passiert, zeigen wir Ihnen direkt in der Fabrik.

12.12.2016 13:02 | 5:11 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Von Thailand bis nach Deutschland

So landet die Sonnenbrille bei Ihrem Optiker

Sie sieht nicht nur schick aus, sondern schützt die Augen auch vor gefährlichen UV-Strahlen: die Sonnenbrille. Wussten Sie jedoch, dass die meisten Optiker-Gläser, die Sie in Deutschland erhalten, in Thailand produziert werden?

Zwei Männer tragen Sonnenbrille
Eine Sonnenbrille sieht nicht nur cool aus, sie dient auch dem Schutz der Augen.

Es beginnt mit dem Glasrohling

Um zu erfahren, wie eine Sonnenbrille hergestellt wird, reisen wir in ein Industriegebiet am Rande von Bangkok. In einer Fabrikhalle warten mehr als 200.000 Glasrohlinge darauf, verarbeitet zu werden. Zunächst wird der dicke Kunststoff mit einer Schutzfolie und Flüssigmetall beklebt.

Das Metall dient als Halterung, damit der Rohling-Klotz in die Hightech-Maschine passt, wo das Brillenglas mit Sehstärke etwa zehn Minuten geschliffen wird. "Hier wird, je nach den Werten, unterschiedlich viel Material abgetragen, sodass hier eine Krümmung entsteht und diese Krümmung ist der Ausgleich der Sehschwäche", erklärt der deutsche Auswanderer und Brillenproduzent Frank Woelk.

Jetzt kommt Farbe in Spiel

Danach bekommt das Glas ein heißes Bad. Durch das erhitzte Wasser öffnen sich die Poren und der Kunststoff nimmt die Farbe auf. Hierbei ist echtes Augenmaß gefragt, weshalb die Mitarbeiter in der Fabrik selten älter als 25 Jahre sind – bis dahin soll die Sehkraft des Menschen nämlich am stärksten sein.

"Da brauchen wir auch ausgeprägte Spezialisten. Es gibt zum Beispiel keine Maschine, die diesen Prozess hier vollautomatisch abarbeiten kann", sagt Woelk. "Man kann zwar vollautomatisch riesige Mengen immer gleicher Gläser produzieren, aber mal ein Rotes, mal ein Blaues, das bekommt man mit einer Maschine nicht hin."

UV-Schutz für die Sonnenbrille

Die Sonnenbrille ist zwar jetzt dunkel, vor gefährlichen UV-Strahlen schützt sie so jedoch noch nicht. Dazu muss sie erst in die Hochvakuum-Kammer, wo Metalle verdampfen, die sich dann auf den Gläsern ablagern. Das Resultat: eine UV-Beschichtung. Nun fehlt nur noch das Gestell. Das erledigt eine Maschine, die das Glas zuschneidet und mit den restlichen Teilen zusammenbaut. Jetzt ist die Sonnenbrille aus Bangkok fertig und kann ihre Reise nach Deutschland antreten. 

Fazit: Die Produktion einer Sonnenbrille besteht teils aus Handwerk, teils aus maschineller Arbeit. Damit die Gläser eine dunkle Farbe bekommen, werden sie in einem Kochtopf erhitzt. In einer Hochvakuum-Kammer entsteht später die UV-Beschichtung.