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Fakten über Bierdeckel - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 88 Staffel 1

Die Deutschen sind auf der ganzen Welt als leidenschaftliche Biertrinker bekannt. Doch wussten Sie eigentlich, dass die dazugehörige Erfindung - der Bierdeckel - aus Deutschland stammt?

17.10.2016 14:16 | 4:58 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Alles zur Produktion der Untersetzer

So entstehen Bierdeckel

Neben den Engländern gehören die Deutschen wohl zu den leidenschaftlichsten Trinkern von Hopfen und Malz. Ein Muss: der Bierdeckel. Doch wussten Sie eigentlich, dass der Bierdeckel fast immer aus Deutschland stammt?

Ein Stapel Bierdeckel auf dem Tisch
Hinter diesem Stapel Bierdeckel steckt jede Menge Arbeit.

Das Mekka der Bierdeckel

Genauer gesagt aus dem kleinen beschaulichen Örtchen Weisenbach im Schwarzwald. Dort werden seit über 100 Jahren von den 5,5 Milliarden Bierdeckeln weltweit etwa zwei Drittel produziert. Durchschnittlich ist ein einzelner Untersetzer ungefähr 0,1 Cent wert. Damit sich das Geschäft lohnt, müssen also riesige Mengen hergestellt werden.

Holz wird zu Brei verarbeitet

Das Material für die Bierdeckel ist hauptsächlich Fichtenholz und kommt vom Schwarzwald und aus Baden-Württemberg. Zunächst wird die Rinde der Hölzer in einer drehenden Trommel entfernt. Anschließend werden die entrindeten Stücke in einem Kettenschleifer klein gemahlen. Durch Zufuhr von Wasser bleibt am Ende nur noch ein dickflüssiger Holzfaser-Brei übrig. Noch hat die Masse keine große Ähnlichkeit mit einem Bierdeckel – das ändert sich jedoch schon bald.

Die wichtigste Zutat: Pappe

In einer Maschine wird der Brei zu Pappe gemacht – mit Papp-Resten, die aus vorherigen Bierdeckelproduktionen übrig sind. Eine Walze entzieht der Masse das Wasser, die Schicht die übrig bleibt, wird von oben und unten mit Zellstoff überzogen und dann zusammengepresst. So langsam bekommt das Ganze die Struktur von einem Bierdeckel. Bis dieser jedoch unter die Flasche kann, sind noch einige Produktionsschritte notwendig. 

Drucken, ausstanzen, fertig

Damit die feuchte Pappe trocknet, kommt sie in einen überdimensionierten Backofen. Sind Feuchtigkeitsgehalt und Dicke der Pappen in Ordnung, kommen sie in den Querschneider, wo sie in kleine Einheiten geschnitten werden. Jetzt fehlt es den Untersetzern noch an Farbe – dazu geht es in die Druckerei. Ist das Motiv drauf, werden die einzelnen Bierdeckel aus der Pappe herausgestanzt und aus der Form gebrochen. Fertig ist der Bierdeckel!

Fazit: Zwei Drittel der weltweit produzierten Bierdeckel kommen aus dem Örtchen Weisenbach im Schwarzwald. In einer aufwendigen Produktion werden aus Holz Papp-Schichten gemacht, die dann ausgestanzt und bedruckt werden.