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Die teuerste Kartoffel der Welt - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 79 Staffel 1

Diese Knolle ist so wertvoll, dass eine normale Ernte viel zu gefährlich wäre. Die teuerste Kartoffel der Welt wächst unter so hervorragendenBedingungen, dass man sie auf einem normalen Kartoffelfeld niemals finden wird.

12.12.2016 15:46 | 5:34 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Die Teuerste Kartoffel: 500 Euro das Kilo

Die Kartoffel ist das beliebteste Gemüse der Deutschen: Sie schmeckt herrlich, lässt sich in der Küche vielseitig verarbeiten und ist relativ günstig. Von einer Knolle aus Frankreich einmal abgesehen, wo die teuerste Kartoffel 500 Euro pro Kilo kostet.

Sensibles Gut

Die teuerste Kartoffel Bonnotte wächst auf der gerade einmal 50 Quadratkilometer großen Atlantikinsel Noirmoutier. Die Luxuskartoffel sieht den normalen Sorten, die es hierzulande gibt, zum Verwechseln ähnlich. Sie ist allerdings sehr empfindlich: Die Schale ist viel dünner als bei normalen Kartoffeln und die Knolle bleibt an den Wurzeln haften; auch wenn sie reif ist. Die teuren Knollen dürfen nicht beschädigt werden, sonst gammeln sie. Die Bauern buddeln bei der Ernte entsprechend vorsichtig und, wie im Mittelalter, mit den Händen. Die anspruchsvolle Arbeit ist ein Grund für den gesalzenen Preis.

Sack Kartoffeln ausgeschüttet auf der Erde
Die Kartoffel: Kein Gemüse ist bei den Deutschen beliebter.

Nur kurz genießbar

Dazu kommt: Die besondere Kartoffelsorte ist sehr selten. Aus einer Pflanze kommen nur 100 bis 200 Gramm Kartoffeln. Die kleinsten Exemplare sind die wertvollsten und für den perfekten Geschmack müssen sie nach strengen Regeln reifen. Etwa 90 Tage liegen zwischen Aussaat und Ernte. Die teuerste Kartoffel ist anschließend nur zwei Wochen genießbar.

Perfekte Bedingungen

Die Bonnotte findet auf der französischen Mini-Insel perfekte Bedingungen vor, um optimal wachsen zu können: Eine salzige Meeresbrise hält Schädlinge und Krankheiten fern. Damit die teuerste Kartoffel ihren einzigartigen Geschmack erhält, düngen die Bauern ihre Felder schon im Herbst mit Meerwasser und Seetang. Dieser besondere Dünger zersetzt sich und gibt Jod frei, der zum süßen, leicht nussigen Geschmack der Rarität beiträgt.

100 vs. 10.000.000 Tonnen

Die Bauern auf der Atlantikinsel ernten jährlich gerade einmal 100 Tonnen der Edelkartoffel. Zum Vergleich: Die deutschen Bauern arbeiten mit schwerem Gerät möglichst schnell und effektiv. Deutsche Betriebe ernten jedes Jahr rund zehn Millionen Tonnen Kartoffeln, die viel größer sind als die Bonnotte, welche einen hohen Stärkegehalt hat und viele Mineralien wie Jod enthält.

Teuerste Kartoffel versteigert

Ein weiterer Grund für die hohen Preise: Die Nachfrage ist riesig – viel größer als das Angebot. Gourmets bieten bei Auktionen in Paris und Brüssel daher bis zu 500 Euro pro Kilogramm für die teuerste Kartoffel.

Fazit: Schwere Arbeit, sensibles Gemüse, toller Geschmack, geringes Angebot, große Nachfrage. Die Feinschmecker dieser Welt wissen, warum sie so viel für eine Kartoffel ausgeben (müssen). Einmal im Jahr kommen jedoch auch Schnäppchenjäger auf ihre Kosten. Dann können sie die teuerste Kartoffel der Welt zu Schleuderpreisen von vier Euro pro Kilo selbst ernten, was immer noch das Vierfache einer deutschen Knolle ist.

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