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Fakten über Schulwege weltweit - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 52 Staffel 1

Ein ganz normaler Schulmorgen: Insgesamt drücken rund 8,3 Millionen Schüler täglich die Schulbank in Deutschland. Die Wege zur Schule weltweit könnten allerdings nicht unterschiedlicher sein.

17.10.2016 13:55 | 4:47 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Kein Weg wie jeder andere

Schulwege weltweit: Von Tansania bis Kalifornien

Ein ganz normaler Schulmorgen: Insgesamt drücken rund 8,3 Millionen Schüler täglich die Schulbank in Deutschland. Die Schulwege weltweit könnten jedoch unterschiedlicher nicht sein. Im Oberstufenzentrum in Berlin-Kreuzberg kommen die meisten der knapp 6.000 Schüler jeden Morgen mit dem Bus oder zu Fuß – das ist aber längst nicht überall so …

Tierisch gefährlich: Tansania

Welche Schulwege sind weltweit die gefährlichsten? In Tansania jedenfalls brauchen die Kids starke Nerven. Hier kreuzen Büffel oder Affen den Weg der Schüler. Doch die gefährlichste Stelle des Schulwegs ist der Fluss, der überquert werden muss. Hier leben zahlreiche Nilkrokodile – die größten und aggressivsten Krokodile Afrikas. Sie greifen nicht nur Ziegen und Kälber an, auch Menschen wurden bereits attackiert.

An ihnen müssen die Schüler erst einmal vorbei, wenn sie die Schulbank drücke...
An ihnen müssen die Schüler erst einmal vorbei, wenn sie die Schulbank drücken wollen. © gerdfisch - Fotolia

Die skurrilsten Schulwege weltweit: Kolumbien

Es geht aber noch skurriler: Rund drei Stunden von Kolumbiens Hauptstadt Bogota entfernt, im Hochland Guayabetal, gibt es einen Schulweg, der es in sich hat. Der Weg zur Schule führt über eine 200 Meter tiefe Schlucht. Die einzige Verbindung: ein rostiges, zwanzig Jahre altes Drahtseil. Nur so geht es auf die andere Seite. Tief unter dem Drahtseil schlängelt sich der Rio Negro durch die Schlucht. Brücken über den reißenden Fluss gibt es hier nur für Autos.

Wer die Schlucht überqueren will, muss sich ins Drahtseil hängen – das gilt auch für Schulkinder. Täglich nehmen die Kleinen den waghalsigen Flug mit bis zu 50 Kilometern pro Stunde Höchstgeschwindigkeit auf sich. Auch der 15-jährige Carlos Ramirez rast jeden Morgen um halb acht in die Schule – für ihn bereits Routine. Mit acht Jahren fährt er das erste Mal über die tiefe Schlucht. Trotz jahrelanger Erfahrung ist der tägliche Equipment-Check lebensnotwendig. So muss die Eisenrolle beispielsweise immer geölt sein. Am Drahtseil in die Schule rasen – ein wirklich gefährlicher und außergewöhnlicher Schulweg.

Dekadenter Schulweg: Kalifornien

Hoch hinaus, dafür sehr dekadent geht es weiter in Kalifornien. Genauer gesagt im Cameron Airpark – eine Siedlung gebaut für Freizeitpiloten und ihre größte Leidenschaft. Hier rollen nicht nur Autos über die Straße, sondern vor allem Flugzeuge. Wenn Nicolas und sein Vater Barry Morris morgens das Haus verlassen, dann führt ihr Weg in den hauseigenen Hangar. Denn Nicolas fährt nicht zur Schule, er fliegt – für ihn mittlerweile völlig normal, denn die Privatschule, die Nicolas besucht, liegt im knapp 100 Kilometer entfernten Nevada City, mit dem Flieger ein Katzensprung.

So unterschiedlich die Kulturen und Landschaften, so unterschiedlich sind auc...
So unterschiedlich die Kulturen und Landschaften, so unterschiedlich sind auch die Schulwege weltweit: Nicolas kommt zum Beispiel täglich mit dem familieneigenen Flugzeug zum Unterricht. © Ralf Geithe - Fotolia

Für Nicolas steht fest: Auch wenn er seinen Schulweg cool findet, Pilot will er später nicht werden – dafür Football-Profi. Das eigene Flugzeug könnte er sich dann locker leisten. Noch sind aber die Freunde wichtiger – und die sieht er trotz Pendelei regelmäßig. Der Flugplatz liegt ein paar Kilometer von der Schule entfernt. Von hier geht es noch fünf Minuten mit dem Auto weiter. Zu spät war Nicolas noch nie. Per Flieger in die Schule – ohne Frage wohl einer der ungewöhnlichsten Schulwege weltweit.

Fazit: In Deutschland gibt es für die Kids kaum gefährliche Schulwege – weltweit gesehen sieht das anders aus. Sowohl in Kolumbien als auch Tansania können sich Eltern und Kinder glücklich schätzen, wenn sie sich am Ende des Tages wiedersehen, denn hier führt der tägliche Weg zum Unterricht an Krokodilen und gefährlichen Schluchten nicht vorbei. Wohl einen der weitesten Schulwege weltweit hat Nicolas aus Kalifornien: 200 Kilometer für Hin- und Rückweg muss der Schüler täglich hinlegen – allerdings hat er dafür auch ein cooles Hilfsmittel, mit dem ihn sein Vater bringt: ein Flugzeug.

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