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Fakten über Familiennamen - Wussten Sie eigentlich...?

Folge 90 Staffel 1

Wussten Sie eigentlich, dass die Namensforschung eine eigene Wissenschaft ist? Genannt Onomastik. Und die bringt Erstaunliches ans Tageslicht. Einer der häufigsten Nachnamen, der sich nicht ohne weiteres erschließt: "Wagner".

20.10.2016 16:13 | 5:39 Min | © ProSiebenSat.1 Media SE

Namensforschung

Das sind die häufigsten deutschen Familiennamen

Woher stammen die häufigsten deutschen Familiennamen? Egal, ob Wagner, Meyer oder Schmitz, die Namensforschung, auch Onomastik genannt, ist eine eigene Wissenschaft und bringt Erstaunliches ans Tageslicht.

Wer oder was war denn der Wagner?

Einer der häufigsten deutschen Familiennamen, der sich nicht ohne Weiteres erschließt: „Wagner“. Pferdewagen brauchte man früher überall. Deswegen gab es den Wagner in jeder Stadt. Er machte nämlich vor allem Räder für Wagen. Und die mussten absolut gleichmäßig sein, damit die Fahrt nicht noch rumpliger wurde, als sie es früher ohnehin meist war. Damit das Rad auch wirklich kreisrund wird, muss jede Speiche exakt gleich lang sein. In vorindustriellen Zeiten war das eine echte Herausforderung. Der Wagner war also ein wichtiger Handwerker. Und wer heute den Familiennamen Wagner trägt, dessen Vorfahren waren einmal Wagenbauer.

In Deutschland gibt es den Familiennamen Wagner rund 164.000 Mal. Ein prominenter Träger des Namens ist der Komponist Richard Wagner. In Süddeutschland kommt der Name häufiger vor als im Norden. Was daran liegen könnte, dass der Süden bergiger ist und Räder sich dort schneller abnutzten.

Meier, Meyer oder Mayer?

Noch weiter verbreitet als der Wagner ist der Maier. In verschiedenen Schreibweisen: Mit E-I, E-Y oder A-Y. Der Maier war der Verwalter auf Burgen und Gutshöfen. Da es ziemlich viele davon gab, war auch die Zahl der Meier groß. Das Wort Maier kommt vom lateinischen "maior" (deutsch: größer, stärker), denn der Meier war allen Bediensteten am Hof übergeordnet.

Etwa 392.000 Menschen tragen heute den Familiennamen Maier in verschiedenen Schreibweisen. Prominenter Vertreter: Torwartlegende Sepp Maier. Die Maiers verteilen sich ziemlich gleichmäßig über ganz Deutschland. Denn verwaltet wurde auch schon früher überall.

Ebenfalls weit verbreitet: der Familienname Schmitz

Der Familienname Schmitz hat mit dem Schmied sehr viel zu tun. Es ist nämlich der Sohn des Schmieds. Schmitz kommt also von des Schmieds Sohn. Aus Eisen Beschläge, Werkzeuge und Waffen formen - das war die Hochtechnologie vergangener Jahrhunderte. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 80.000 Schmitz‘. Bekannter Vertreter: Kim Schmitz, genannt Kim Dotcom, der umstrittene Internet-Unternehmer. Schmiede gab es in ganz Deutschland, aber der Name Schmitz ist vor allem im Westen verbreitet. Warum, ist ungeklärt.

In allen Variationen ist der Nachname Schmitz-Schmitt-Schmied heute häufiger als jeder andere. Es gibt ihn etwa 770.000 Mal. Viele Schmiede werden nicht mehr gebraucht.

Fazit: Die Geschichte zeigt, dass viele Familiennamen auf Berufe zurückgehen. Allerdings können auch Merkmale eine Rolle bei der Namensgebung  gespielt haben. Neumann zum Beispiel war der Neue in der Siedlung. Lang war der Hochgewachsene. Kurz der Kleinwüchsige.

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